El comandante Hugo Chavez Frias ist tot

  • Das machen "wir" auch so, um als Europa auf dem Weltmarkt "unsere" Stellung behaupten zu können. Wir unterstützen die Mitgliedsländer im eigenen Interesse ... aber nicht im persönlichen Interesse von Angela Merkel!
    Dass Hugo Chavez nur im persönlichen Interesse gehandelt hat, kann ich ihm nur schwer unterstellen. Er kam von ganz unten und wusste, wie man da lebt und sich fühlt. Den sogenannten Eliten hat er misstraut.


    Natuerlich hat Chavez auch in eigenem Interesse gehandelt, anders geht es gar nicht, und zwar in fast allen Bereichen. Dass ihm die arme Bevoelkerung ebenfalls am "Herzen" lag, bestreite ich dabei nicht. Um seine Ideen vom Sozialismus des 21. JH. durchzusetzen, musste er sich Gefolgsleute erkaufen und Oppositionelle ausschalten.

    Frau Merkel wird keine 10 % von dem verdient haben, was Chavez sich einsackte. Alles vom sog. Volkseigentum. Kam ja nicht aus seinem Privatvermoegen. Wenn schon kleine Zollbeamte Dollarmillionaere durch ihn geworden sind, dann koennt ihr euch vorstellen, wie sich Chavez den Sozialismus vorstellte ?? Lug und Trug an allen Ecken. Nichts ist transparent. Die Einkommen der Politiker schon mal gar nicht. Augenwischerei fuer die Weltoeffentlichkeit. Er wollte einmal im Leben den grossen Fuehrer spielen. Das waere ihm fast gelungen. Venezuela ist ein Entwicklungsland, das kann man doch nicht mit Europa auf eine Stufe stellen? Gesetze haben wir zwar auch, aber an die haelt sich kaum ein Venezolaner. Die Chavistas am wenigsten. Es herrscht eine sonnige Anarchie.

    Vor Chavez Zeiten gab es Korruption, das wissen wir. Aber unter Chavez gab es eine perfide Steigerung. Naemlich: Noetigung. Wer z.B. seinen Container aus dem Hafen abholen wollte, zahlte nicht nur die MWST und den 20 %igen Zoll, sondern wurde von den Zoellnern genoetigt, eine nicht unerhebliche Summe an sie zu zahlen, damit sie ihre Klamotten ueberhaupt bekamen. Mir selbst zweimal passiert. Schon 1999 und 2000. Es war ein Freikaufen seines importierten Eigentums. All diese Verbrecher hat er wachsen und gedeihen lassen, obwohl er 1998 mit dem Versprechen antrat, gegen die Korruption anzugehen. Ein Politclown und Quatschkopf erster Guete. Ich durfte ihn 14 Jahre "geniessen", mir reicht es. GsD importiere ich nichts mehr, so dass ich von diesen Halunken verschont bleibe.

    Ja, er kam von "unten". Aber all seine Unterstuetzer, die ihm zur Macht verhalfen, kamen auch von "unten" und sind mehrfache $Millionaere, wenn nicht sogar Milliardaere. Den wirklich Armen geht es nur insofern besser, dass sie nicht hungern muessen und ihr Bierchen trinken koennen. Ansonsten sehe ich die Slums wie vor 14 Jahren. Die paar Sozialbauten, die zu Propagandazwecken im Fernsehen gezeigt werden, sind eine Farce. Stattdessen geht er in Russland shoppen, um sich mit Waffen einzudecken. Wofuer braucht er die ?Wo er doch nur befreundete sozialistische Staaten um sich herum hat ?? Das ist alles nicht schluessig.

    Oppositionelle Politiker mussten ins Ausland fliehen, weil man ihnen "Steuerbetrug" vorwarf. Also aehnlich, wie es das "Vorbild" Russland mit dem Oel-Oligarchen Michail Borissowitsch Chodorkowski machte. Wer nicht fuer Chavez war, war sein Feind. Arbeit bekamen nur jene, die fuer ihn stimmten. Man stelle sich vor, in Deutschland bekaeme man nur einen Job, wenn man Merkel waehlt ? bella vista :thumbdown:

    Arbeiter undAngestellte, die fuer die Chavistas arbeiteten, bekamen am Jahresende ihren Lohn nicht und mussten mehrere Monate auf ihr Geld warten. Und das ist seit 14 Jahren so!!! All das muss er gewusst haben, hat es aber nicht abgestellt. Wahrlich ein grosser Freund seines "Pueblo". Nun hat ihn Gott, an den er ja glaubte, zu sich geholt, um dem Sonnenstaat eine Pause von so herzensguten Sozialismus zu goennen.

    Alle Diktatoren oder Autokraten muessen mit Feindbildern arbeiten, um von der schlechten wirtschaftlichen und innenpolitischen Lage abzulenken. Siehe Nordkorea. Gibt es in Demokratien natuerlich auch. Siehe Israel. Da isset an der Tagesordnung. Dadurch versucht man das Volk gegen den boesen, boesen Feind zu vereinen und auch zu erklaeren, warum es so mies im Lande aussieht.

    Der wahrscheinliche Nachfolger von Chavez, Maduro, ist nun taeglich im TV auf allen gleich geschalteten Kanaelen zu sehen und schleimt sich dermassen peinlich bei der Bevoelkerung ein, dass man nur noch mit Spikes zum Fernseher schreiten kann. In weissem Gewand tritt er vor die Kameras und mimt den Hobby-Jesus in Sachen Wahl.

    Venezuela braucht Leute mit Gehirn, Fachleute, die studiert haben, und keine Busfahrer und Prediger als Praesidenten. Erst wenn das Land wirtschaftlich total am Boden liegt, so dass es auch die duemmsten Indios merken, wird sich etwas aendern. Solange aber koennen sich alle noch die Taschen mit Petrodollar vollstopfen und spaeter ins Ausland fluechten, weil das Volk sie zum Teufel gejagt hat.

  • Venezuela braucht Leute mit Gehirn, Fachleute, die studiert haben, und keine Busfahrer und Prediger als Praesidenten


    Da hast du wohl recht.


    Danke für den Einblick, wie Korruption sich "anfühlt". Dass es sie überall gibt, nicht nur in Entwicklungsländern jeder Couleur, weiß man ja. Aber man erlebt sie nicht so hautnah.


    Korruption soll es ja sogar in hochentwickelten Industriestaaten geben.


    Ich bin gespannt, wie es weiter geht in Venezuela und ganz Leiteinamerika.

  • Die Idee "Sozialismus" benötigt zur Umsetzung Menschen die aus sich selbst heraus
    das wohl der allgemein als höchstes gut ansehen und entsprechend tun und handeln.


    Natürlich absurd das von Aggressiven Primaten zu erwarten.
    Die zocken einen lieber ab und machen aus Scheisse Geld (Gold).


    Haste völlig recht TeX,so rum is besser. ;)

    .
    .
    .

    Verrückte ?? Verrückte explodieren nicht wenn das Sonnenlicht sie trifft, ganz egal wie verrückt sie sind. :pinch:

  • Nunja die Realität ist nunmal, daß die Menschheit aus selbstgerechten, gierigen Arschlöchern besteht. Dessen kann Sozialismus auch nur mit Zwang funktionieren, weil sich nicht der menschlichen Natur angegliedert, und er kann auch nur funktionieren, wenn er kein kapitalistisches System zum Konkurrenten hat.


    Der Kapitalismus schafft es allerdings letztendlich auch jeden Karren an die Wand zu fahren. Die Erfahrung durfte man nun nicht zum ersten mal machen. Beim Kapitalismus dauert es nur etwas länger.


    Ich finde man darf sich also ruhig mal etwas neues überlegen. Ein System, was wir bisher noch nicht hatten. Wenn ich nun Comandante werden könnte würde ich gerne mal was ausprobieren. Was muss ich dafür tuen, lieber Mindfreak? :)

  • Kurz vor der Wahl des neuen Präsidenten eröffnet arte eine Themenseite und gibt Informationen:


    Venezuela: Die Wahl nach Hugo Chávez
    Hugo Chávez hat Venezuela bis zu seinem Tod entscheidend geprägt. Bei der Wahl am Sonntag hat das Land die Wahl zwischen seinem Kronprinzen und einem liberalen Oppositionellen.
    [....]
    Land der Paradoxe
    Hohe Inflationsraten trotz Erdölreichtum, das ist eines der Paradoxe des südamerikanischen Landes. Noch überraschender: Venezuela deckt seinen eigenen Energiebedarf zu mehr als 60% aus Wasserkraft. Sehen sie dazu unseren interaktiven Steckbrief:


    8) zur arte Themenseite 8)

  • Personenkult und Heldenverehrung, ins Groteske gesteigert


    Venezuela: Wahlkampf mit einem Toten
    Von Jens Glüsing, Rio de Janeiro




    AP/ Miraflores Press Office
    "Ich bin Chavez' Sohn": Bei der Wahl in Venezuela am Sonntag will der linke Interimspräsident Maduro vom Charisma des toten Caudillo profitieren. Den Wahlkampf führt er wie ein Wanderprediger, die Anhänger seines Herausforderers beschimpft er als "Kinder Hitlers".
    [.....]

    Hier ein Textausschnitt
    Maduro führt den Wahlkampf als Wanderprediger
    Viele Arme beten zu dem Verstorbenen wie zu einem Heiligen.
    Im Elendsviertel 23 de Enero in Caracas, einer Hochburg der Chávez-Anhänger, haben Anwohner eine "Kapelle des Heiligen Hugo" eingerichtet; an der Wand prangt ein Jesus am Kreuz, er trägt Militäruniform und rotes Barett - die Insignien des toten Caudillo. Maduro führt den Wahlkampf als Wanderprediger, er stellt seinen Anhängern "die Revolution der Wiederauferstehung unseres Comandantes" in Aussicht und vergleicht die Trauer der Chávez-Anhänger mit dem Schmerz der Apostel, als Jesus ans Kreuz genagelt wurde. Die katholische Kirche Venezuelas protestierte vergeblich.

    Nur zehn Tage dauert der Wahlkampf, der Termin wurde 30 Tage nach Chávez' Begräbnis angesetzt. Das kommt der Regierung gelegen: Je näher der Wahltag am Todesdatum liegt, desto lebhafter die Erinnerung an den Volkshelden. Aber wie lange trägt der Chávez-Bonus? Mit jedem Tag verblasst die Erinnerung, gleichzeitig melden sich die Alltagssorgen zurück:
    Die Preise steigen nahezu täglich, auf 30 Prozent wird die jährliche Inflation geschätzt.

    Zugleich fehlen in den Supermärkten Waren des täglichen Bedarfs: Milch, Fleisch, Zucker und Hühnchen werden importiert, die Zuteilung klappt nicht, einheimische Industrie hatte Chávez weitgehend verstaatlicht, sie produziert nicht ausreichend oder liegt ganz brach. Auch die Kriminalität ist unter der Herrschaft des Caudillo explodiert, Caracas ist heute die gefährlichste Hauptstadt Südamerikas. Der große Illusionist Chávez hat das Scheitern seiner Revolution mit seinem Charisma überspielt, er hatte seine Anhänger im Griff wie ein Zauberer seine Zuschauer. Jetzt ist die Show vorbei.

    Zum SPON-Artikel

  • Die letzte Antwort auf dieses Thema liegt mehr als 365 Tage zurück. Das Thema ist womöglich bereits veraltet. Bitte erstellen Sie ggf. ein neues Thema.