Stolpersteine in der Dessauer Kantorstraße

  • Wir könnten doch auch viel direkter Hand anlegen. Jeder Hausbesitzer in Deutschland und jeder der noch Platz in seiner Wohnung hat kann doch ein paar Flüchtlinge bei sich wohnen lassen. :)

    Dass eine Meinung ein A..loch sein kann, ist mir ganz neu.

    Kennst du nicht den Spruch: "Meinungen sind wie Arschlöcher. Jeder hat eins."


    Naja und Meinungen sind oftmals auch einfach nur scheiße, genau wie das was tagtäglich durch unsere Arschlöcher gedrückt wird :)

  • Heinz setzt voraus, dass die Somalier nach Europa kommen möchten. Was sollen/wollen die denn hier??


    Die Lösung liegt in Somalia. Wir müssen ihnen helfen, damit sie dort leben können ... unabhängig von den momentanen politschen Problemen. Auch die können sie nur selbst lösen.


    Ich sag dur, wie's geht? Das kann es nicht sein.

  • Na ich hab ja nicht gesagt, daß das dauerhaft sein soll. Nur solange die Kinder hungern kann man sie ja doch mal zu seinem eigenen üppig gedeckten Tisch einladen. Und wenn man die Kinder wieder loswerden will, dann geht man mit ihnen nach Somalia und zeigt ihnen, wie man eine Wirtschaft aufbaut, mit der es sich zu leben lohnt.


    Wenn ihr das blöd findet, dann lasst doch mal eure Vorschläge hören :)

  • Wie dem auch sei, kommen wir nun zur zweiten meiner lustigen Märchen für die ganze Familie.




    Der kleine Abdul wurde in einem der engsten Länder der Welt geboren: Dem Gaza-Streifen. Tja, was macht man so als Kind dort? Essen sammeln, Tunnel bauen, in verfallenen Ruinen spielen, Juden hassen. Am unangenehmsten ist es aber so nah beeinander zu wohnen, vor allem mit sovielen verzweifelten Menschen. Gewalttätige Konflikte mit Nachbarn blieben nicht aus. Abdul sah einmal wie seine Mutter sich auf dem Markt mit einer anderen Frau um Essen und Kleidung prügelte.


    Später wurde er oft von anderen Kindern geschlagen, es kam immer wieder zu Schlägereien mit anderen Jugendlichen. Einmal erschien ein Kind mit Sturmgewehr und schoß auf Abdul und einige andere Kinder. Eine Kugel bohrte sich in Abduls linken Arm. Seitdem lahmt sein Arm zwar, aber er konnte sich glücklich schätzen, daß ein fähiger Arzt Dienst hatte, sonst hätte man ihn wohl abtrennen müssen. Trotzdem kann er seit dem seinen linken Arm nicht mehr über die Schulter heben. Für körperliche Arbeit war er jetzt nahezu ungeeignet und das ist im Gaza-Streifen nicht unbedingt die beste Vorraussetzung.


    Abduls Vater sprach in der Zeit immer häufiger davon zu flüchten. Er selbst war zwar im Gaza-Streifen aufgewachsen und hat dort zu leben gelernt, aber er spürte das in baldiger Zukunft noch schlimmeres Unheil drohen sollte. Das Schicksal ergab, daß Abduls Mutter eines schönen Tages von einer Hamas-Miliz aufgegriffen wurde, die sie, fern von sämtlichen Zeugen, verprügelten und vergewaltigten.
    Also beschloß Abduls Vater endgültig den Entschluss aus Gaza zu verschwinden. Er hatte einen Bruder in den Emiraten über dessen Kontakte ihm und seiner Familie die Ausreise gewährt wurde. So zog Abdul also mit seinen Eltern und seinen Brüdern in die Sonne des persischen Golfes.


    Aber mit den Jahren began das friedliche Leben im Sande Abdul zu langweilen. Bald wurde er volljährig und abermals beschloss er zu neuen Ufern aufzubrechen. Er wollte weltoffener werden, andere Kulturen kennen lernen und studieren.
    Er verließ seine Familie mit ein wenig Geld in den Taschen und ging nach Deutschland. Ein Onkel von ihm lebte dort seit einigen Jahren und versprach ihm finanzielle Unterstützung so wie eine Unterkunft.


    Doch als Abdul dort ankam wollte der Onkel nichts mehr von den Versprechungen wissen. Er ließ Abdul gnädigerweise ein paar Tage bei sich wohnen. Abdul schrieb sich derweil an der Universität ein und organisierte sich eine kleine Studentenwohnung, obwohl er noch kein einziges Wort Deutsch oder Englisch konnte. Danach wollte der Onkel nichts mehr mit ihm zu tuen haben.
    Abdul hatte zwar ein Dach über dem Kopf, sein Geld war aber bereits aufgebraucht. Er war völlig pleite und allein in einem Land, wo ihn kaum jemand verstehen konnte. Er bettelte seine Mitbewohner jeden Tag um Essen an. Wenn sie ihm nichts gaben klaute er das Essen heimlich nachts aus ihren Kühlschränken.


    Langsam gewöhnte er sich allerdings an das neue Leben. Er besuchte einen Deutsch-Kurs und lernte die Sprache erstaunlich schnell. Hin und wieder fand er 1-2 Halbtagsjobs, bei denen er sich neben dem Studium das nötigste für seinen Unterhalt verdienen konnte. Allerdings vernachlässigte die stressige Arbeit selbstverständlich seinen eigentlichen Aufenthaltsgrund: Sein Studium.
    Nie fand er wirklich Zeit sich damit zu beschäftigen. Die Jobs und sonstiger alltäglicher Aufwand schlauchten ihn schon genug. Um sein Dasein etwas erträglicher zu machen fing er an Drogen auszuprobieren. Abdul kannte solche Stoffe noch nicht, woher auch? Bei sich zuhause ist selbst Alkohol verboten. Aber er merkte bald wie angenehmer und erträglicher sein Leben wurde und somit besorgte er sich fast jeden Tag neuen Nachschub.
    Somit konnte er auch leicht auf alle Strapazen der Universität verzichten und konzentrierte sich lieber darauf Geld heranzuschaffen.


    Er fing auch an Frauen kennenzulernen, sich mit ihnen zu treffen und sie zu bumsen. Auch das kannte er so gesehen noch nicht. Seine Eltern hatten ihn ja immer verboten eine Freundin zu haben. Wirkliche Liebe konnte er aber dennoch nie für eine empfinden und so basierten seine Erlebnisse auf einer sexuellen Erfahrung nach der anderen. Er war erstaunt wie leicht und offenherzig die Mädchen in Deutschland waren.


    Bald passierte, was passieren musste. Seine Wohnberechtigung im Wohnheim war abgelaufen und weil er keine Nachweise für sein Studium mehr hatte landete er auf der Straße. Es war Herbst, es hätte ihn schlimmer treffen können. Abdul verbrachte die Nacht unter einer Eisenbahnunterführung. Er konnte kaum schlafen. Am nächsten Tag ging er ungewaschen und ungeduscht zur Arbeit. Er musste ja immerhin noch Geld verdienen um Essen zu können. Doch auf seiner Arbeit wollte man ihn so nicht arbeiten lassen. Wenn er sich nicht duschen und pflegen würde müsste man ihm kündigen.
    Also musste Abdul wieder betteln gehen. Er besuchte die Freunde, die er in den letzten Jahren kennengelernt hatte und bat sie um Unterkunft.
    Die meisten Freunde verweigerten sich ihm, wollten ihn nicht bei sich haben. Ausgerechnet aber die Leute, die am wenigsten Geld und Platz hatten, nahmen ihn hin und wieder bei sich auf.


    So verbrachte Abdul seine Nächte in meist versieften Wohnungen, die kaum größer waren als Gefängniszellen, nur daß er sich diese Zellen auch noch mit anderen teilen musste. Nun zumindest war es besser als auf der Straße, wo er häufig immer noch seine Wochenenden verbrachte. Zumindest hatte er hin und wieder Geld um sich noch etwas Feenstaub oder ein paar bunte Pillen zu leisten.
    Da störte es ihm auch nicht, wenn mal ein Hund seinen Haufen vor seine Nase setzte.


    Eines Winters jedoch wurde der Heimatlose dazu berufen sich zurückzubesinnen. Es war Weihnachten und obwohl er selbst gläubiger Moslem war wollte er sich bei all den Freunden bedanken, die ihn bisher immer so gut unterstützt hatten, und mit ihnen feiern. Doch eine dringende Nachricht von zuhause ereilte ihn. In Gaza war Krieg ausgebrochen. Israel bombadierte palästinensische Raketenstellungen. Sie trafen jedoch auch ein Wohnhaus, wo eine Tante von Abdul mit ihren sieben Kindern drin wohnte. Keiner von ihnen überlebte. Der komplette Teil dieser Familie war ausgelöscht. Abdul war mit einigen dieser Kinder aufgewachsen, nur die zwei Jüngsten kannte er nicht mehr.
    Er entschloss sich kurzfristg doch kein Weihnachten zu feiern.


    In den Wochen danach wurde er arbeitslos, der Drogenrausch blieb aus und Abdul began zu reflektieren. Darüber was er in Deutschland erreicht habe, was aus ihm geworden ist. Viel fiel ihm dazu nicht ein. Er wägte ab ob er hier bleiben sollte, in dem Land wo man sich so gut amüsieren kann, doch irgendwie fiel ihm die Vorstellung schwer, daß er hier noch lange überleben würde.
    In seiner Verzweiflung bat er seinem Vater ihm Geld zuschicken, damit er wieder zu ihm fliegen könnte. Sein Vater stellte Abdul allerdings die Bedingung, daß er nie wieder die Familie verlassen dürfe und für den Rest seines Lebens in seinem Geschäft zu arbeiten hätte.


    Abdul machte das missmutig, immerhin würde er nicht nur bis zum Tode seines Vaters ihm gehorsam sein müssen, sondern auch wieder die Strenge des Islams zu verkraften haben. Keine Drogen, keinen Sex, all seine guten Freunde hinter sich lassend. All die Freiheiten, die er hier lieben gelernt hat.
    Dennoch entschied er sich für die Heimkehr und ward seitdem nie mehr in diesem Land gesehen.

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