Das war heute die Eilmeldung, die mich am PC in einem I-netcafe erreichte.
hmm. Erleichterung? Genugtuung? Mit Sicherheit nicht bei mir.
Eines aber muss gesagt werden: Wer Chavez omnipraesent auf allen gleichgeschalteten Kanaelen erleben "durfte", atmet auf, dass dies vorbei ist. Seine stundenlangen Selbstbeweihraeucherungsendungen "Aló, Presidente" konnte ich mir nur dreimal ansehen, um zu beschliessen, nicht eine seiner insgesamt 370 Folgen mehr anzuschauen und zu hoeren. Grauenhaft !!
Zweifelsohne hat er Verbesserungen in die Wege geleitet, die die "Schwachen" schuetzten und unterstuetzten. Mit seinen Misionen hat er mehr Bildung unters Volk gebracht. Niemals zuvor hatten die Armen in Venezuela einen solch maechtigen Unterstuetzer. Und diese arme Bevoelkerung war ein Produkt des Kapitalismus vor Chavez. Nur deshalb ist er an die Macht gekommen, weil er ihr versprochen hat, dass es durch ihn aufwaerts geht. Der stetige Anstieg des Oelpreises half ihm, seine Projekte durchzuziehen.
Ob die Opposition nach seinem Tode an die Macht kommt, ist noch nicht eindeutig zu sagen. Moeglich waere es. Ob es mit ihr besser wird, darf auch bezweifelt werden. Wenn aber der neue Praesident die Aermsten der Armen nicht vergisst, wird er zumindest eine starke Mehrheit in Zukunft hinter sich haben.
Der neue Praesident sollte klueger als Chavez sein und mehr diplomatisches und wirtschaftliches Geschick vorweisen koennen. Die Kriminalitaet unter Chavez ist so inflationaer gestiegen wie der schwache "Bolivar". Einen kommunistischen Freund (Fidel Castro) als Ziehvater zu haben, hilft nicht, eine funktionierende Wirtschaft aufzubauen.
Seine Idee vom Sozialismus ist auf den ersten Blick nicht schlecht, aber nur auf den ersten Blick. In Wirklichkeit ist er (der Sozialismus) eine Idiotie gewesen. Dass, was ich unter sozial verstehe, fand hier nicht statt. Sich mit Geschenken die Wiederwahl zu sichern, mag zwar fuer ihn gut gewesen sein, aber das Land hat sich dadurch nicht entwickelt. Produziert werden bei uns Erdoel und viele niños. that´s it. Der "Rest" wird importiert. Sein Hass auf die "Gringos" war so gross, dass er populistisch den starken Mann vor der heimischen Bevoelkerung spielte.
Aber ohne die Gringos waere Venezuela laengst pleite. Und ohne die Importe koennten wir jeden Tag Arepa und Empanadas essen. Die Firmen mit know how hat er entweder vertrieben oder "enteignet". d.h. nicht wirklich, denn er kaufte sie zu Weltmarktpreisen auf. Vieles wurde verstaatlicht. Dementsprechend schludrig und schlampig wurden die Betriebe gefuehrt. Notwendige Wartungsarbeiten wurden nicht durchgefuehrt, weil seine korrupten Parteifreunde sich die Kohle in die Taschen stopften, anstatt sie zu investieren.
Es lag also nicht alles an Chavez, der wirklich an seine Ideen geglaubt hat, sondern an seiner bluehenden Phantasie, dass er mit seinen Landsleuten eine Revolution durchziehen koennte,(das ist in Vene nicht moeglich, weil das Wetter zu schoen ist) und an seinen Parasiten, die in unglaublichem Reichtum leben. Sie gehen lieber an den Strand, anstatt zu revoltieren
Es gibt noch viel mehr Gruende, warum ich diese Art von Sozialismus ablehne, weil er keine echte Alternative ist, sondern nur ein Blendwerk. Die Reichen wurden durch ihn noch reicher, die Armen blieben arm, weil sie keine Bildung haben. Aber sie muessen wenigstens nicht hungern und bekamen viele neue Wohnungen sozusagen geschenkt.
Ich hatte durch Chavez keine Nachteile. Sein autokratischer Fuehrungsstil stoerte mich nicht, weil ich weit vom "schuss" wohne. Fuer mich zaehlen nur meine Mitmenschen in naechster Umgebung. Und die sind entspannt und recht feundlich. Wenn ihr Fragen habt, stellt sie. Ich werde versuchen, so "objektiv" wie moeglich sie zu beantworten.
Eines hat Chavez geschafft: naemlich die Ausbeutung durch die USA und anderer Nationen einzudaemmen oder ganz abzuschaffen. Das kann man ihm getrost auf die Fahnen schreiben.
Es haette alles viel besser sein koennen, wenn er nicht durch seinen Personenkult mit Simon Bolivar abgelenkt und durch seine Unterstuetzer wie ein Huhn ausgenommen worden waere. Er musste sich die Macht erkaufen, und die Wahlen hat er ebenfalls nur durch Geschenke gewonnen, nicht durch gute Politik.