Beiträge von escape

    Ja, Metaphern sind abstrakt, sie stellen eine Verbindung zwischen Begriffen aus unterschiedlichen Zusammenhängen her, die ursprünglich nichts miteinander zu tun hatten.

    Dass man sie trotzdem versteht, spricht für die "Macht" der Sprache:)

    Es muss zumindest in anderen Kulturräumen bekannt gewesen sein.
    Ich denke auch dass die alten Griechen in der Malerei bereits Azurit kannten.

    Eindeutig ja und es muss auch ein Wort für die Farbe gegeben haben.

    Totenmaske von Tutanchamun


    In antiken und frühmittelalterlichen Texten kommt aber die Farbe Blau nicht vor ...

    Für mich bleibt die Farbe "geheimnisvoll";)


    Jetzt hab ich viel über Farben gelernt, besonders über das von Vielen geliebte Blau.


    Ich wusste nicht, dass es bei Homer noch kein Blau gab, der Himmel sich lange zwischen rot, weiß und golden "bewegte".


    Obwohl jeder Mensch die Rezeptoren hat, um "blau" zu sehen, hat man es glatt übersehen, es hatte keine Bedeutung ... es fehlte das Wort dazu.

    Das kam erst, als der Mensch begann, Blautöne mühsam selbst herzustellen.


    Es zeigt, wie wichtig Sprache für unsere Weltsicht ist


    Blau finde ich ebenfalls beeindruckend. Vor allem dann, wenn man mit einem entsprechenden Auge davon gekommen ist.

    Na ja, blaue Augen gefallen mir noch besser ohne Hämatom;)



    Unabhängig von der wissenschaftlichen Grundlage bleiben aber Magie und Symbolcharakter von Farben.


    Wir nehmen Symbole, speziell Farbsymbole, unterschiedlich wahr ... möglicherweise gibt es aber doch eine gemeinsame Grundlage?

    "Eindeutig" werden Farbsymbole -wenn überhaupt- erst im Text- oder Situationszusammenhang ...


    Signalfarbe Rot : Frau im roten Outfit?? In jeden Fall erhält sie Aufmerksamkeit;)


    In der Literatur werden oft Symbole, auch Farbsymbole eingesetzt.

    Es gibt eine Kurzgeschichte, der Titel fällt mir noch ein, da stolpert ein junges Mädchen in den Garten, mit cognacfarbenen Haaren.


    Das ist kein Zufall, aber nicht jeder Leser erkennt es.

    Mai Thi Nguyen-Kim ist nicht nur eine souveräne Wissenschaftlerin, sie kann auch verständlich erklären.:thumbup:


    Zuletzt schwirrte mir allerdings etwas der Kopf: ich hab das Prinzip wohl verstanden, aber alles mit eigenen Worten wiedergeben müssen? Lieber nicht.