Erdogan Proteste

  • Ata Türk hat damals genauso durchgegriffen. Diese Zerrisenheit ist nicht neu.


    "Im Laufe seiner Amtszeit führte Atatürk tiefgreifende Reformen im politischen und gesellschaftlichen System durch, die die Türkei in einen modernen, säkularen und am Westen orientierten Staat verwandeln sollten. Im Jahre 1922 wurde das Sultanat abgeschafft und am 29. Oktober 1923 das Kalifat. Am 20. April 1924 trat eine neue Verfassung in Kraft, durch die unter anderem die religiösen Gerichte abgeschafft wurden. Im Jahr 1925 wurden im Zuge einer Hutreform derFez (traditionelle türkische Kopfbedeckung der Männer) verboten. Später wurde der Schleier für die Frau verboten und die Koedukation eingeführt. Im selben Jahr wurden sowohl die islamische Zeitrechnung als auch der parallel verwendeteRumi-Kalender abgeschafft und durch den Gregorianischen Kalender ersetzt. Zudem wurde das metrische System eingeführt.In den folgenden Jahren wurden ganze Rechtssysteme aus europäischen Ländern übernommen und den türkischen Verhältnissen angepasst. 1926 wurde zunächst das Schweizer Privatrecht mit dessen Quellen – Zivilgesetzbuch undObligationenrecht – und damit die Einehe, das Scheidungsrecht und die Gleichstellung von Mann und Frau übernommen. Es folgten das deutsche Handelsrecht und das italienische Strafrecht. Durch Verfassungsänderungen in den Jahren 1928 und 1937 wurden Säkularisierung und Laizismus in der Verfassung verankert und 1928 die arabische Schrift durch die Lateinische ersetzt. Am 11. Dezember 1934 bekamen Frauen durch das Gesetz Nr. 2599 das aktive sowie passive Wahlrecht.
    Grundlage Atatürks Handelns war die Ideologie des Kemalismus, der auf sechs Prinzipien basiert: türkischer Nationalismus, Laizismus, Republikanismus, Etatismus, Revolutionismus und Populismus.
    Die Reformen wurden von traditionalistischen Kräften nicht ohne Widerstand hingenommen. So kam es am 13. Februar 1925 zu einem Aufstand der kurdischen Minderheit unter Scheich Said. Sie bildete eine Mischung aus kurdischem Nationalismus und einem Widerstand der Geistlichen gegen die Säkularisierung der Türkei. Der Aufstand wurde wie andere Aufstände durch das Militär gewaltsam niedergeschlagen."
    wiki


    EMRE KIZILKAYAChief Editor of Foreign News Service at Hürriyet, Turkey's largest newspaper. Blog


    [video]

    [/video]

  • Grundlage Atatürks Handelns war die Ideologie des Kemalismus, der auf sechs Prinzipien basiert: türkischer Nationalismus, Laizismus, Republikanismus, Etatismus, Revolutionismus und Populismus.
    Die Reformen wurden von traditionalistischen Kräften nicht ohne Widerstand hingenommen. So kam es am 13. Februar 1925 zu einem Aufstand der kurdischen Minderheit unter Scheich Said. Sie bildete eine Mischung aus kurdischem Nationalismus und einem Widerstand der Geistlichen gegen die Säkularisierung der Türkei. Der Aufstand wurde wie andere Aufstände durch das Militär gewaltsam niedergeschlagen."


    Ich glaube nicht, daß man dies unebdingt mit der heutigen Situation vergleichen kann. Kemals Reformen waren weitaus radikaler, als das was Erdogan bislang geschaffen hat. So radikal ist auch wiederrum nicht die Gegenwehr gegen Erdogans System. Sind ja im Grunde garnicht mal wirklich gewalttätige Aufstände. Die haben an sich nichts staatsbedrohendes. Ich würde auch nicht schätzen, daß es soweit ausarten könnte.

  • Hallo, FC- und Bayern- Anhänger ;)


    In Istanbul gab's eine Fußballsensation der ganz eigenen Art.
    Statt wie sonst gegeneinander zu kämpfen, schließen sich die Fans der 3 größten, rivalisierenden Klubs Istanbuls zusammen und demonstrieren gemeinsam gegen Erdogan und seine Politik:


    Türkei
    Fußballfans fordern Erdogans Rücktritt

    Türkische Fußballfans demonstrieren am Samstag in Istanbul auf dem Taksim-Platz. Foto: Reuters
    Die Proteste in Istanbul erhalten am Abend Zulauf von Zehntausenden Fußballfans.
    Die Polizei hält sich vorerst zurück. Die Regierung gerät international immer mehr in die Kritik. Der Forderung nach vorgezogenen Parlamentswahlen erteilt die AKP eine Absage.

    Die Protestwelle gegen den türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hat am Samstagabend Zulauf von Zehntausenden Fußballfans erhalten. Auf dem Taksim-Platz in Istanbul und in den umliegenden Straßen versammelten sich am Abend noch mehr Menschen als an den Tagen davor, berichteten Augenzeugen. Für Sonntag riefen die Organisatoren zu einer neuen Großkundgebung auf, während die islamisch-konservative Regierungspartei AKP am kommenden Wochenende zwei Gegendemonstrationen organisieren will.


    Die AKP schloss unterdessen Neuwahlen als Reaktion auf die Protestwelle im Land aus. "Es gibt keinen Grund für vorgezogene Wahlen. Regierung, Parlament und Kabinett arbeiten wie ein Uhrwerk", sagte Parteisprecher Hüseyin Celik am Samstag in Istanbul nach einem Treffen der AKP-Spitze. Der Vorsitzende der ultranationalistischen Oppositionspartei MHP, Devlet Bahceli, hatte Neuwahlen gefordert.


    MHP-Vorsitzender Bahceli war vor einigen Tagen auf den Protestzug aufgesprungen. Er sagte am Samstag, Erdogan habe die Krise im Land mit seinen Äußerungen verschärft. Er müsse nun sein Mandat erneuern.
    Quelle: FR online


    Tausende Anhänger der drei großen rivalisierenden Istanbuler Fußballclubs
    kommen am Taksim-Platz zu Kundgebungen gegen Ministerpräsident Erdogan zusammen.
    Foto: Reuters

  • Naja offenbar sind Fenerbahce-Fans doch nicht nur besserverdienende Erfolgsfans, wie ein Kollege von mir immer behauptet. Schon bemerkenswert, diese Solidarität. Könnte ich mir bei Bayernfans aber sicher nicht vorstellen. Die lieben nämlich totalitäre Parteien wie die CSU zB und kennen neben materiellem Erfolg überhaupt keine Moral. Die würden sogar für Erdogan auf Straße gehen.



    Kein Vergleich, Heinz sondern eher eine Herleitung für die "Zerrissenheit" der türkischen Bevölkerung.


    Würde mich mal interessieren, wie das genau aussieht. Meine laienhaften Beobachtungen der Aufstände lassen mich das bislang eher als Generationenkonflikt interpretieren.

  • Was von der zunächst zugesagten Gesprächsbereitschaft Erdogans zu halten ist, zeigt sich derzeit auf dem Istanbuler Taksim-Platz.
    Aktuell meldet SPON:


    Proteste gegen Erdogan:
    Türkische Polizei startet Großeinsatz auf Taksim-Platz

    Die Sicherheitskräfte setzen Wasserwerfer, Panzerfahrzeuge und Tränengas ein:
    In Istanbul geht die Polizei gewaltsam gegen die Demonstranten auf dem zentralen Taksim-Platz vor. Ob es sich um eine Räumung handelt, ist noch unklar.


    Istanbul - Am Montag hatte der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan noch Gespräche mit den Demonstranten in Istanbul angekündigt - nun setzt er offenbar doch auf eine gewaltsame Lösung der Dauerproteste in der größten Stadt des Landes.
    Die Polizei ist am Dienstagmorgen auf den Taksim-Platz in Istanbul vorgedrungen, einem Zentrum der regierungskritischen Proteste der vergangenen Tage.
    Unter anderem setzten die Spezialeinheiten laut dem Bericht eines AFP-Fotografen Tränengas ein. Sie wurden unterstützt von gepanzerten Fahrzeugen, die mit Wasserkanonen ausgerüstet waren. Der TV-Sender al-Dschasira zeigt Bilder von Wasserwerfern, die gegen Barrikaden eingesetzt werden. Aus den Reihen der Demonstranten fliegen immer wieder Steine und kleinere Brandsätze in Richtung der Beamten.


    Quelle und weitere Informationen


    Mittlerweile eskaliert die Situation:


    Gewalt in Istanbul:
    Demonstranten verteidigen Gezi-Park gegen Polizei


    Foto Reuters
    Text: Taksim Solidarität


    Foto: AFP
    Dieser Demonstrant steht in Flammen, nachdem er von einem Molotow-Cocktail getroffen wurde.


    Quelle

  • Die letzte Antwort auf dieses Thema liegt mehr als 365 Tage zurück. Das Thema ist womöglich bereits veraltet. Bitte erstellen Sie ggf. ein neues Thema.