Film: 'Bethlehem'

  • Das euphemistisch mit 'Nahostkonflikt' umschriebene Geschehen zwischen Israelis und Palästinensern ist in diesem Forum schon oft thematisiert worden.


    Ich möchte auf einen Film aufmerksam machen, der heute in unseren Kinos anläuft: 'Bethlehem' von Yuval Adler.

    Szene aus „Bethlehem“: Der Geheimdienstler (l.) und sein Informant (Quelle: KStA)


    Anders als andere Streifen vor ihm versucht dieser Film, die Auseinandersetzungen und Kämpfe aus der Sicht der beteiligten Parteien darzustellen und wählt seine Protagonisten folgerichtig aus beiden Lagern aus.
    Wie sich die Beziehung der befreundeten jungen Männer -dem Israeli
    Razi (Tsahi Halevy) und dem Palästinenser Sanfur (Shadi Mar'i)- unter dem Druck der Verhältnisse verändert, wird ebenso dargestellt, wie die zum Alltag gewordene Gewalt und Überzeugtheit das 'Richtige' zu tun - auf beiden Seiten.

    Interview mit Yuval Adler, dem Regisseur des Films.


    Trailer


    Anschauen lohnt, denke ich. :thumbup:

  • Luxusambiente mit Getränkesörviss und auf der Leinwand Selbstmordattentat? Okee, jede Jeck ... :whistling:


    Mir isset egal, in welches Kino ich gehen muss, um diesen Film zu sehen.
    'Off Broadway' und 'Filmpalette' bieten ihn derzeit an.



    Da wir grad bei Kölner KinoFavoriten sind:
    'Off Broadway', 'Cinenova' und 'Metropolis' finde ich gut, u.a. weil sie viele Filme im Original oder OmU zeigen.
    :thumbup:

  • Hat schon Jemand den Film gesehen? Ich bin bisher noch nicht dazu gekommen.
    Dafür habe ich mich noch einmal in den Pressemitteilungen umgeschaut.


    Erschreckend finde ich, dass es bisher nicht möglich war, den Film auf palästinensischem Gebiet zu zeigen, obwohl das Drehbuch von einem Palästinenser mitverfasst wurde und zahlreiche Palästinenser im Film mitspielen.
    Die Hürden gegen alles, was aus Israel kommt, scheinen auch diesmal zu wirken.


    Zur Abbildung der beiderseitigen Gewalt im Film, für die er z.T. heftig kritisiert wurde, bemerkt Yuval Adler zum Schluss seines KStA-Interviews:

    Zitat

    Adler:
    Ich glaube jedoch fest daran, dass der Konflikt gelöst wird. Ich bin nicht einer der Regisseure, die sagen, dies und das symbolisiert das. Ich meine nicht etwas anderes, wenn ich eine Geschichte erzähle, ich meine allein die Geschichte. Wenn Sie einen Traum träumen, deuten Sie diesen auch nicht im gleichen Moment. Das besorgt später Ihr Therapeut. Und in diesem Sinne glaube ich auch nicht daran, dass der Film eine Lösung bieten muss oder kann. Die Last, eine Lösung zu finden, liegt vielmehr beim Zuschauer.


    Wissen Sie, es gab Leute, die sich darüber beschwert, dass wir die Trauer, die Verzweiflung von Palästinensern zeigen, die den Tod eines Terroristen beklagen. Eines scheiß Terroristen!
    Auf der anderen Seite zeigen wir einen Shin-Beth-Mann – und das sind die schlimmsten – von seiner privaten Seite. So muss es sein.


    In einem ZEIT-online Interview äußert sich Adler zur Arbeit von Geheimdiensten und ihren Informanten:

  • Erschreckend finde ich, dass es bisher nicht möglich war, den Film auf palästinensischem Gebiet zu zeigen, obwohl das Drehbuch von einem Palästinenser mitverfasst wurde und zahlreiche Palästinenser im Film mitspielen.
    Die Hürden gegen alles, was aus Israel kommt, scheinen auch diesmal zu wirken


    Vielleicht befürchtet man, dass jemand zum nachdenken kommt und Fragen stellen könnte.



  • Vielleicht befürchtet man, dass jemand zum nachdenken kommt und Fragen stellen könnte.


    Ja, das trifft bei diesen beiden Konfliktparteien sicher für beide Seiten zu.
    Mir ist nicht bekannt, dass es auf der palästinensischen Seite einen Filmemacher gäbe, der die Standpunkte beider Seiten zeigt und der seinerseits in Israel willkommen wäre.
    Die Sicht gilt eben gern nur der eigenen 'Wahrheit'.


    Siehe oben im Interview:

    Zitat

    Adler:
    Wissen Sie, es gab Leute, die sich darüber beschwert, dass wir die Trauer, die Verzweiflung von Palästinensern zeigen, die den Tod eines Terroristen beklagen. Eines scheiß Terroristen!
    Auf der anderen Seite zeigen wir einen Shin-Beth-Mann – und das sind die schlimmsten – von seiner privaten Seite. So muss es sein.

  • Mir ist nicht bekannt, dass es auf der palästinensischen Seite einen Filmemacher gäbe, der die Standpunkte beider Seiten zeigt und der seinerseits in Israel willkommen wäre. Die Sicht gilt eben gern nur der eigenen 'Wahrheit'.


    Gibt es denn einen?
    Ich meine, wenn nicht, kann er in Israel weder willkommen noch nicht willkommen sein.
    Wird der Film denn in Israel gezeigt?


  • Ist schon beantwortet, Tex.


    Wie 'willkommen' auf israelischer Seite die Darstellung palästinensischer Trauer ist, belegen die Äußerungen Adlers zu diesem Thema.
    Die Links in #1 und der Trailer zeigen, dass der Film als Israels Beitrag für den '
    Oscar' 2014 eingereicht wurde. In Cannes ist er bereits gezeigt worden. Natürlich läuft er auch in Israel, sonst hätte man ihn dort kaum kritisiert.;)

  • Ich wüsste auch nicht, daß es im Westjordanland Filmschulen gibt, die Palästinenser zu Regiesseuren ausbildet. Und selbst wenn: Sollen die dann mit ihren Handykameras drehen? ^^


    Filme sind ein sehr kostspieliges Medium. Es sind nicht umsonst fast immer nur die reichen Staaten, die sich Soft Powers leisten können.

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