Beiträge von agrippinensis

    Selten hat eine (Netflix-)Serie so viel Lorbeer geerntet, wie "Damengambit". Offenbar völlig verdient. Danke für deine Empfehlung, Heinz!


    Mir selbst kam anlässlich des Todes von Schauspielerlegende Hardy Krüger vor einigen Tagen ein alter Lieblingsfilm wieder in den Sinn: "Les dimanches de Ville d’Avray", deutscher Titel "Sonntage mit Sybill". Dieser "zarte, poetische und tieftraurige" Film lief, obwohl mit einem "Oscar" ausgezeichnet, in Deutschland nur für wenige Wochen und begegnete mir erst viel später in einem Kölner Programmkino.

    Warum auch immer, die Deutschen konnten mit diesem Film nichts anfangen. Auch in den Nachrufen auf Hardy Krüger blieb er unerwähnt und einen deutschen Trailer habe ich vergebens gesucht. In anderen Ländern hingegen wurde "Les dimanches de Ville d’Avray" mit großer Begeisterung aufgenommen. Hardy Krüger äußerte dazu in einem seiner Bücher:


    »Der Film lief in seinen Uraufführungstheatern lange. In Paris blieb er für neun Monate im gleichen Kino, in London sechs, in Johannesburg acht, in Tokio ein Jahr, in New York ein Jahr und in Los Angeles ebenso. Nur in Deutschland war es anders. In den deutschen Kinos war der Erfolg gering. In Berlin lief ›Sonntage mit Sybill‹ vierzehn Tage. In anderen deutschen Städten wurde er nach einer Woche abgesetzt. Es ist mir nie gelungen, den Misserfolg im eigenen Land meinen Freunden […] zu deuten.«


    Tja, für die Nachkriegsdeutschen musste Hardy Krüger wohl als strahlend juveniler Liebhaber auftreten. Oder als der (Kriegs-)Held, mit dem man Siege und teutonisch-attraktive Männlichkeit assoziierte - viel Krachbumm inklusive.

    Dagegen entsprach ein kaputter, vom Indochinakrieg traumatisierter Kerl, der einer abgeschobenen, einsamen Halbwaise begegnet und mit dieser 12-Jährigen märchengleiche Sonntage erlebt und gestaltet, wohl ganz und gar nicht dem, was das deutsche Publikum von "seinem" Hardy erwartete und sehen wollte.


    Zum Inhalt:

    (Zitat aus: filmtipp)



    Der Streifen ist voll von kleinen, stillen Momenten der Magie des Alltags. Allein, der böswillige Außenblick der Erwachsenen besudelt und zerstört die zärtliche Freundschaft. Gewiss ist "Les dimanches de Ville d’Avray" aus heutiger Sicht kein einfacher Film, im Jahr 1962 dachte man sich bei dieser histoire d’amour nichts Schmutziges.


    Sonntage mit Sybill

    https://fr.wikipedia.org/wiki/…anches_de_Ville-d%27Avray

    Originaltitel: Les dimanches de Ville d’Avray;

    Regie: Serge Bourguignon;

    Drehbuch: Serge Bourguignon, Antoine Tudal, Bernard Eschassériaux;

    Kamera: Henri Decaë;

    Musik: Maurice Jarre;

    Darsteller: Hardy Krüger, Patricia Gozzi, Nicole Courcel, Daniel Ivernel, André Oumansky.

    Frankreich/Österreich 1962

    (als DVD bei amazon erhältlich)

    Ich zitiere mich mal selbst:


    Nicht mehr lange, dann beendet der ehrenwerte Kardinal Woelki seine Auszeit 'zum Nachdenken' und kehrt ins Kölner Erzbistum zurück.

    Sollte er seine dortige Arbeit anstandslos (höhö, Wortspiel) wieder aufnehmen dürfen, kann er sich von nun an auf den höchsten aller kirchlichen Würdenträger berufen ...


    2022%2001%2021%20Ex-Papst_luegt.jpg

    (Harm Bengen)


    Karikatur vom 20.01.2022

    (Klaus Stuttmann)

    Farina

    Dieser Familienname klingt nicht nur schön, er sagt auch jedem und jeder Kölschen etwas. Sogar weit über die Grenzen Kölns ist er berühmt. Schließlich steht "Farina" für die Erfindung des "Eau de Cologne" und seine Nachahmung und Fortentwicklung weltweit.


    Farina, älteste Parfumfabrik der Welt, ist in Köln eine Institution, https://www.ausliebezumduft.de/duefte/farina.html .

    Die Firmengeschichte liest sich wie eine spannende Abenteuerreise durch Europa und die 'feine Gesellschaft'. Und wer sich in Paris im Duftmuseum der Traditionsmarke Fragonard umschaut, wird dort auf einen großen Originalflakon des Kölner Vorbildes stoßen.


    Natürlich lässt das Haus Farina es sich nicht nehmen, selber ein Duftmuseum zu unterhalten. Dessen Leitung übernahm für viele Jahre Tina Farina, die auch eine eigene Parfumlinie mit Düften speziell für jedes Sternzeichen entwickelt hat.
    Die Schmuck-Kollektion unter ihrem Namen gab man leider
    auf, ebenso die aus Seide gefertigten 'Jahreszeit-Farbtypen'-Accessoires.


    Tina Farina Design ▷ Parfümerien in Köln Altstadt-Nord - Öffnungszeiten


    tina-farina.jpg


    Nun ist Tina Farina im Alter von 88 Jahren verstorben.


    Der Kölner Stadtanzeiger widmet ihr einen Nachruf.

    Habt ihr es mitbekommen?

    Emmanuel Macron hat beschlossen, die Impfunwilligen unter seinen Landsleuten so lange zu bearbeiten, bis sie sich umentscheiden. Na und, könnte man sagen.

    Aber Monsieur le Président hat für seine Strategie eine Vokabel benutzt, die als zumindest unüblich im präsidialen Wortschatz betrachtet werden darf:

    Es geht um das Verb "emmerder".

    Zitat

    »Les non-vaccinés, j'ai très envie de les emmerder. Et donc on va continuer de le faire, jusqu'au bout. C'est ça, la stratégie.«


    La "merde" bedeutet "Scheiße" und ist bekanntlich ein häufig gebrauchtes Schimpfwort, auch in Frankreich.

    Aber "emmerder" ist nicht dasselbe wie "anscheißen".


    Im Deutschen gibt es einfach keine adäquate Übersetzung. Was uns Pons, Langenscheidt, Google, DeepL etc. anbieten, ist allenfalls ein kläglicher wullewulle-Euphemismus.

    "ärgern", "nerven" "provozieren" u.ä.m. ... ? viel zu harmlos.

    "auf den Sack/die Eier gehen" ... ? aufs männliche Geschlecht beschränkt.


    Finden wir uns damit ab, dass die deutsche Sprache uns hier völlig im Stich lässt.

    Einfach emmerdant!;)

    Na endlich! möchte man ausrufen.

    Der Verlag KiWi hat einen Böll-Band herausgebracht, der sich diesmal nicht der Prosa des Nobelpreisträgers widmet sondern sich ausschließlich auf seine Gedichte konzentriert.


    Nach den Rezensionen, die ich bisher lesen konnte, scheint auch "Ein Jahr hat keine Zeit" genau den Böll zu zeigen, den ich schon als Schülerin bewundert hatte.


    Die hiesige Veedelsbuchhändlerin wird's freuen ... ;)



    Klappentext des Verlags:

    "Ein Jahr hat keine Zeit

    Gedichte

    »Herr Hauptmann, ach, o halten Sie doch jetzt die Fresse, in diesem Augenblick ertrag’ ich Unsinn nicht!« – Heinrich Bölls lyrisches Werk.


    Wenn man an Heinrich Böll denkt, denkt man an Prosa. Und doch hat er zeitlebens auch Lyrik geschrieben, von den jungen Jahren an bis ins hohe Alter. Die Gedichte sind kein Nebenprodukt seines Schreibens, sondern wichtiger Werkbestandteil. Diese bibliophile Ausgabe macht sie zum ersten Mal sorgsam ediert verfügbar. Böll als Lyriker entdecken, heißt, einen Autor in seiner Stimmfindung erleben. Angefangen bei den ersten lyrischen Gehversuchen, in denen deutlich sein früher Lektürekanon mitschwingt (und sich alles ordentlich reimt!), über freie Klangexperimente wie dem Gedicht »Preußentum« (1938), das seinen Gegenstand in eine absurd-militaristische Lautfolge zerlegt – »Ra Ta, / Tra Ra / Ra Ta Ta! […] Romm, Bomm, Bomm …« – bis zu den späteren Texten, aus denen ein Böll spricht, den man im Ohr zu haben meint: mit all seinem warmen und doch immer scharfzüngigen Humor, seiner gelassenen Menschenfreundlichkeit, seiner politischen Wachsamkeit.


    Die Veröffentlichung einer so umfassenden Auswahl mit teils unveröffentlichtem Material ist eine Premiere. Und ein Geschenk für alle, die Böll bereits gut kennen oder auch über die kurze Form neu kennenlernen möchten. "


    41yXvq0%2B4VS._SR600%2C315_PIWhiteStrip%2CBottomLeft%2C0%2C35_SCLZZZZZZZ_FMpng_BG255%2C255%2C255.jpg

    Heinrich Böll: Ein Jahr hat keine Zeit. Gedichte.

    Hrsg. v. René Böll, Gabriele Ewenz, Jochen Schubert.

    Kiepenheuer & Witsch, Köln 2021. 188 S., 20 Euro.

    4da8ef549c2d469a84d65c44995b8f05

    Wer sie noch nicht kennt, sollte sie unbedingt anschauen. Beeindruckend, diese ...

    "Milieukrippe in Köln : Üch eß der Heiland jebore

    Mit Impfpass: Die Figur des Nichtsesshaften in der Milieukrippe von St. Maria weiß, worauf es in der Pandemie ankommt. Bild: Stefan Finger


    In der alten romanischen Schifferkirche St. Maria in Lyskirchen greift die Krippe gegenwärtige Figuren auf. Dabei geht es nicht um Rührseligkeit – sondern darum, das Jahr zu spiegeln, wie es war.


    Unter den zahllosen Spielarten des kölschen Brauchtums ist der „Kreppchensjang“ (Krippengang) außerhalb der Stadtgrenzen nicht die bekannteste. Aber für den Kölner nach oder auch vor dem Karneval die schönste. Oft schon vom ersten Adventssonntag an stehen bis zum Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar die Türen der Kirchen offen, damit sich Jung und Alt, Arm und Reich, Kölsche und „Imis“ aufs Neue von dem Geschehen der Weihnacht berühren lassen. Denn dass Gott Mensch geworden ist, soll kein einmaliges Geschehen sein, das sich vor mehr als 2000 Jahren an einem fernen Ort zugetragen hat. „So wahr das ist, dass Gott Mensch geworden ist, so wahr ist der Mensch Gott geworden“, lehrte einst der Dominikanermönch Meister Eckart. Seine theologische Ausbildung hatte der aus der Nähe von Erfurt stammende Mystiker im 13. Jahrhundert wohl im Studium Generale seines Ordens im Zentrum des „Hillije Kölle“ erhalten. Heute laden in einem Radius von wenigen Kilometern um den Kölner Dom dutzende Krippen dazu ein, sich den ersten Teil der Weihnachtsbotschaft vor Augen führen zu lassen: „Üch eß der Heiland jebore“ – Euch ist der Heiland geboren.


    Mit „Üch“ gemeint sind indes nicht alleine die Flaneure, die an den Advents- und Weihnachtstagen von Kirche zu Kirche schlendern. Manch eine Krippe will über die szenische Vergegenwärtigung der Vergangenheit die Lebenswelt der Betrachter durchdringen und den Blick weiten für die „Anderen“ – allen voran die Krippe in der alten romanischen Schifferkirche St. Maria in Lyskirchen.


    Angefangen hatte alles mit Pfarrer Gottfried Kirsch. Er hatte in den Achtzigerjahren die Idee, Maria, Josef und das neugeborene Kind in der Krippe nicht mit den Menschen und Tieren alleine zu lassen, die sich in den Weihnachtsgeschichten des Matthäus- und Lukasevangeliums um sie versammeln (Markus und Johannes, die beiden anderen Evangelisten, kommen ohne Geburt und Kindheit Jesu aus). Nach und nach tauchten vor der kunstvoll gestalteten Kulisse des Kölner Rheinauhafens mit den Speicherhäusern und dem Malakoffturm allerlei Gestalten auf, „Lück wie Ich un Du“. Denn vornehm ging es in engen Gassen rund um Maria Lyskirchen niemals zu. „Rhingroller“ verdingten sich im Hafen als Tagelöhner. Rund um die Nächelsgasse befand sich bis zum Bau der Severins­brücke 1956 Kölns größtes Rotlichtviertel. Ein Matrose musste also ebenso seinen Platz an der Krippe finden wie ein leichtes Mädchen. „Richtet nicht, dass ihr nicht gerichtet werdet“, heißt es im Evangelium.


    Nicht fehlen durften auch die Franziskanerinnen aus der nahen Holzgasse, die sich ohne Ansehen der Person der Kinder aus diesem „Veedel“ (Stadtviertel) annahmen, wie auch der Polizist in preußischer Uniform, der einst im Hafenviertel für Recht und Ordnung sorgte und auch im Kölner Hänneschen-Theater in der Figur des „Schnäuzerkowski“ unentbehrlich geworden ist. Und dann ist da noch das Tanzpaar der „Goldenen Lyskirche Hellije Knäächte und Mägde“, der ältesten Traditionstanzgruppe des Kölner Karnevals. Der Verein geht auf die Knechte und Mägde zurück, die einst auf den Feldern der Kappesboore (Kohlbauern) am Rheinufer schufteten und bei den Prozessionen die Heiligenfiguren aus den Kirchen und Klöstern durch die Stadt trugen. Bis vor einigen Jahren waren Mitglieder des Tanzkorps zugegen, wenn in St. Maria in Lyskirchen die Fronleichnamsprozession stattfand. Heute sind sie noch immer in der Domprozession zu sehen. Undenkbar, dass sie in ihren Biedermeiertrachten an der Krippe fehlen könnten.


    Mit rheinischer Rührseligkeit hat das nichts zu tun, weder zu Lebzeiten von Pfarrer Kirsch, der 1996 starb, noch in den Jahren seither, in denen sich Benjamin Marx, ein Kölscher mit saarländischem Migrationshintergrund, und der Caritas-Pfarrer Matthias Schnegg der Milieukrippe annehmen. Die Krippe spiegelt Jahr für Jahr, was sich in der Welt im Kleinen wie im Großen verändert, im Guten wie im Schlechten. Schon lange nicht mehr wegzudenken aus der Krippe ist der Junkie, den es jedes Jahr aus der Notschlafstelle an der Viktoriastraße in die Gassen des ehemaligen Hafenviertels zieht, wie auch der Nichtsesshafte. Wer es von ihnen nicht nur in der Kirche ein wenig warm haben will, der findet in der nahe­gelegenen Annostraße einen Platz.


    Crina heißt ein Mädchen, das Marx als Projektentwickler der katholischen Aachener Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft im Jahr 2011 in der von ihm initiierten Roma-Wohnanlage in der Harzer Straße in Berlin-Neukölln kennenlernte. Auch sie ist aus der Krippenszene nicht mehr wegzudenken, obwohl sie im wirklichen Leben mittlerweile Medizin studiert. Eine kindliche Holzfigur, in Köln geschnitzt und von Roma-Frauen in Berlin angekleidet, hält die Gesichtszüge des Mädchens fest, das Crina einmal war. Und dann ist da noch David, ein Flüchtling aus Eritrea, dessen christliche Familie, wie Benjamin Marx erzählt, zusammen mit anderen Gläubigen in einen Container gesperrt wurde und so in sengender Hitze ums Leben kam.

    2015/16 lasen die Krippenfiguren in einer Miniaturausgabe der F.A.Z., was sich hinter dem Schlagwort Flüchtlingskrise verbarg. David aber trug das Jesuskind in seinen Händen und legte es in Marias Arme. Heute steht der dunkelhäutige Mann auf einem Podest mitten in der Kirche und hat – wie bei seiner Ankunft in Deutschland – ein Mobiltelefon in der Hand.

    Auch Gottesdienstbesucher werden Teil der Krippe

    Coronabedingt haben Marx, der Psychologe, und Schnegg, der Pfarrer, schon im Vorjahr das Konzept aufgeben, die Krippe wie seit Urzeiten an einem einzigen Ort aufzubauen, vor dem Betrachter eng an eng stehen. Statt dessen sind die Figuren über den ganzen Kirchenraum verteilt und verwandeln Maria Lyskirchen in eine einzige große Krippenszene. Und wenn Gottesdienstbesucher und nicht nur sie sich neben David oder Crina setzen, wird jede und jeder unwillkürlich selbst zum Teil des Weihnachtsgeschehens – „wie die Hirten, denen die Engel die Frohe Botschaft verkünden“, sagt Marx.


    Doch wie lautet diese Botschaft in Corona-Zeiten? Der römische Volkszähler, der in gewöhnlichen Jahren die Juden in Steuerlisten einträgt, hat in diesem Jahr eine lange Schlange von Figuren vor sich, die nach der Corona-Impfung darauf warten, dass der Mann in der Toga ihnen den safrangelben Impfpass aushändigt. Angeführt wird die Schlange von einer Frau im Schottenkarotuch. Es ist Marlene Färber, sie starb auf dem Rückweg von der Beerdigung eines anderen Mitglieds des Kirchenchors in der Straßenbahn eines plötzlichen Todes. Geimpft ist auch schon das Mädchen aus der Nächelsjass, anders als drei finstere Männergestalten, die sich wie festgemauert an der gegenüberliegenden Wand entlangdrücken. Irme Müller-Hermann, kölsches Original aus dem „Vringsveedel“ (Severinsviertel), ist indes mit dem Impfpass in der Hand auf dem Weg zur Krippe. „Ich bin evangelisch und in der SPD, aber bei der Krippe werde ich fromm“, sagte sie stolz. Als sie im Alter von 90 Jahren starb, hatte sie die meisten der älteren Krippenfiguren eingekleidet.


    Darüber, dass beim Impfen nichts schiefgeht, wacht der jüdische Apotheker aus der Rheingasse. Nur wenige hundert Meter von seiner Glockenapotheke entfernt wurde in den Zwanzigerjahren der „Westdeutsche Beobachter“ gedruckt – ein Kampfblatt der Nationalsozialisten. Der Apotheker und seine Familie wussten, was auf sie zukommen würde, und emigrierten rechtzeitig nach Schweden. Der Sohn hat den Vater an der Krippe in Maria Lyskirchen längst wiedererkannt.


    Wie verhängnisvoll der Antisemitismus noch immer in den Alltag hineinragt, lässt sich an jedem 27. Januar sehen. Alle Krippenfiguren, die Menschen jüdischer Abstammung oder jüdischen Glaubens darstellen, tragen am Internationalen Holocaust-Gedenktag einen gelben Davidstern, Maria und Josef einschlossen. Am 27. Dezember aber, dem Fest der Unschuldigen Kinder, regnet es rote Rosenblätter. Sie sollen an die Millionen Kinder erinnern, die jedes Jahr Opfer von Krieg und Gewalt werden.

    Während die Glocken zum Abendgottesdienst rufen und Jung und Alt, Arm und Reich, Kölsche und „Imis“ in der Kirche verschwinden, fällt im Gespräch mit Benjamin Marx das Wort Missbrauch. Und er berichtet von „rechten Christen“, die sich über die Krippenfiguren und ihre Botschaft empören. Ob sie darüber nachdenken, was das heißt: Üch eß der Heiland jebore?"


    Quelle: F.A.Z.


    https://www.krippe-online.de/die-krippe-2013-2014/