Jüdisches Leben in Deutschland

  • "Jüdisches Leben in Deutschland"
    Die Perspektive eines Betroffenen, Ben Salomo:

    Ein Jahr nach dem verheerenden antisemitischen Anschlag von Halle, veröffentlicht Ben Salomo seinen neuen Song "Deduschka" und reflektiert darin seine persönliche jüdische Perspektive auf die Entwicklungen in Deutschland. Darüberhinaus ruft er zur Solidarität mit den Betroffenen und den Opfern des Anschlags von Halle und Hanau auf.


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    ▶Jüdische Gemeinde Halle

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    Verwendungszweck: Ben Salomo

    Homepage: https://www.jghalle.de


    ▶19. Februar Hanau e.V.- Institut für Toleranz und Zivilcourage

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    Verwendungszweck: Ben Salomo
    Homepage: https://19februar-hanau.de

  • Tja, die "Minderheiten". Die sollten doch eigentlich gar kein Problem sein.


    Auch wenn Menschen offensichtlich wohl dazu neigen, sich da niederzulassen, wo schon "Landsleute" wohnen, Mindfreak. Und dann Viertel bilden. Ist das nicht völlig ok?


    Solange die Vorurteile nicht im Vordergrund stehen, sollte die Viertelsbildung auch kein Problem sein. Letztendlich geht es gar nicht ohne Viertel. Es kommt auf die Tonlage an.


    Warum ausgerechnet die Juden seit Jahrhunderten als schwarzes Schaf herhalten müssen, kann ich auch nach Recherchen nicht nachvollziehen. An den Juden liegt es wohl eher nicht.

  • Warum ausgerechnet die Juden seit Jahrhunderten als schwarzes Schaf herhalten müssen, kann ich auch nach Recherchen nicht nachvollziehen. An den Juden liegt es wohl eher nicht.


    An wem sollte es deiner Meinung nach liegen ? Es sind Jahrtausende, in denen Juden verfolgt, getoetet oder versklavt wurden. Und das muss einen Grund haben?

    Es hat wohl mit deren Religion zu tun ? Wenn ein kleines Volk behauptet, es sei das auserwaehlte Volk Gottes, muss es bei anderen Voelkern fast zwangslaeufig Konsequenzen nach sich ziehen. Menschen, die auch an Gott glauben und ihn "verehren", muessen sich geradezu minderwertig vorkommen und sinnen deshalb auf "Vergeltung".


    Warum gerade die Juden fuer alles Negative verantwortlich gemacht werden, ist fuer klar denkende Menschen kaum nachvollziehbar.

    Die Nazis, versorgt mit Hitlers mentaler Fehlleistung, kreierten eine Vernichtungsmaschinerie, die GsD einzigartig ist.

    Wenn der Mensch verrueckt spielt, faengt es meist im Kopf an.:(:thumbdown:


  • Begegnet und bekämpft man Judenfeindlichkeit erfolgreich dadurch, dass man deren Wurzeln kennt? Ich fürchte, nein. Das wird nicht reichen.

    Als wichtigste Ursprünge gelten:


    - Religiöser und weltlicher Widerstand gegenüber den Autoritäten im alten Ägypten und Rom (Heute würde man von "zivilem Ungehorsam" der Juden sprechen)

    - Religionsmonopol der Christlichen Kirche -"allein selig machend"- und ihre aggressive "Bekehrungs"politik im MA, einschließlich Zwangstaufen, Folter und Mord

    - Systematische Ausgrenzung und Stigmatisierung aller "Ungläubigen", d.h. Nichtchristen (Juden / Muslime(Kreuzzüge) )

    - Schaffung/Behauptung eines gemeinsamen -jüdischen- "Feindes" zur Ablenkung von eigenen politischen Fehlern und Problemen

    - Klerikal-politischer Machterhalt durch Behauptung von "Gottesstrafen" (Schuldzuweisung bei Seuchen, Missernten etc) für "Mord an GottesSohn"(Luther)

    - Selbstbereicherung durch Enteignung und Pogrome


    https://de.wikipedia.org/wiki/…aismus_und_Antisemitismus


    Entscheidend ist, sich HEUTE und konkret für das Leben unserer jüdischen Mitbürger zu interessieren. Sie kennen zu lernen und MIT ihnen zu sprechen, statt über sie.  Mit ihnen zu leben und sie, wo nötig, zu verteidigen!:thumbup:

  • Dieses Jahr fiel das Purim-Fest auf den 25. / 26. Februar und in Frankfurt wurde trotz Pandemie fröhlich gefeiert. Man hatte dafür ein paar pfiffige Ideen entwickelt.

    Jüdisches Fest in Frankfurt : Purim trotz Pandemie

    • Von Alexander Gutsfeld

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    Feste feiern, wie sie fallen: Trotz Regen und Pandemie hat die Chabad-Gemeinde ein Purim-Fest organisiert – zum Durchfahren mit dem Auto. Bild: Sieber, Laila

    Wie feiert man, wenn Menschenansammlungen verboten sind? Die jüdische Chabad-Gemeinde in Frankfurt hat sich etwas einfallen lassen. Das laute und bunte Purimfest wird dieses Jahr zum Drive-in.


    Der junge Mann mit der roten Clownsperücke liest so schnell, als würde jemand die Vorspultaste drücken. Er steht unter einem weißen Zelt auf dem Parkplatz der Frankfurter Eissporthalle, in seinen Händen hält er eine Torarolle. Es ist kalt und regnerisch, aus einer Box dröhnt laute Karnevalsmusik. Um das Zelt stehen drei Autos. Der Toraschüler rezitiert aus dem Buch Esther und verschluckt dabei fast jedes Wort. Auf einmal macht er eine Pause und ruft seinen Zuhörern laut und deutlich einen Namen entgegen: „Haman.“ Aus den Autos erklingt lauter Jubel, Kinder rasseln mit ihren Ratschen. Es ist das jüdische Purimfest – und das findet dieses Jahr nicht in der Synagoge statt, sondern im Auto.

    Purim ist eines der lautesten und buntesten Feste des Judentums. An diesem Feiertag wird die Rettung der Juden vor der Vernichtung durch den persischen Regierungsbeamten Haman gefeiert. Das biblische Buch Esther berichtet, dass die jüdische Königin Esther sich beim persischen König für die Rettung ihres Volks einsetzte. Dieser schützte es und tötete Haman und seine Gehilfen. Seitdem feiern Juden diesen Tag mit einem Fest, das dem Karneval ähnelt: Es wird gegessen, getanzt, die Kinder verkleiden sich. Doch wie feiert man so, wenn Menschenansammlungen verboten sind? Die jüdische Chabad-Gemeinde in Frankfurt hat sich etwas einfallen lassen: Sie hat das Fest einfach nach draußen verlegt, an den Parkplatz der Frankfurter Eissporthalle. Das jüdische Purimfest wird dieses Jahr zum Drive-in.

    Ein ausgelassenes Fest unter Einhaltung der Hygienevorschriften

    Damit auf dem Parkplatz die nötige Festtagsstimmung aufkommt, hat die Gemeinde vier weiße Zelte aufgebaut. Vor dem ersten steht ein DJ und legt traditionelle hebräische Musik auf, unterlegt mit einem lauten Beat. Neben ihm begrüßen Männer in knallbunten, aufgeblasenen Kostümen und Perücken die Besucher. Diese fahren in ihren Autos durch die vier Zelte, in denen die Gemeindemitglieder Geschenke und Essen verteilen und um Spenden für Bedürftige in Israel bitten. Obwohl das Wetter ungemütlich ist, gelingt der jüdischen Gemeinde an diesem Tag das Unmögliche: ein ausgelassenes Fest unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen zu feiern. Tefillin für die Männer: An der vierten Station wird aus der Thora gelesen.

    Bilderstrecke Drive-in-Fest : Purim trotz Pandemie

    (FAZ)

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