Fünf Regeln für bessere Bildqualität

  • Viel Erfolg ...;)

    Fünf Regeln
    So sorgen Sie schon beim Fotografieren für bessere Bildqualität

    Sie wollen möglichst wenig Zeit mit nachträglicher Bildbearbeitung verbringen? Dann helfen beim Aufnehmen der Fotos diese Handgriffe.

    Von "Docma"-Autor Olaf Giermann

    03.10.2020, 20.00 Uhr
    Durch nachträgliches Geraderichten verliert das Foto Bildbereiche und Schärfe


    Wer seine Bilder nicht erst aufwendig in der Nachbearbeitung aufhübschen möchte, sollte schon beim Fotografieren einige Regeln beachten. Viele der folgenden fünf Handgriffe eignen sich sowohl für Fotografie mit dem Smartphone als auch mit teureren Kameras.

    Raw-Format bevorzugen

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    Bewegen Sie den Cursor von links nach rechts über das Bild und es wird deutlich, wie groß der Unterschied zwischen JPEG und Raw-Format sein kann Foto: DOCMA

    Wenn Ihnen die beste Bildqualität am Herzen liegt, fotografieren Sie immer im Raw-Format. Zwar kann man auch aus JPEGs erstaunlich viel "herausholen", aber der Unterschied von vier bis acht Bit zusätzlicher Farbdifferenzierung und im größeren Dynamikumfang ist extrem.

    Fotografieren Sie auch mit dem Smartphone im Raw-Format. Die Lightroom-App bietet dafür das DNG-Format und erlaubt es, bei Bedarf mehr Farben und Details aus dem Sensor zu kitzeln als die eingebaute JPEG-Funktion.

    ETTR: Die richtige Lichtdosierung finden

    Beim "Expose to the right" ("Nach rechts belichten") geht es darum, so viel Licht wie möglich auf den Sensor zu bannen, dabei aber Überbelichtung zu vermeiden. Der Ausdruck bezieht sich auf das "Gebirge" der im Kamera-Histogramm visualisierten Tonwerte, das so weit wie möglich rechts platziert sein sollte. Der linke Bildausschnitt (a) ist unterbelichtet: Am linken Rand werden Schatten bereits beschnitten, während rechts wertvoller Belichtungsspielraum verschenkt wird. Beim nachträglichen Aufhellen führt das zu sichtbarem Rauschen. Im mittleren Bildausschnitt (b) wird korrekt


    Der linke Bildausschnitt (a) ist unterbelichtet: Am linken Rand werden Schatten bereits beschnitten, während rechts wertvoller Belichtungsspielraum verschenkt wird. Beim nachträglichen Aufhellen führt das zu sichtbarem Rauschen. Im mittleren Bildausschnitt (b) wird korrekt "nach rechts" belichtet: So hell wie möglich, ohne dass es zu einem nennenswerten Clipping in den Schatten oder Lichtern kommt. Wahrscheinlich überbelichtet. Im rechten Bildausschnitt (c) werden Lichter beschnitten. Achtung: Das KameraHistogramm kann hier täuschen, da es auf dem JPEG-Algorithmus der Kamera basiert. Je nach Kamera kann das Raw-Format noch Reserven in den Lichtern haben, so dass dies sogar die optimale Belichtung sein könnte. Foto:

    DOCMA


    Durch diese Strategie erhalten Sie mit jeder digitalen Kamera - innerhalb ihrer technischen Grenzen – mehr Dynamikumfang und weniger Rauschen.

    ISO-Wert: So gering wie möglich, ohne das Bild zu verwackeln

    Wählen Sie den geringstmöglichen ISO-Wert, der Ihnen bei der gewählten Blende eine Belichtungszeit ermöglicht, die bei Freihandaufnahmen keine Verwacklungen erzeugt. Die alte Regel "Eins geteilt durch die Brennweite" für die Belichtungszeit in Sekunden zu wählen, gilt bei den heutigen hochauflösenden Kameras nicht mehr, da selbst kleinste Verwackler schonungslos abgebildet werden.

    Setzen Sie als Richtwert in der Formel lieber das Dreifache der Brennweite an. Ermitteln Sie aber, was Sie sicher stabil halten können. Die Auto-ISO-Einstellungen sind dabei sehr hilfreich und lassen sich auf kürzere oder längere Belichtungszeiten optimieren.

    Die richtige Kamera-Ausrichtung und Perspektive

    Durch nachträgliches Geraderichten verliert das Foto Bildbereiche und Schärfe.

    Durch nachträgliches Geraderichten verliert das Foto Bildbereiche und Schärfe. Foto: DOCMA

    Alle nachträglichen Korrekturen des Bildbeschnitts oder der Perspektive gehen mit einem Qualitätsverlust einher: Entweder verschenken Sie Pixel oder das Bild verliert durch die notwendige Interpolation an Schärfe. Legen Sie den Bildausschnitt also möglichst genau fest, um das nachträgliche Beschneiden oder Drehen des Bildes zu vermeiden oder zumindest zu minimieren.

    Richten Sie die Kamera exakt horizontal aus. In vielen aktuellen Kameras und auch in der Smartphone-Lightroom-App gibt es dafür eine Wasserwaagenanzeige in Sucher und Display. Der Bildvergleich zeigt: Wenn Sie stürzender Linien nachträglich korrigieren müssen, verschenken Sie Bildqualität (Cursor von links nach rechts bewegen für die Vergleichsdarstellung)Der Bildvergleich zeigt: Wenn Sie stürzender Linien nachträglich korrigieren müssen, verschenken Sie Bildqualität (Cursor von links nach rechts bewegen für die Vergleichsdarstellung)

    Der Bildvergleich zeigt: Wenn Sie stürzender Linien nachträglich korrigieren müssen, verschenken Sie Bildqualität (Cursor von links nach rechts bewegen für die Vergleichsdarstellung) Foto: DOCMA / DOCMA

    Kippen Sie die Kamera auch nicht übermäßig in vertikaler Richtung, falls Sie den resultierenden Effekt nicht gezielt als Stilmittel nutzen möchten. So vermeiden Sie stürzende Linien, unter deren nachträglicher Korrektur die Bildqualität leiden würde. Optimal wäre hier natürlich der Einsatz eines Tilt/Shift-Objektivs.

    TIPP: Die genannten Faktoren sprechen für die Verwendung eines Stativs. Denn nur so können Sie bei statischen Motiven die Kamera perfekt ausrichten.

    Höhere Auflösungen mit Teleobjektiv

    Jedes Objektiv bildet bei einer bestimmten Blende am schärfsten ab. Man spricht hier von der "förderlichen Blende", die bei einem Zoom-Objektiv für jede Brennweite auch leicht unterschiedlich sein kann. Eine pauschale Empfehlung kann es hier nicht geben, da der Wert lichtbeugungsbedingt auch von der Sensor- und Pixelgröße abhängt. Durch eine Fotoserie mit unterschiedlichen Blenden finden Sie die besten Einstellungen aber schnell heraus. 26035e6c-e55e-48fa-8931-7faa2c13a889_w718_r1.0828804347826086_fpx58.1_fpy54.9.jpg Foto: DOCMA

    Die förderliche Blende sollten Sie immer dann einsetzen, wenn es Ihnen um das Maximieren der Bilddetails geht und der mögliche oder gewünschte Schärfentiefenbereich es zulässt.

    Zusätzlich können Sie die Auflösung und Bildqualität extrem erhöhen, indem Sie kein Weitwinkelobjektiv benutzen, sondern das Objekt bei förderlicher Blende mit einem Teleobjektiv Stück für Stück fotografieren und die Teile dann zu einem Panorama zusammensetzen. Der Detailgewinn gegenüber einer Einzelaufnahme ist enorm.


    DOCMA / Spon

  • Man(n) lernt nie aus.


    Den Trick mit den Tele-Einzelaufnahmen werde ich testen.


    Und Lightroom habe ich eben auf dem Handy installiert. Schade, dass Adobe für die Vollversion 60 Euro jährlich haben will.

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