Die Unschuld der Islamkritik

  • Nun dürfte mittlerweile jeder etwas von diesem unsäglichen Hetzvideo gegen den Islam mitbekommen haben. Wer es sich ansieht wird schockiert zurückgelassen aufgrund der miesen Produktionsqualität, gegen die jede Theateraufführung im Kindergarten professioneller wirkt. Ich kann mich nicht daran erinnern jemals so einen cineastischen Schund gesehen zu haben. Es soll zwar nur ein knapp 14-minütiger Trailer eines 2 Stunden andauernden Filmes sein, aber selbst von einem Trailer kann man erwarten, daß er Sinnzusammenhänge darstellt, daß die Geschichte des Films rudimentär erkennbar ist. Hier werden aber einfach nur Schimpf- und Schmähsequenzen völlig sinnfrei aneinandergereiht.
    Es ist wirklich so unfassbar schlecht, daß ich sogar glaube, daß die Moslems gerade deswegen so ausrasten. Hier geht es garnicht darum differenzierte Islamkritik zu äußern, wie es schon in anderen Werken des Westens weitaus durchdringlicher zu betrachten war. Hier geht es nur darum möglichst viele Beleidigungen gegen den Islam und Mohammed aneinanderzureihen. Die pure Provokation so infantil wie möglich dargestellt.


    Die kinderlosen Wehrdienstverweiger, die sich selbst als Islamkritiker bezeichnen, von Pro Deutschland wollen nun jenes Video in einem Berliner Kino öffentlich vorführen. Warum tuen die das nur? Mit Islamkritik lässt sich das nur schwer erklären, da der Film nunmal keine sachlichen Inhalte bietet und falls doch, so werden sie eben überhaupt nicht sachlich dargestellt. Man will bloss provozieren. Man hasst diese Menschen beinah genauso wie sie uns hassen. An denen will man sich wohl abreagieren. Über die Konsequenzen macht man sich keine Gedanken. Warum auch? Es gibt ja genug Idioten, die die Meinungsfreiheit dieser Islamkritiker schützen.
    Die Pro-Anhänger sind ja nicht die Polizisten, die mit Messern attackiert werden, die Soldaten, die von Selbstmordattentätern in die Luft gesprengt werden, oder die Botschafter, die man zu Tode prügelt. Weil sie größtenteils kinderlos sind haben sie nicht einmal eigenen Söhn, die irgendwo auf der Welt als Soldaten usw. den Zorn des radikalen Islams abbekommen könnten. Die Pro-Anhänger können ganz entspannt vor dem Fernseher hocken und grinsend dabei zuschauen, wie ihre muslimischen Hassubjekte an ihren Provokationen leiden. Arsonisten, die die Welt brennen sehen wollen. Bei soviel Mut zur Meinungsfreiheit sollte man ihnen doch glatt einen Courage-Bambi überreichen!
    Es könnte theoretisch sogar noch schlimmer werden. Was ist wenn man damit Muslime provoziert, die bislang eher gemäßigt waren? Darunter könnten auch viele sein, die sich in diesem Land integriert haben oder integrieren wollen, mit denen wir bislang gut zusammenleben konnten. Unsere Nachbarn und Freunde, die uns nur dafür verachten werden, daß wir zur anderen Seite gehören. Diese Entwicklungen des gegenseitigen Hasses könnte uns alle irgendwann treffen.


    Wer diese Islamophoben für diese Einstellung kritisiert gilt bei ihnen als "pazifistischer Gutmensch", schließlich soll man ja mit "aller Härte" gegen den radikalen Islam und auch sonstige religiöse Fanatiker vorgehen, die unsere freiheitliche, demokratische Grundordnung bedrohen. Für die Islamophoben soll diese "Härte" dann aber bitte von anderen erledigt werden. Wenn man mal nachfragt findet man heraus, daß diese Feiglinge meistens zu keiner Zeit ihres Lebens bereit waren ihre Unversehrtheit oder gar ihr Leben für ihre angeblichen Ideale von Demokratie und Freiheit zu opfern. In der Berufsarmee fand man sie nicht, sogar der Wehrdienst wurde in vielen Fällen verweigert. Islamophobe stammen eher aus gutbürgerlichen Schichten. Unternehmer, Arbeiter, die ihr Leben auf ihre Karriere oder finanzielle Altersvorsorge ausrichteten. Da ist der Militärdienst selbstverständlich kontraproduktiv, ebenso wie Kinder großziehen. Soll doch die ungebildete Unterschicht die Drecksarbeit erledigen und sich verheizen.
    Das ist natürlich ganz besonders großartig. Den Untergang der deutschen Kultur bejammern, aber selber keine Kinder in die Welt gesetzt haben, um diese Kultur zu vererben. Andere als pazifistische Gutmenschen verunglimpfen, aber sich selber nicht getraut haben im eigenen Militär zu dienen. Geht es eigentlich noch bigotter?


    Wenn man ein wenig die Hintergründe zu jenem islamfeindlichen Video betrachtet wird die ganze Geschichte sogar noch absurder. Der Produzent des Videos ist ein in Amerika lebender koptischer Christ aus Ägypten. Sein Lebenslauf ist schon recht abenteuerlich. Ist mehrmals zu Haftstarfen verurteilt worden, wegen Internetbetrugs, Verschuldung und einmal sogar weil er sich ein Crystal Meth Labor zusammengekauft hat, zur Herstellung einer der härtesten Drogen dieser Welt. Für das Zitat "Der Islam ist wie Krebs" ist er mittlerweile berühmt geworden. Krebs also. Eine Krankheit die wir Menschen versuchen zu vernichten. Soll also auch der Islam vernichtet werden? Notfalls mit aller Gewalt, in dem wir all diejenigen töten, die an diese Religion glauben? Das ist ja zu freundlich. Klingt für mich schon wie eine Aufforderung zu einem neuen Holocaust, nur diesmal an Moslems. An den Werken solcher Leute bereichern sich diese selbsternannten Verfechter der Meinungsfreiheit also. Wenn es der eigenen Meinung oder eben den eigenen Gefühlen entspricht wird nicht hinterfragt wessen Geistes Kind diese Werke eigentlich sind. Man stelle sich vor die Linken würden die Meinung eines ehemaligen Crystal Meth Dealer propagieren, wie sehr sich diese verwöhnten Gutmenschen empören würden.
    Interessiert sich von denen eigentlich jemand für die beteiligten Schauspieler in dem Video? Was ist wenn diese der Zorn des Islams treffen wird, weil ihre Gesichter nun auf der ganzen Welt zu sehen sind? Die haben nicht einmal wirklich freiwillig ihr Talent dafür zur Verfügung gestellt. Jener Filmproduzent gab ihnen gegenüber vor eine Parodie zu drehen, eben im Stile von Monty Pythons "Das Leben des Brian". Mohammed, der sogar fast aussieht wie Jesus, wurde bei den Dreharbeiten mit "Mr. George" angesprochen. Auch Beleidigungen gegen Mohammed waren nicht Teil des Drehs. Die Anrede "Mohammed" und alle obszönen Beleidigungen wurden erst hinterher eingespielt. Wer sich das Video ansieht wird festellen können, daß jene Stellen nicht einmal lippen-synchron sind und die Stimmen der Schauspieler von einem Satz zum nächsten sich komplett verändern.


    Es ist ein Video, das im Hass geschaffen wurde, nur mit dem Ziel weiteren Hass zu schüren. Da muss man doch fragen, warum selbst in unserem Land es Menschen gibt, die einen solchen Hass empfinden, daß sie dieses Video gutheissen. Beim Islam wird oftmals ganz küchenpsychologisch eine Frustration über ihre Lebensumstände angeführt als Ursache für ihre notorische Wut. Sind die Islamophoben dann auch frustriert über ihr Leben? Haben sie gemerkt, daß das Standardmodell ihres Lebens sie doch nicht erfüllt hat? Es muss doch einen Grund geben, warum man unbedingt andere Menschen dermassen provozieren will. Es muss auch einen Grund geben, warum man sogar das Leid all der Unschuldigen ignorieren kann, die als erstes von der Wut der Provozierten betroffen sein werden. Wieso ist dieser Pro-Partei bloss egal, was anderen Menschen zugefügt wird? Nicht nur den Moslems, sondern, wie aufgezeigt, amerikanischen und selbst deutschen Staatsbürgern!
    Mit Islamkritik hat das alles jedenfalls nichts mehr zu tuen. Auch nicht mit der Verteidigung von Demokratie und Meinungsfreiheit. Unter diesen Umständen sind das nur Ausreden um vom ganz eigenen Hass auf eine Religion, auf jene Kultur und Ethnie abzulenken. Von daher wünsche ich mir, daß die gemäßigten Islamkritiker ihre hasserfüllten, islamophoben Mitbürger zur Besonnenheit aufrufen. Wo ist denn jetzt die Achse des Guten? Wo sind denn die Sarrazins und Broders, die doch nur das Beste für die Welt wollen. Bisher schweigen sie.





    PS:


    Wenn ihr den blog nicht allzu reißerisch findet, werde ich ihn morgen auch bei den Stadtmenschen veröffentlichen :)

  • Ja, der Film ist widerlich und dient nur der Provokation.
    Ja, Pro Tralala nimmt das gerne auf um ihre Ziele zu verfolgen und ein Medienecho zu erhalten, was die üblichen Phrasen selten schaffen.


    Bis hierhin, ja. Aber nicht weiter.


    Wäre der Film künstlerisch wertvoll und gut produziert, wären dann die Morde nicht geschehen?
    Wäre es kein koptischer Christ sondern wer anders, wäre es dann anders gekommen?


    Am Jahrestag von 9/11 bricht in fünf verschiedenen Ländern die Hölle los. Nach gleichem Schema wird in fünf verschiedenen Ländern gegen westliche Botschaften vorgegangen. Tote und Verletzte.


    Und all dies geschieht wegen eines Filmes, der schon Monate vorher im Netz war und den damals wie heute kaum einer dieser Mörder je gesehen haben wird?
    Heinz, glaubst du an den Weihnachtsmann?


    Auch ohne Existenz dieses Filmes, Pro Irgenwas, Broder und was immer du willst, wäre dieser generalstabsmäßig geplante Terrorakt von Al Kaida verübt worden.
    Man hätte sich nur einen anderen belanglosen Grund gesucht, um ihn als Deckmäntelchen für Morde und den abgrundtiefen Hass auf die offene Gesellschaft westlicher Staaten zu benutzen.


    Und das soll jetzt dazu führen, in Deutschland zu zensieren?
    Es sollte eher dazu führen, zu erkennen, dass diese Leute uns hassen, egal was wir tun.
    Es sollte dazu führen, dass wir unsere Rechte und Gesellschaftsform friedlich, aber offensiv verteidigen und nicht den Diener vor Terroristen machen, die nämlich genau dies erreichen wollten.


    Durch was werden die Herrschaften denn nicht provoziert?
    Unsere Lebensweise hier ist schon Provokation genug.


    Nicht unerwähnt möchte ich noch folgendes lassen:


    Während sich dort Muslime durch jede noch so kleine Äußerung eines einzelnen beleidigt und provoziert fühlen, werden dort Christen reihenweise getötet, die einfach nur da waren.
    Und auf die Befindlichkeiten dieser Irren sollen wir jetzt Rücksicht nehmen?


    Nie und nimmer, wenn es nach mir geht.


    Ein armer Tor, der auch noch glaubt, dass es was nützen würde.
    Der letzte hieß
    Chamberlain.


  • Und auf die Befindlichkeiten dieser Irren sollen wir jetzt Rücksicht nehmen?
    Nie und nimmer, wenn es nach mir geht.

    Da haste aber auch sowas von recht mit..
    auf diese religiösen Irren Rücksicht nehmen..no way !
    werde ich auch nie.
    8)

    .
    .
    .

    Verrückte ?? Verrückte explodieren nicht wenn das Sonnenlicht sie trifft, ganz egal wie verrückt sie sind. :pinch:

  • Das 14-minütiges islamfeindliche Video "Innocence of Muslims"
    sorgt für einen blutigen Aufstand in muslimischen Ländern. Das
    Feindbild: Der Westen, allen voran die USA.





    "Innocence of Muslims" -
    ein amateurhaft gemachtes Internetvideo über den Propheten Mohammed
    lässt fast die gesamte islamische Welt auf die Barrikaden gehen.
    Aufgebrachte Muslime stürmen in mehreren Ländern Botschaften: Im
    sudanesischen Khartum setzen Demonstranten die deutsche und britische
    Botschaft in Brand. Im jemenitischen Sanaa sind US-Marines gelandet. In
    Tunis gibt es Verletzte nahe der US-Botschaft. Tausende Palästinenser
    demonstrieren im Gazastreifen. Der Iran gibt der US-Regierung die Schuld
    an dem dilettantischen Anti-Islam-Video.


    Der mutmaßliche Produzent des Mohammed-Films, der koptische Christ
    Nakoula Basseley Nakoula, wurde am Wochenende in Kalifornien befragt. Er
    soll außerdem von einem Netzwerk radikaler evangelikaler Christen
    unterstützt worden sein. Die Schauspieler fühlen sich hintergangen, da
    speziell die antiislamischen Passagen nachsynchronisiert wurden. Das
    Video "Innocence of Muslims" verunglimpft den Propheten Mohammed als
    Frauenheld, Kinderschänder und Mörder. In Bengasi war am Dienstag
    US-Botschafter Chris Stevens bei einem Angriff auf das US-Konsulat
    getötet worden, just am 11. September. US-Sicherheitsexperten vermuten,
    dass der Angriff am Jahrestag des 9/11-Terror von Al-Qaida-nahen Gruppen
    bewusst geplant war.


    Wie brüchig sind die neuen Demokratien?
    Wie
    viel Provokation verträgt der Islam? Wie sehr werfen die tödlichen
    Ausschreitungen den Demokratisierungsprozess im arabischen Raum zurück?
    Kann der Hass zwischen radikalen Moslems und dem kapitalistischen Westen
    jemals beigelegt werden und ist der "war on terror" schuld an dieser
    Eskalation in der muslimischen Welt?


    Jürgen Peindl disktutiert in "Pro und Contra - Der AustriaNews Talk"
    darüber unter anderem mit Fritz Edlinger von der Gesellschaft für
    Österreich-Arabische Beziehungen und dem "Presse"-Journalisten Christian
    Ultsch.


    Gäste am Podium
    Fritz Edlinger, Generalsekretär der Gesellschaft für Österreich-Arabische Beziehungen
    Christian Ultsch, Leitung Außenpolitik, "Die Presse"
    David
    Harnasch, Chefredakteur des Vierteljahresmagazins "liberal" und
    Mitglied von "Die Achse der Guten", Journalisten- und Autoren-Netzwerk
    Imam Sheikh Hassan Dabbagh, Islamgelehrter

  • Sie
    wird bedroht, weil sie den Islam kritisierte: Die in Somalia geborene
    niederländische Publizistin Ayaan Hirsi Ali über den Aufruhr in der
    muslimischen Welt und die Reaktionen darauf.

    Die Welt: Eine
    neue Episode der weltweiten Gewalt und Proteste gegen die Beleidigung
    des Propheten Mohammed hat begonnen – diesmal ausgelöst durch ein
    unbedeutendes Youtube-Video. Es gab in der Vergangenheit bereits eine
    Fatwa (islamisches Rechtsgutachten) gegen den Autor Salman Rushdie,
    gewaltsame Proteste gegen dänische Mohammed-Karikaturen und Ihren
    eigenen Fall – Ihren Film über Frauen im Islam, nach dessen
    Veröffentlichung ihr Filmpartner Theo van Gogh von militanten Muslimen
    umgebracht wurde und Sie untertauchen mussten. Ist bei den Protesten
    diesmal etwas anders als bei den vorherigen?
    Ayaan Hirsi Ali: Ich
    würde sagen, dass diese Ausschreitungen alle aus einem Guss sind, denn
    sie haben alle den selben Ursprung: eine politische Ideologie
    eingebettet in eine 1400 Jahre alte Religion und Kultur, die keinen
    Platz bietet für Kritik an ihrem kulturstiftenden Vater und den heiligen
    Texten. Sobald es um den Koran geht und den Propheten, fühlen sich
    Muslime beleidigt durch jegliche Arbeit, die sie diesen beiden Symbolen
    gegenüber als respektlos empfinden: vom aktuellen Koran-Projekt in
    Deutschland, das eine ernsthafte wissenschaftliche Arbeit darstellt, bis
    hin zum berüchtigten Video auf Youtube. Für den Durchschnitt der
    Muslime ist das alles gleichermaßen ein Angriff auf ihren Glauben.
    Die
    Welt: Ein Unterschied zu den Protesten in der Vergangenheit ist, dass
    sie diesmal in der Folge des "arabischen Frühlings" stattfinden.
    Mittlerweile können die Massen ihre Meinung frei äußern und haben
    Führungen wie die Muslimbrüderschaft in Ägypten gewählt. Jetzt sind die
    Islamisten der Mainstream und sie sind so wütend wie die Menschen, die
    der Westen sonst als militanten Rand bezeichnet hat. Wie schätzen Sie
    das ein?
    Ayaan Hirsi Ali: Was wir in der Folge der Proteste in der
    arabischen Welt sehen, ist eine Abneigung gegenüber tyrannischer
    Herrschaft – egal, ob es ein säkularer Diktator oder eine religiöse
    Monarchie ist. Dort, wo die Diktatur gestürzt wurde, sehen wir – und das
    habe ich immer gesagt – eine starke Unterstützung für Regierungen, die
    sich auf dem politischen Islam gründen. Die Hauptströmung der
    Bruderschaft hat nie ein Geheimnis aus ihrer Zustimmung zu einem
    politischen und moralischen Rahmen gemacht, der auf islamischen
    Rechtsgrundsätzen basiert. Deswegen sollte es uns nicht überraschen,
    dass die Führer der Muslimbrüderschaft sich durch die negative
    Darstellung ihrer moralischen Richtlinien beleidigt fühlen.
    Die
    Welt: Während US-Präsident Barack Obama nach den Ausschreitungen an der
    Meinungsfreiheit festhält, sagt der türkische Ministerpräsident Recep
    Tayyip Erdogan, die Beleidigung des Propheten könne nicht als
    Meinungsfreiheit angesehen werden. Lassen sich diese konträren
    Positionen vereinbaren?
    Ayaan Hirsi Ali: Für mich symbolisiert das
    den "Kampf der Kulturen", den Samuel Huntington im Jahr 1993
    beschrieben hat. Es ist eine unangenehme Realität, der sich beide
    Kulturen gegenüber sehen: Es gibt gewisse Werte, bei denen können ihre
    Träger keinen Kompromiss eingehen. Premierminister Erdogan ist
    unermüdlich damit beschäftigt, Initiativen im Namen der islamischen
    Nationen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit für eine
    Gesetzgebung durch die Kanäle des internationalen Gesetzes zum Verbot
    der Blasphemie voranzubringen.
    Präsident Obama hat der islamischen
    Welt unermüdlich mitgeteilt, dass Amerika Freundschaft und Frieden mit
    den Muslimen auf der ganzen Welt anstrebt. Er hat gelobt, die
    amerikanischen Truppen aus dem Irak und aus Afghanistan abzuziehen. Er
    stand auch dem Sturz von Diktatoren, die Verbündete der USA waren, nicht
    im Weg. Und er hat Israel und einem Teil der jüdischen Bevölkerung in
    den USA vor den Kopf gestoßen, indem er versucht hat zu zeigen, dass die
    Palästinenser ebenso ein Partner der USA seien wie die Israelis.
    In
    Wirklichkeit ist keiner der beiden Anführer oder der Menschen, die ihn
    gewählt haben, darauf vorbereitet, dem anderen zu geben, was er möchte:
    Präsident Obama oder irgendein anderer amerikanischer Präsident wird
    keinen Kompromiss bei der Meinungsfreiheit eingehen. Und
    Ministerpräsident Erdogan oder irgendein anderer muslimischer Führer
    wird sich nicht zurücklehnen und Blasphemie gegen islamische Symbole
    akzeptieren.
    Die Welt: Die Demokratisierung der Medien bedeutet,
    dass jeder auf der ganzen Welt Videos versenden kann – und diese auch
    von jedem gesehen werden können. Das birgt gewisses Konfliktpotenzial...
    Ayaan
    Hirsi Ali: Genauso ist es. Westliche Staaten beruhen auf dem Prinzip,
    dass der freie Meinungsaustausch von der Verfassung geschützt ist. So
    ist den Filmemachern in Hollywood oder den großen Verlagshäusern in New
    York nichts heilig: Wenn ein Film gut ist, erhält er einen Oscar. Ist er
    schlecht, wird er in den Rezensionen zerrissen. Dabei ist kein Thema
    tabu, ob es nun um Jesus Christus, Sex, Geld, Schwule, Juden oder Frauen
    geht.
    Erdogan und der ägyptische Präsident Mohammed Mursi wollen
    offenbar nicht verstehen, dass in einer Verfassungsdemokratie der
    Premier oder Präsident gar nicht die Macht und das Recht haben, die
    freie Meinungsäußerung einzuschränken. Wenn Obama sagt, der
    islamfeindliche Film sei unwürdig und repräsentiere nicht die Meinung
    der US-Regierung, ist das eben nur seine Privatmeinung – und nicht das
    Gelöbnis, die Macher des Films zu bestrafen.
    Die Welt: Was soll der Westen also tun?
    Ayaan
    Hirsi Ali: Als die einzig verbliebene Supermacht stehen die USA vor der
    großen Herausforderung, so weit es geht Konflikte zu vermeiden. Das ist
    umso schwieriger, als der amerikanische Einfluss abnimmt und der seiner
    Feinde wächst. Im Verhältnis zur muslimischen Welt hat sich in den
    vergangenen drei Jahrzehnten Folgendes gezeigt: Zu propagieren, dass
    sich gegenseitig ausschließende Moralvorstellungen vereinbaren lassen,
    löst das Problem nicht – ganz im Gegenteil, es verzögert nur die
    unausweichliche Auseinandersetzung in diesem ideologischen Streit.
    Amerika
    wird genauso wenig von der Meinungsfreiheit abweichen, wie die Muslime
    nicht akzeptieren werden, dass eine Beleidigung ihrer religiösen Ikonen
    straffrei bleiben darf. Von daher ist der einzige Ausweg eine wahrhafte
    Auseinandersetzung, bei der jede Seite versucht, der anderen zu
    beweisen, dass die jeweiligen Wertvorstellungen überlegen sind. Mit
    anderen Worten: Der Westen sollte endlich aufhören mit der moralischen
    Relativierung und damit beginnen, seine Werte zu verteidigen. Das wird
    im Endeffekt weniger Leben kosten, als sich vorübergehend mit Diktatoren
    und Tyrannen zu verbünden.
    http://de.nachrichten.yahoo.co…1lBHB0A3NlY3Rpb25z;_ylv=3

  • Ich stimme dir ja weitesgehend zu, aber was hat das jetzt mit meinem Blog zu tuen? Ich habe Kritik an diesen gewissen Islamkritikern geübt. Die Reaktionen des Islams auf das Video sind ein ganz anderes Thema. Ich wollte hingegen mal einen Part beleuchten, der von den Medien bisher ignoriert wurde bzw. mit dem Etikett "rechtsextreme Dumpfbacken" versehen wurde. Das empfinde ich imemr als unzureichend. Auch Kritiker sollen kritisiert werden in ihrer Vorgehensweise. Verbote habe ich mit keinem Wort gefordert.


  • Von dieser Seite habe ich noch nie gehört. Wenn allerdings ein privater Betreiber das Video nicht auf seiner Webseite haben möchte ist doch sein gutes Recht. Auf Youtube kann man es trotzdem ansehen. Eine staatliche Zensur liegt nicht vor.


    @Provokateur und alle anderen
    Ich habe dieses Interview gestern bereits bei Welt.de gelesen. Es hat trotzdem nichts mit meinem Blog zu tuen. Ich möchte euch alle bitten euch an das vorgegebene Thema zu halten. Wenn ihr über den Islam reden wollt, dann macht der Übersicht halber bitte einen eigenen Thread dazu auf, wo wir darüber diskutieren können. Dann könntet ihr diese thematisch unpassenden Beiträge auch darein verschieben.

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