Jüdisches Leben in Deutschland

  • "Wir"? Leeven Heinz, sprich für dich! Den Wortlaut hatte ich deutlich als Zitat des LVR gekennzeichnet.8)



    Habt ihr es mitbekommen?
    Ein Mitglied der Kölner Synagogengemeinde findet in der KVB Handzettel mit antisemitischem Inhalt und prangert das Ganze auf Twitter an. Dabei veröffentlicht er auch die Quelle seiner Empörung im vollen Wortlaut und muss sich anschließend anhören, er(!) habe sich der "Volksverhetzung" schuldig gemacht.


    (JA)


    Inzwischen hat man die Absurdität der Beschuldigung erkannt und die Ermittlung gegen Samuel Ahren eingestellt.

  • Exkurs

    Jemanden FÜR Rassismus und Antisemitismus zu sensibilisieren bedeutet, ihn zu befähigen, diese überhaupt als solche zu erkennen. Also ein Gespür daFÜR zu entwickeln.

    Jemanden GEGEN Rassismus und Antisemitismus zu sensibilisieren ist der Folgeschritt und bedeutet, sich GEGEN Rassismus und Antisemitismus zu positionieren.


    Damit Jemand GEGEN etwas sensibilisiert ist, muss er also erst daFÜR sensibilisiert worden sein.

    Das Ergebnis ist in beiden Fällen das Bemühen, Rassismus und Antisemitismus zu bekämpfen.


    Hast du auch etwas zum Thema beizutragen?:/
    Falls nein, schlage ich vor solch allgemein semantisch/sprachliche Fragen an anderer Stelle, z.B. bei "Dies und Das" zu erörtern.

  • Jemanden GEGEN Rassismus und Antisemitismus zu sensibilisieren ist der Folgeschritt und bedeutet, sich GEGEN Rassismus und Antisemitismus zu positionieren.

    Well, dann habe ich einen Schritt weiter gedacht. Und genau das, wie Du es erklaertest, hat bei mir Prioritaet. Wenn mich jemand gegen das Klauen und Betruegen sensibilisiert, moechte er, dass ich mich dagegen positioniere. So MEIN Verstaendnis.


    Ich moechte es deshalb genau wissen, weil ich hier im wilden Venezuela Deutsch unterrichte. Und wenn die solche Saetze lesen, fragen sie mich natuerlich, was die zu bedeuten haben. Hinzu kommt, dass ich nicht nur die Sprache den interessierten Studenten vermittle, sondern auch die deutsche Kultur und geschichtlichen Ereignisse.


    Um Missverstaendnissen vorzubeugen, haette man:


    "Er hofft, Menschen fuer das THEMA Rassismus und Antisemitismus zu sensibilisieren", formulieren koennen.

    Meine Kommentare waeren ueberfluessig gewesen.

    Alles Klaerchen ?

  • Gute Nachricht:

    1700 Jahre alte Ruinen
    Ältestes Judenviertel entsteht in Köln neu


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    Auf einem 600 Meter langen Parcours sollen Besucher in Zukunft das damalige Leben im Judenviertel nacherleben können.

    (Foto: picture alliance/dpa)

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    Die jüdische Gemeinde in Köln ist die älteste nördlich der Alpen. Ihre Dokumente gehen zurück auf das Jahr 321. Etwa tausend Jahre später wurde das Viertel zerstört, weil den Juden die Schuld an der Pest zugeschrieben wurde. Bald soll es zu besichtigen sein.

    Wenn man sich als Tourist durch das Zentrum von Köln bewegt, trifft man eher früher als später auf eine Baustelle. Sie befindet sich in allerbester Lage mitten auf dem Rathausplatz. Was ist hier los? Zu Beginn dieses Jahrtausends haben die Kölner direkt vor ihrem historischen Rathaus in der Erde gegraben und einen Schatz aus einem anderen Millennium gefunden: das Judenviertel. Komplett mit Tanzhaus, Hospital, Bäckerei und Synagoge. Alles aus dem Mittelalter.

    Eine Stadt in der Stadt, eine Miniaturwelt zusammengedrängter Häuser. Natürlich sind es Ruinen - man braucht etwas Fantasie, um sich vorzustellen, wie das Ganze einmal ausgesehen hat. Doch Experten aus dem In- und Ausland sind sich einig: So etwas gibt es weltweit nicht noch einmal.

    Keine andere deutsche Stadt ist seit so langer Zeit mit jüdischer Geschichte verbunden. Seit dem Jahr 321 ist eine jüdische Gemeinde in Köln dokumentiert, damit ist sie sogar die älteste nördlich der Alpen. 1349 war das Viertel zerstört worden, seine Bewohner wurden ermordet oder vertrieben. Den Juden wurde damals die Schuld am Ausbruch der Pest zugeschrieben.


    Quelle: ntv.de, Christoph Driessen, dpa

  • Keine andere deutsche Stadt ist seit so langer Zeit mit jüdischer Geschichte verbunden. Seit dem Jahr 321 ist eine jüdische Gemeinde in Köln dokumentiert, damit ist sie sogar die älteste nördlich der Alpen. 1349 war das Viertel zerstört worden, seine Bewohner wurden ermordet oder vertrieben. Den Juden wurde damals die Schuld am Ausbruch der Pest zugeschrieben.

    Das klingt fuer mich alles so erschreckend unzivilisiert, dass ich mich frage: Was erzeugt fast weltweit die Abneigung gegen unsere juedischen Mitmenschen ?

    Liegt es "nur" an deren Glauben ? Ist es ihre nachgesagte Geschaeftsfreudigkeit ?

    Was genau ist es ? Hat das bisher jemand beantworten koennen ?


    Schon die Bezeichnung: Judenviertel ! hoert sich fuer mich unzivilisiert abstrakt an. Alles muss immer fein "saeuberlich" aufgeteilt sein. Gibt es in Koeln auch Hindu- oder Muslimviertel ?


    Well. Sehr verwirrend.

  • Schwierige Thematik - Mehrheitsgesellschaften und ihre Haltung gegenüber Minderheiten. Und dann noch die Sache mit dem 'Sündenbock':thumbdown: in schweren Zeiten ...


    Der Begriff "Judenviertel" stammt aus dem Mittelalter , als die Stadtbevölkerung nach Zusammengehörigkeit, Berufen und ständischer Ordnung arbeitete und wohnte. Viele der alten Straßennamen zeugen auch heute noch davon.
    Die Zufallsfunde am Kölner Rathaus sind umso kostbarer, als sie uns die große Chance bieten, nicht nur Einblicke in jüdisches Leben im Mittelalter zu bekommen und die Zeitzeugnisse zu erhalten.

    Die Freilegung einer ganzen jüdischen Lebenswelt samt Kultbad, Tanzhaus, Hospital und Tausenden von Alltagsgegenständen gilt sogar als weltweit einzigartig.

    Gut also, dass die Stadt sich diesmal so richtig ins Zeug legt und mit dem MiQua ein Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln etabliert.


    Wenn wir einen Blick über die Grenzen tun, zeigt sich: Jüdische Viertel gab/gibt es auch in anderen europäischen Städten. Um nur zwei davon zu nennen: Paris(Marais) und Amsterdam(Jodenbuurt) .

    Es finden sich aber auch "Deutsche Viertel", z.B. in Straßburg und jenseits des 'Großen Teichs' in New York City(KleinDeutschland).

    Gerade an der Geschichte der Stadt NY ist besonders gut zu beobachten, wie Einwanderer und -religiöse- Minderheiten den Zusammenhalt such(t)en und Wohnviertel ihre ethnische Herkunft spiegeln: "Chinatown", das irisch-katholische "Hell's Kitchen" u.a.m.


    Nein, in Köln gibt es keine ausgewiesenen Hindu- oder Muslimviertel. Allerdings konzentrieren sich im Stadtteil Mülheim türkische und kurdische Geschäfte und Restaurants, vor allem in der Keupstraße und ihrer Umgebung. Vergleichbares findet sich auch in Paris und anderen Großstädten.

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