Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad

  • Haben wir doch alle vergnügt gesungen, oder nicht?

    Es ist ein Auseinandersetzung mit dem Absurden.

    Der WDR hat jetzt ein Satire-Video eingestellt, in dem die Oma nicht mehr Motorrad fährt, sondern Flugreisen und Kreuzfahrten unternimmt. Außerdem wird sie nicht als "patente" Frau bezeichnet, sondern als "Umweltsau".
    Gut, das klingt nicht nett -sollte es ja wohl auch nicht sein- Man hätte auch sagen können: an die Umwelt denkt sie dann nicht ...

    Aber jetzt der Hype: der WDR macht eine Sondersendung, weil die Hörer einen Shitstorm losgetreten haben, selbst Tom Buroh wird vom Krankenbett seines Vaters zugeschaltet. Geht's noch??

    Ein kleiner Satire-Spot, der offensichtlich den Nerv getroffen hat, oder eine ungeheuerliche Beleidigung?

    Der Unterschied liegt wohl darin, dass nie eine Oma mit dem Motorrad durch den Hühnerstall gefahren ist, andererseits machen aber viele Omas und Opas tatsächlich Flugreisen und erfreuen sich an Kreuzfahrten. Da hört dann der Spaß auf für die Satiriker.

  • Zitat

    Da hört dann der Spaß auf für die Satiriker.

    Ob's die "Satiriker" wirklich stört?


    Ich befürchte eher, dass ein Heer deutscher (TV-)Spaßvögel sich dankbar auf die Vorlage stürzen wird. Schon jetzt scheinen selbst als 'seriös' geltende Blätter darin zu wetteifern, dieses leider saumäßig aufgebrezelte "Oma"-Liedchen zu promoten. Eine Satire? Nö. Allenfalls kritische Spöttelei, garniert mit einem 'Kraftausdruck'. :rolleyes:
    Dennoch: Gewaltiges Rauschen im Medienblätterwald, und das soziale Netz legt Lunten.


    Da empört sich auch Armin Laschet, der christliche Landesvater NRW, und sieht "Grenzen des Stils überschritten". Konstatiert, Jung gegen Alt zu "instrumentalisieren" sei "nicht akzeptabel.".
    Und der vom Shitstorm aufgeschreckte WDR-Chef Tom Buhrow entblödet sich wahrhaftig nicht, seinen kranken Vater sehr wohl zu instrumentalisieren und - quasi von dessen Klinikbett aus - tiefe Betroffenheit und die Bitte um Vergebung in die flugs herbeigeschafften TV-Kameras zu sonoren.
    .
    Habe ich eine Meldung verpasst, oder ist es richtig, dass diese Herren sich nie empörten, wenn der ARD Haus-"Satiriker", Herr Nuhr, seine Flachwitz-Kanonaden gegen die gerade mal 17jährige Greta Thunberg und die von ihr initiierte Umweltbewegung abfeuerte?
    Nu(h)r Satire, die "alles darf"?



    Wann begreifen die so genannten "Satiriker" endlich, dass SATIRE stets von unten nach oben gerichtet ist, nicht(!) umgekehrt?!
    Das würde allerdings erfordern, selber ein provokantes Liedchen über die wirklichen Umweltsäue(!) verfassen zu müssen ... Wieviel bequemer ist da doch das simple -man kann auch sagen:billige- Vorführen der Schwächeren. :thumbdown:



    Zur Info, bevor der WDR seine Mediathek putzt :

  • Ausgerechnet "Oma", ist man versucht zu stöhnen, angesichts dieses "Satire"-Trallala des WDR.


    Wohl noch nix von "Omas for Future" gehört und gelesen?
    Dann wird's Zeit!


    .

    (Welt.de)


    ;)

  • Heute fanden sich, wie schon am letzten Samstag, Demonstranten unweit des Kölner WDR-Gebäude ein, um den "respektlosen" Umgang mit ihren(?) Omas zu beklagen. Diese seien "Trümmerfrauen" gewesen und keine Umweltsäue. Aha.



    Ob's denn überhaupt die Zielgruppe der ca 10jährigen Chorkinder war, darf getrost bezweifelt werden.
    .
    Insgesamt hatte das ca drei Dutzend Menschen zählende Häuflein der Empörer eine wilde Mischung im Angebot: Fahnen und Parolen, Gesänge -natürlich doitsch und vor allem laut- und sogar ein gelbes Westchen, à la Protestbewegung der "Gilet Jaunes". Oma-Verteidiger 'international', sozusagen. 8o
    Und wo man grad schon mal vor Ort ist und der WDR ohnehin so ein Dreck-Sender, kann man doch auch gleich noch die GEZ als "Diebstahl" schmähen.



    Ojottojott, schade, dass meine Omma nicht mehr dabei sein kann. Die hätte diesen Empörern mal was vom "Hühnerstall" erzählt. :D




    Großdemonstration gegen eine Veranstaltung rechter Gruppen gegen WDR und GEZ. © picture alliance/Roberto Pfeil / FR


    .


    Ach, nicht, dass ich's vergesse:
    Laut „Köln gegen rechts“ waren auch ca. 2000 Gegendemonstranten vor Ort. Und Vertreter*innen von Verdi, der DJV und dem WDR seien auf der Kundgebung mit Redebeiträgen vertreten gewesen.:)

  • Da ist es dem WDR tatsächlich gelungen, mit einem kleinen durchschnittlichen Satire-Spot -die hauen täglich Ähnliches raus, eine Diskussion anzustoßen.


    Hätte Tom Buroh mal nachgedacht, bevor er vom Krankenbett des Vaters! emotional reagiert hat. Hat er keine Berater?


    Die Diskussion zeigt, dass da einiges aus dem Ruder gelaufen ist. Man hat denen Raum gegeben, die aus ganz rechter Ecke kommen :thumbdown:

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