Kürzlich wurde der venezolanischen Oppositionspolitikerin Machado der Friedensnobelpreis 2025 verliehen, was nicht auf ungeteilte Zustimmung stieß.
Nun hat auch Julian Assange darauf reagiert und Strafanzeige gegen die Nobelstiftung eingereicht.
17.12.2025
Assange reicht in Schweden Strafanzeige gegen Nobelstiftung ein
Hintergrund ist Verleihung des Friedensnobelpreises an Machado. Assange fordert einfrieren des Preisgeldes. Friedensnobelpreis dürfe nicht in "Instrument des Krieges verwandelt werden"
Von Silvia Clara Florez
amerika21
Julian Assange erstattet Anzeige gegen schwedische Stiftung wegen Verleihung des Friedensnobelpreises an Machado
Quelle: Julian Assange
Stockholm. Der WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat am Dienstag in Schweden eine Strafanzeige gegen die Nobelstiftung und rund 30 mit ihr verbundene Personen eingereicht. Hintergrund ist die Verleihung des Friedensnobelpreises 2025 an die venezolanische Oppositionspolitikerin María Corina Machado. Assange wirft der Stiftungsführung unter anderem schwere Untreue, Veruntreuung von Stiftungsgeldern sowie die Beihilfe zu Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.
ZitatAlles anzeigenDie Nobelstiftung ist eine schwedische Stiftung mit Sitz in Stockholm. Sie verwaltet das Vermögen Alfred Nobels und ist rechtlich für die Einhaltung seines Testaments verantwortlich. Das norwegische Nobelkomitee trifft hingegen die Auswahlentscheidung. Es ist kein Vermögensverwalter und keine Stiftung im rechtlichen Sinn. Das Komitee unterliegt norwegischem Recht.
Die Anzeige wurde parallel bei der schwedischen Wirtschaftsstaatsanwaltschaft (Ekobrottsmyndigheten) und der Einheit für Kriegsverbrechen (Krigsbrottsenheten) eingereicht. Konkret fordert Assange, die Auszahlung des mit dem Preis verbundenen Preisgeldes in Höhe von elf Millionen schwedischen Kronen (rund 1,18 Millionen US-Dollar) an Machado umgehend einzufrieren.
Zur Begründung verweist Assange auf das Testament Alfred Nobels von 1895. Darin sei klar festgelegt, dass der Friedenspreis an jene Person zu vergeben sei, die sich im zurückliegenden Jahr besonders für Völkerverständigung, Abrüstung und die Förderung des Friedens eingesetzt habe. Diese Zweckbindung gelte unabhängig von politischen Entscheidungen des norwegischen Nobelkomitees auch für die schwedischen Verwalter der Stiftungsgelder. Jede Auszahlung, die diesem Stiftungszweck widerspreche, stelle eine Veruntreuung dar.
Assange argumentiert, Machado habe wiederholt zu militärischer Intervention gegen Venezuela aufgerufen und US-amerikanische Angriffe öffentlich unterstützt. Die Preisverleihung sei zudem in eine Phase massiver militärischer Eskalation in der Karibik gefallen, die von Militäranalysten als größte US-Truppenverlegung in der Region seit Jahrzehnten beschrieben werde. Durch die Auszahlung der Preisgelder werde diese Eskalation indirekt legitimiert und finanziell begünstigt.
Die Anzeige listet mehrere öffentliche Äußerungen Machados auf, in denen sie militärische Gewalt als gerechtfertigt bezeichnet habe. Zudem verweist Assange auf Kritik zahlreicher Friedensorganisationen sowie früherer Nobelpreisträger an der Entscheidung.
Assange fordert die schwedischen Behörden auf, die Auszahlung der Mittel zu stoppen, interne Unterlagen der Nobelstiftung sicherzustellen, verantwortliche Funktionsträger zu vernehmen und den Fall gegebenenfalls an den Internationalen Strafgerichtshof zu übergeben. Der Friedensnobelpreis dürfe nicht "von einem Instrument des Friedens in ein Instrument des Krieges verwandelt werden."