Angst vor den Genen?

  • Zitat von »Brust oder nicht«
    Ich finde es schon erstaunlich,dass hier Herren über ein "weibliches" Problem so vielfach ihre Meinung äussern!
    Diskutieren wir hier etwa über Prostata-Prophylaxe oder ähnlich Männer-Probleme? Nein!

    Zitat

    Stimmt doch garnicht. In Beitrag #4 wurde genau darüber gesprochen.

    Und sowieso: so oft geh ich gar nicht in die Kneipe. Es gibt wichtigere Worte als "Prost". :|


    Auf die Idee aus so was ein Thema zu machen kann nur ne Saufziege kommen. :D

  • Die Jolie selbst interessiert mich nur als Katalysator einer Diskussion über medizinische Möglichkeiten und deren ethisch vertretbare Nutzung.
    DAS interessiert mich, und zwar umso mehr, als zwei meiner Freundinnen an Brustkrebs gestorben sind und derzeit eine Bekannte gegen ihren erneut ausgebrochenen Brustkrebs kämpft.
    Aus ihrer Sicht kann es für Frauen sehr wohl von Interesse sein zu wissen, ob sie genetisch belastet sind.
    Was immer noch nicht heißt, dass sie dann 'automatisch' die Brüste entfernen lassen sollten.
    Aber vielleicht ist es ab einem gewissen Alter und unter bestimmten Gegebenheiten eine mögliche Alternative zum schicksalsergebenen Harren auf den allzu wahrscheinlichen Ausbruch der Krankheit.
    ?(

    Eines noch:
    Bekannte Persönlichkeiten haben auch früher schon über ihre Krankheiten berichtet, nicht aus Sensationshascherei sondern in durchaus ernsthafter Absicht.
    Ich erinnere an Mildred Scheel, die aus eigenerBetroffenheit (Krebs) ihreStiftung gegründet hat, Betty Ford, die eine Suchtklinik gründete, Joachim Fuchsberger, der offen seinen Hodenkrebs thematisierte und andere mehr.

  • Nachtrag zum umstrittenen Thema:


    Die Tante von Angelina Jolie ist nach Angaben ihrer Angehörigen an Brustkrebs gestorben. Erst vor zwei Wochen hatte Jolie ihre Brustamputation öffentlich gemacht mit der Begründung, sie leide an einem hochriskanten Gendefekt. 2007 war bereits die Mutter der Schauspielerin daran verstorben.


    Los Angeles - Vor rund zwei Wochen gab Angelina Jolie bekannt, dass sie sich wegen eines erhöhten Krebsrisikos vorsorglich beide Brüste abnehmen ließ.
    Nun ist ihre Tante Debbie Martin an Brustkrebs gestorben. Am Sonntag starb sie im Alter von 61 Jahren in einem Krankenhaus in Escondido im US-Bundesstaat Kalifornien.


    Debbie Martin war die jüngere Schwester der ebenfalls an Brustkrebs gestorbenen Mutter Jolies. Marcheline Bertrand erlag 2007 im Alter von 56 Jahren ihrem Krebsleiden.


    Auch Jolies Tante litt offenbar an diesem Gendefekt, wie Ron Martin sagte. Sie habe aber erst davon erfahren, als die Ärzte bei ihr bereits Krebs diagnostiziert hatten. Das war laut ihrem Ehemann im Jahr 2004.
    "Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir natürlich dasselbe gemacht, was Angelina jetzt getan hat", sagte Martin.
    Quelle

  • Ich glaube in dieser Frage gibt es kein generelles richtig oder falsch.
    Jeder Mensch geht anders mit Ängsten und Bedrohungen um und ist da sehr unterschiedlich belastbar.
    Ich kenne Leute die Krebs hatten, als geheilt gelten, und schon Wochen vor jeder Nachsorgeuntersuchung Panik bekommen. Die reden von nichts anderem mehr und lassen sich davon vollkommen beherrschen. Da ist nur wenig Lebensqualität. So jemand sollte sich die Brüste vielleicht wirklich entfernen lassen, wenn er dieses Gen nachweislich hat.
    Die Alternative zur Entfernung der Brüste ist halbjährlich Ultraschall und jährlich MRT.
    Davor, also vor dem Ergebnis, dem Bangen, dem Warten, haben viele grosse Angst. Manche drehen fast durch dabei. Andere wiederum sehen es gelassen und zerbrechen sich nur über gelegte Eier den Kopf. Erst wenn tatsächlich was gefunden wird, ist Zeit sich Gedanken zu machen. Und selbst dann muß man nicht gleich mit dem Schlimmsten rechnen, weil viele Krebsarten können gut geheilt werden oder man bekommt den Krebs in den Griff.
    Es ist ja nicht so, daß man heutzutage an frühzeitig erkanntem Brustkrebs stirbt.
    Ich kenne viele Frauen, die ihren Brustkrebs schon 20 Jahre überlebt haben und guter Dinge sind.
    Und ganz sicher können die Frauen mit den entfernten Brüsten auch nicht sein.
    Niemand kann sicher sein, daß er nicht irgendeine Art Krebs bereits hat.
    Für Frauen, die gut mit der Gefahr umgehen können, finde ich es übertrieben so eine schwerwiegende OP machen zu lassen und nicht lieber regelmäßig zu den Untersuchungen zu gehen.
    Richtig finde ich es, an die Öffentlichkeit zu gehen. Nur damit erreicht man ein Bewußtsein für die Gefahr und die Möglichkeiten der Vorsorge. Und wenn nur eine Handvoll Frauen jetzt wegen Angelina Jolies Geschichte zur Vorsorge ging und bei einer davon ein Brustkrebs rechtzeitig gefunden wurde. Über Promis wird halt geredet. Bei Noname hört keiner zu.

  • Als 2010 der Urologieprofessor nach einer Operation in seinen Bericht schrieb, er habe eine Gewebeprobe an die Pathologie geschickt, schrillten bei mir die Alarmglocken. 3 Wochen saß ich auf heißen Kohlen. "Das dauert immer was", wurde mir gesagt. Als ich dann zum niedergelassenen Urologen ging und stundenlang warten musste, geriet ich fast in Panik. "Und" fragte ich dann. Mein Arzt wusste überhaupt nicht, wovon ich redete. "Das Ergebnis der Pathologie." Er blätterte in seinen Unterlagen. "Ach so. Das war nichts." Ich bekam eine Kopie. Gleich anschließend ging ich zum Kardiologen und zeigte ihm das Schreiben. Der studierte das Schreiben und lachte dann: "Sehen Sie hier, das ist mein Zeichen. Ich habe das Ergebnis in der Klinik angefordert."


    Auf die Idee, dass mich das Ergebnis am meisten interessieren könnte, ist keiner von den Kapazitäten gekommen. 3 Professoren!




    Irgendwann habe ich ein Selbstgespräch mit mir geführt: "Hörst du mit dem Rauchen auf?" Jahre lang auf eine liebgewordene Gewohnheiten verzichten und dich quälen oder vielleicht elend krepieren?" Ich wählte das Risiko.




    Meine Lebensgefährtin entdeckte vor 6 Jahren einen Knoten in der Brust. Sie sprach mit keinem darüber. Mit keinem Arzt, nicht mit ihren Töchtern und nicht mit mir. 2009 dann ging es schnell. Ihren Abschiedsanruf habe ich noch auf dem Anrufbeantworter. "Mir geht es nicht besonders. Ich will mal ein paar Tage meine Ruhe haben. Ruf mich nicht mehr an, ich melde mich wieder. (leise) Tschüss." Ich ahnte noch nichts und dachte an Stress, weil sie die Wohnung ihrer Tochter verkaufen wollte. Am nächsten Tag rief mich die älteste Tochter an und weinte. "Der Arzt hat mich angerufen. Die Mutter hat Krebs. Nix mehr zu machen." Zweimal habe ich sie in der Frauenklinik besucht, dann wollte sie keinen mehr sehen oder sprechen. 14 Tage später war sie tot. Metastaten in der Leber. Für Dignitas war es zu spät. Sie war transportunfähig. Im kleinen Kreis haben wir die Urne unter einer dicken Eiche im Friedwald bei Münstereifel in ein Loch gesenkt. "Ich will doch nur noch ein paar Schritte in meiner Wohnung laufen.", waren die letzten Worte. Sie war 4 Tage älter als ich.




    Eine meiner Jugendlieben ist mit 20 an Knochenkrebs gestorben. Die andere Jugendliebe (73) sammelt Goldmedaillen im Schwimmen.

  • mit 76 oder 78 brauchste nicht mehr mit dem Rauchen aufzuhoeren. Es wuerde nichts aendern. Also: Rauch einfach weiter und geniesse es, wenn es so ist.

  • Irgendwann habe ich ein Selbstgespräch mit mir geführt: "Hörst du mit dem Rauchen auf?"
    Jahre lang auf eine liebgewordene Gewohnheiten verzichten und dich quälen oder vielleicht elend krepieren?" Ich wählte das Risiko.

    ?(

    Zitat

    checkmate
    Wenn ich mich recht entsinne, geht es nicht um mein Rauchen.

    :thumbsup:

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