Beiträge von Richmodis

    Auch wenn Du fromme Leute in der Regel eher mit herabwürdigenden Ausdrücken charakterisierst, dürften Dir als gebildetem Lama zahlreiche Bezeichnungen für "fromme" Leute bekannt sein.


    Eine dieser Bezeichnungen ist Teil meines Namens. Der andere Teil kennzeichnet mich als "scharf".

    Der Name wird deutsch gebraucht und deutsch ausgesprochen.

    Meine Heilkraft ist vielfältig. Ich helfe u. a. gegen Erkältungen, Bakterien und Pilze.


    Viele benutzen mich auch zum Würzen, weil ich dem Essen Schärfe verleihe.

    Ja, meine Blüte ist besonders schön und leuchtend.


    Dem Namen nach bin ich scheinbar fromm und scharf, doch hängt die fromme Bezeichnung eher mit meiner Blütenform zusammen.


    Man findet mich auch in Klostergärten, denn man spricht mir Heilkraft zu.

    Es ist ganz natürlich für einen Menschen mit Verstand sich essentielle Fragen zu seinem Dasein zu stellen und in Ermangelung faktischer Antworten diese mit Kreativität zu beantworten.

    Da stimme ich Dir voll zu.


    Wie arm wären unsere Welt und ihre vielfältigen Kulturen, wenn die Menschen nicht immer wieder Antworten in Gedanken, Worten, Bildern, Märchen, Sagen, Bauten, Musik u. u. u. gegeben hätten.

    Trotzdem habe ich zu diesem Satz noch eine Frage: Zumindest bei den Evangelen gibt es immer noch den Buße- und Bet-Tag. Der passt dann nicht so ganz in die Theorie, oder? Ich bin nicht so vertraut mit der protestantischen Glaubensausrichtung, aber auf Wiki steht dazu:

    Stimmt!

    Den zweiten Teil des Kirchenjahres habe ich verkürzt wiedergegeben, denn Du fragtest ja nach der Datierung von Fronleichnam.

    Dabei bin ich nur von dem katholischen Kirchenjahr ausgegangen.


    Wenn Du den Wiki-Artikel weiter gelesen hättest, hättest Du gefunden, dass der Buß- und Bettag eine Setzung des 19. Jahrhunderts ist.

    Seit der Reformation galt in Deutschland für einige Zeit die unselige Regel "cuius regio, eius religio" - wer regiert, bestimmt die Konfession - was dazu führte, dass in manchen Ländern die Bürger häufiger die Konfession wechseln mussten, weil gerade mal wieder ein evangelischer Fürst eine katholische Frau geheiratet hatte und aus machtpolitischen Gründen katholisch wurde oder umgekehrt.

    Als im 19. Jh. die Macht Preußens in Deutschland bis zur Kaiserkrönung 1871 zunahm, meldeten die evangelischen Kirchen einen Anspruch auf einen eigenen Bußtag an, der in der katholischen Kirche in verschiedenen Regionen an unterschiedlichen Daten gefeiert wurde.

    Die zentralistische Setzung auf den Mittwoch vor Toten- oder Ewigkeitssonntag hat sich nie wirklich deutschlandweit durchgesetzt.

    Wie das Reformationsfest am 31. Oktober blieb es ein evangelischer Feiertag.

    Heute müssen die Bundesländer die Zahl ihrer Festtage angleichen. So wird in überwiegend katholischen Ländern am 15. August Mariä Himmelfahrt gefeiert, in überwiegend evangelischen Ländern feiert man nicht Allerheiligen, dafür aber das Reformationsfest oder den Buß- und Bettag.


    Zum Glück geht das heute alles friedlich.

    Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo am Rhein - nicht nur in Köln - die Katholiken an Buß- und Bettag demonstrativ die Schuhe vor der Haustür putzten oder trotz Frost die Wäsche nach draußen hängten und umgekehrt die Evangelischen an Fronleichnam genauso handelten.;)

    statt wie in Frankreich mit dem lokalen Widerstand zusammen zu arbeiten. Die Protestanten sind also schuld!

    Gehört zwar nicht in diesen Thread, aber der historischen Genauigkeit halber:


    Leider hat auch Frankreich unter den unbedarften "Protestanten" ;) gelitten.

    Frag mal die Bürger von Royan an der Gironde.

    Ihre Stadt ist nicht die einzige französische Stadt, die von den Amerikanern 1945 zum großen Teil durch Bomben ausgelöscht wurde, nur weil man dort noch einige Deutsche vermutete.

    Und? Was hat das mit der Datierung von Fronleichnam zu tun?:/


    Oder mit dem Thread "Köln - du ming Stadt"?

    Höchstens so viel, dass Köln ohne die "idiotischen und primitiven Gläubigen" heute wohl ganz anders aussähe.:P

    Manchmal stößt man beim Stöbern ganz unerwartet auf kleine Schätze.:)

    Kindheit am Rhein

    Danke für den Fund, der viele Kindheitserinnerungen wach ruft.:)


    Auch die Erinnerung an die Mülheimer Gottestracht Fronleichnam 1949, wo ich zum ersten Mal einen wesentlichen Unterschied zwischen Katholiken und Evangelischen wahrnahm.
    Vielleicht hilft Heinz K der folgende, schon etwas betagte Link, der Fronleichnam aus evangelischer Sicht kommentiert.

    https://www.kirche-koeln.de/ke…ses-fronleichnam-brauchs/


    Fonleichnam als Fest lässt sich nur indirekt auf das letzte Abendmahl an Gründonnerstag zurückführen.

    Als Fest setzt es den Glauben voraus, dass dieser Jesus, der mit seinen Jüngern am Donnerstag zu Abend aß, am Karfreitag gekreuzigt wurde, Ostern auferstanden und 40 Tage später gen Himmel gefahren ist und dass Gott in Jesus Mensch geworden ist.

    Dieser Glaube soll Pfingsten, also fünfzig Tage nach Ostern begründet worden sein, wie Heinz K richtig und ironisch darstellt .

    Darauf folgt Pfingsten, wo uns der heilige Geist erscheint und mit flambierter Taubenkacke segnet.

    Wenn wir das christliche Kirchenjahr verfolgen, so beginnt es mit dem ersten Advent und der Vorfreude auf Jesu Geburt zu Weihnachten. (In der Kirchengeschichte ist es übrigens das zuletzt entstandene große Fest nach Ostern und Pfingsten. - Wie bei allen Religionsgründern hat man zunächst der wesentlichen Dinge gedacht und dann erst gefragt, wann der Gründer geboren ist.)

    Die Gedenktage an Jesu Leben, Sterben, Auferstehung und Himmelfahrt folgen.

    Pfingsten ist der "Gründungstag" der christlichen Gemeinde, die nun auf den Heiligen Geist und sich selbst angewiesen ist.

    Nach evangelisch-lutherischer Überzeugung teilt sich Gott in der Geschichte nach Ostern säkular nur durch Menschen mit, die den Heiligen Geist erfahren haben und in ihrem Handeln und Reden erlebbar machen. Deshalb hat der Pfarrer auch nicht wie nach katholischer Überzeugung der Priester die Macht, Brot und Wein in Leib und Blut zu verwandeln.

    Das ist die Grundlage für das Fronleichnamsfest zehn Tage nach Pfingsten. An einem Donnerstag wie beim originalen Abendmahl, nur aus dem Glauben heraus, dass der Priester Brot und Wein in Fleisch und Blut des geglaubten Christus verwandeln kann, tragen die Gläubigen das "verwandelte Brot" in einer Monstranz in die Natur und in die Städte - und auf den Rhein;) und verkünden so ihren Glauben und bitten um Gottes Segen für ihr Handeln in der Welt.

    Alle folgenden Feiertage im Kirchenjahr bis zum ersten Advent beziehen sich auf Menschen, die ihren Glauben gelebt haben und die deshalb "heilig" gesprochen wurden.


    H zum Zweiten


    Hildesheim statt Hawaii


    Hannover kenne ich kaum, gerade mal das Opernhaus. Aber Schloss Herrenhausen mit seinem Park soll sehr eindrucksvoll sein.

    Wenn man genug von Hannover gesehen hat, lohnt sich ein Besuch im nicht weit entfernten Hildesheim - für Liebhaber der Romanik ein Muss. Drei eindrucksvolle Kirchen bzw. ein Dom mit sagenhaftem Innenleben.

    Das relativ neue Dom-Museum und das Roemer- und Pelezaeus-Museum mit interessanten Exponaten und aufregender Architektur entschädigen für jeden Regentag in Hildesheim.

    Ähnlich wie in Frankfurt kann man sich auch in Hildesheim mit dem Gedanken auseinandersetzen, wie es ist, wenn die Bürger ihre Nachkriegsinnenstadt niederreißen lassen und wieder so aufbauen, wie sie vor dem Krieg ausgesehen hat.


    https://www.hildesheim.de/tour…gkeiten-und-freizeit.html