Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Stadtmaennchen. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Sonntag, 26. November 2017, 12:38

GroKo - die Erste, Zweite, Dritte ...


Stuttmann

Der Bundespräsident hat zu Gesprächen
in sein Schloss geladen. Zunächst die unwilligen Jamaika-Touristen, dann auch den Vorsitzenden der alten Tante SPD. Nicht etwa um die Belle Vue zu genießen, die Aussichten sind eher trübe.

Für die Einen geht's um Machtgewinn oder Machterhalt und Sicherung üppiger Pfründe,
für den Anderen wohl eher um die Wahl zwischen Cholera und Pest.
Wie 's ausgehen wird? Abwarten.

Kommenden Donnerstag steht die nächste "Einladung" des Schlossherrn an.
Die Ausgangslage: Zwei (oder Drei?) gegen Einen ... :huh:


2

Sonntag, 26. November 2017, 16:22

Wenn man das "Theater" bei euch sieht, sehnt man sich nach einer gepflegten Diktatur ^^ :thumbup:
Eine gewaehlte Diktatur mit vom Volk abgesegnetem Programm. Das waers. Die Diktatur wird fuer vier Jahre gewaehlt. Danach wird ein neuer Diktator bestimmt, wenn der bisherige nix taugte :P
Dadurch verkuerzen sich die Entscheidungsprozesse und es geht flotter in der Politik.
Mit solch einer Blocksituation haette ein Staat dann nichts mehr zu tun.


3

Montag, 27. November 2017, 16:42

Diktatur mit vom Volk abgesegnetem Programm
Na, dann mal fröhliches Hauen und Stechen! Gegen dein Theorem ist die GroKo mit all ihren Begleiterscheinungen das reinste Eiapopeia. :D




Stuttmann


"Wie viel Mut zur GroKo die SPD hat, ob sie diesen Mut nicht eher für Leichtsinn hält - das wird sich so richtig erst auf dem Parteitag in knapp zwei Wochen herausstellen. Vorher trifft Parteichef Martin Schulz am Donnerstag schon mal Angela Merkel und Horst Seehofer, Nicht weil er es so wollte, sondern weil das Staatsoberhaupt es so wollte. Frank-Walter Steinmeier versucht sich als Gruppentherapeut. Er hat alle drei gemeinsam ins Schloss Bellevue geladen - und eine Einladung des Bundespräsidenten lehnt man nun mal nicht ab."

(Tagesschau.de)

4

Dienstag, 28. November 2017, 20:01

Zitat

"Der Geschäftsbereich der einzelnen Bundesminister wird in den Grundzügen durch den Bundeskanzler festgelegt. Bei Überschneidungen und sich daraus ergebenden Meinungsverschiedenheiten zwischen den einzelnen Bundesministern entscheidet die Bundesregierung durch Beschluss.“ § 9 der Geschäftsordnung der Bundesregierung

Also war Stimmenthaltung vereinbart im Fall von Meinungsverschiedenheiten zwischen den Bundesministern. Eine klare Übereinkunft, durch die Deutschland eine EU-weite Zulassungsverlängerung des umstrittenen Pflanzenvernichtungsmittels Glyphosat bisher verhindert hatte. So sollte es auch dieses Mal sein.

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt
hatte Anderes im Sinn und scherte sich nicht um Geschäftsordnung und Koalitionsabsprache. Angeblich ohne Rücksprache mit Chefin Merkel und gegen den ausdrücklichen Widerstand des Koalitionspartners SPD stimmte der CSU-Mann im Europa-Parlament für(!) eine 5-jährige Verlängerung der Glyphosat-Zulassung.

Und es kommt noch dicker:


Zitat

"Nach Recherchen von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ war dieser Alleingang offenbar schon lange geplant. Auch CSU-Chef Horst Seehofer könnte vorab über Schmidts Ja informiert gewesen sein, berichtete die Nachrichtenagentur dpa unter Bezug auf Angaben aus bayerischen Regierungskreisen." (FAZ)

Ist das nicht eine suuuper "vertrauensbildende Maßnahme" für die anstehenden GroKo-Verhandlungen?:wacko:


(Stuttmann)

Mona Santo

unregistriert

5

Mittwoch, 29. November 2017, 09:36

Aus dem "Postillon"

Dienstag, 28. November 2017
EU-weite Genehmigung durchgesetzt: Union stößt zur Feier des Tages mit Glyphosat an


Berlin (dpo) - Nach so einer Großtat darf schon mal gefeiert werden: Nachdem Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) im Alleingang für eine längere Genehmigung von Glyphosat gestimmt hat, haben die Spitzen der Unionsparteien gemeinsam angestoßen und sich einen Unkrautvernichters gegönnt.

"Prost!", ruft Christian Schmidt, der sich bei der Abstimmung der EU-Mitgliedsstaaten zur allgemeinen Überraschung nicht enthielt wie mit Koalitionspartner SPD vereinbart, sondern für die Beibehaltung von Glyphosat stimmte. "Auf fünf weitere Jahre unkrautfreie Äcker! Auf Monsanto!"

Die Politiker nehmen einen tiefen Zug aus der Pulle. "Aaaah! Man spürt richtig die nachhaltige wurzeltiefe Wirkung", sagt CSU-Chef Horst Seehofer, während Bundeskanzlerin Angela Merkel kurz aufstößt und kichern muss. "Das ist ja eh schon im Bier, aber pur schmeckt das Zeug immer noch am besten. Also auf jeden Fall, ich muss schon sagen, ich bin stolz auf dich, Christian!", lobt Seehofer und merkt an: "Von wegen krebserregend. Ich schmeck da keinen Krebs raus."

Der Zeitpunkt der Entscheidung kommt für die Unionspolitiker in einem günstigen Augenblick: Zwar sprachen sich bei einer aktuellen Umfrage 77 Prozent der Deutschen gegen die weitere Verwendung von Glyphosat aus, doch die nächste Bundestagswahl ist erst in vier Jahren.

Wieder stoßen Schmidt, Merkel und Seehofer an. "Und was ist, wenn die SPD deshalb jetzt die Neuauflage der großen Koalition blockiert?", fragt Schmidt nachdenklich an seiner Glyphosat-Flasche nippend. "Dann gäb's ja doch bald Neuwahlen."
"Dann lassen wir dich einfach als Minister fallen! Das wird die schon beruhigen", so Merkel, woraufhin die drei Politiker in Gelächter ausbrechen und ihren Pflanzengiftbehälter schließlich leeren.

Schmidt kichert noch ein wenig weiter, bis seine Augen plötzlich groß werden. "Öh, Moment mal..."


ssi, dan; Foto [M]: dpa (Postillon)

6

Mittwoch, 29. November 2017, 18:51

Nichts gegen die Satire des 'Postillon', aber beim Verhalten des noch amtierenden Bundesministers kann einem das Lachen vergehen.
Da verstößt Agrarminister Schmidt gleich dreifach gegen Artikel 65 des Grundgesetzes und behauptet frech, er habe "mit einer vielleicht unpopulären Entscheidung viel erreicht“ und damit "viel für die Umwelt" getan. Inhaltlich sei die Entscheidung daher auch im Sinne der SPD und der Umweltministerin.
Das ist wirklich atemberaubend.

Zur Erinnerung

Artikel 65 des Grundgesetzes normiert die Gestaltungsprinzipien der Bundesregierung.
(1) Das Kanzlerprinzip: Es verleiht dem Bundeskanzler die Kompetenz, die Richtlinien der Politik zu bestimmen.
(2) Das Ressortprinzip: Es begründet die selbstständige und höchstmögliche Eigenverantwortung der Bundesminister im Rahmen ihrer Zuständigkeit. Die Minister haben die Organisationsgewalt für ihre Ressorts.
(3) Das Kollegialprinzip: Es bestimmt, dass alle wichtigen Fragen im gesamten Bundeskabinett entschieden werden. Nicht einer gegen den anderen.
(Quelle: Tagesspiegel)

Die Umweltministerin, SPD, stimmt dem Landwirtschaftsminister, CSU, nicht zu, will die Verwendung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat nicht verlängern. Und sie hat eine Mit-Federführung. Das bedeutet: Gibt es keinen Kompromiss, muss im Kabinett eine Entscheidung getroffen werden. Andernfalls hat sich der Landwirtschaftsminister bei der Abstimmung in der EU zu enthalten.

Kurz vor der Abstimmung bekommt der Minister sogar noch eine ausdrückliche Anweisung des Kanzleramtschefs, sich mit der SPD abzustimmen. Herrn Schmidt war's wumpe. Er gestaltete die Stimmabgabe Deutschlands im Alleingang: Pro, natürlich. Ein klarer Verstoß gegen Grundgesetz und Kollegialprinzip - kalkulierter Vertrauensbruch und Affront. CSU-Chef Seehofer wusste mutmaßlich Bescheid, Parteifreund Dobrinth findet's lustig.

Da stellt sich die Frage "Cui bono?" nicht. Wirklich nicht. Allenfalls, wie hoch die Summe war.

Es drängen sich andere Fragen auf: nach der Verlässlichkeit des Koalitionspartners, insbesondere der CSU; nach Richtung und Zusammenhalt der Christsozialen; nach der Führungskompetenz der Kanzlerin. Aber die weilt im fernen Afrika und ist mit libyschem Sklavenhandel und Kakao der Elfenbeinküste befasst.

Noch einmal Große Koalition? Mal ernsthaft: Auf welcher Grundlage sollte das geschehen? ?(

agrippi

unregistriert

7

Donnerstag, 30. November 2017, 17:28

Gleich geht's zum Bundespräsidenten, dann heißt es:



K. Stuttmann

8

Samstag, 2. Dezember 2017, 10:14

Wenn GroKo die Lösung ist, möchte ich das Problem zurück!

9

Donnerstag, 7. Dezember 2017, 11:22

*lach*
Damit biste nicht allein.

Wenn Kubicki bereits Jamaika-reloaded in Betracht zieht und vom regierungsunwilligen Lindner gestoppt werden muss, wenn sich Söder in Stellung bringt und neugewonnene Regionalmacht in die Berliner Waagschale wirft, und wenn Frau Nahles meint Einige hätten "sich festgerammelt", dann kannst du mit breiter Zustimmung rechnen. ;)

Armer Schulz.

Stuttmann

10

Samstag, 13. Januar 2018, 10:30

Die Vorverhandlungen von Schwarz, Schwarz-Weißblau und Rot sind beendet.
Am Morgen zeigte man sich müde, aber gut gelaunt und selbstzufrieden vor den Pressevertretern, derweil Jusos und Opposition das präsentierte Kompromisspapierchen misstrauisch bis missbilligend beäugen.

Martin Schulz -"Niemalsnienichtwieder mit Merkel"- muss nun seine Partei davon überzeugen, dass all seine Kampfansagen an eine Neuauflage der GroKo, ebenso wie die weise Erkenntnis, der SPD täte eine Zeit der Besinnung und Selbsterneuerung ganz gut, nunmehr (reiner Wortsalat) überholt und nicht mehr zeitgemäß sind.

Auf diese Ochsentour und den kommenden Parteitag darf man gespannt sein.


Klaus Stuttmann

agrippi

unregistriert

11

Montag, 15. Januar 2018, 12:26

One Worte

.
(Janson-Karikatur)

12

Montag, 22. Januar 2018, 10:32

Presseschau am 22.01.2018

(ERL)

GROSSBRITANNIEN
„Guardian“:
„Anhänger der ältesten sozialdemokratischen Partei der Welt befürchten, dass dieselbe große Koalition, die Stabilität in die Entscheidungsprozesse in Europa bringen könnte, sich langfristig als schädlich für die Gesundheit des politischen System Deutschlands erweist. Wenn es erneut zu einer großen Koalition kommt, wird die rechtspopulistische AfD im Bundestag zur größten Oppositionskraft.“

ITALIEN
„La Repubblica“:
„Nach einem schwierigen Tag (...) ist es nicht übertrieben zu sagen, dass die 600 Delegierten für die Zukunft Europas gestimmt haben.“

„Corriere della Sera“:
„Die ehemalige Hauptstadt Westdeutschlands, Bonn, ist für einen Tag wieder zum Zentrum der Aufmerksamkeit der Welt geworden.“

ÖSTERREICH
„Der Standard“:
„Da sage noch mal einer, Politik sei eine langweilige, weil ohnehin abgekartete, Sache. Mitnichten. Der SPD-Parteitag hat den Beweis geliefert. (...) Doch diese Lehrstunde in Sachen innerparteilicher Demokratie hat ihren Preis, und der war Parteichef Martin Schulz und seiner engsten Mitstreiterin, Fraktionschefin Andrea Nahles, trotz des Aufatmens anzusehen. Es war schon eine sehr große und wichtige Hürde, die sie am Sonntag in Bonn genommen hatten. Aber jeder weiß: Es ist nicht die letzte. Und das bedeutet: Die Schwierigkeiten gehen munter weiter.“

SCHWEIZ
„Basler Zeitung“:
„Das Resultat lässt eine SPD zurück, die zwar jetzt einen Weg eingeschlagen hat, aber einen, den fast die Hälfte für ein No-Go hält. Die Partei bleibt ein Patient, der nicht weiß, wie er gesund werden soll.“

„Tages-Anzeiger“:
„Das knappe Ja hat die SPD nun nicht etwa erlöst, sondern fast in der Mitte gespalten. Der Widerwille gegen eine erneute Große Koalition war so groß, dass das Ja fast wie ein Nein klang.“

DEUTSCHLAND
„Süddeutsche Zeitung“:
„Wenn es am Ende doch noch schiefginge, wäre Schulz an jener Stimmung gescheitert, die er selbst heraufbeschworen hat. Er ist als Kanzlerkandidat angetreten, der mit der großen Koalition nichts gemein haben wollte. Er hat so getan, als könnte man sich an einer Regierung mit der Union und an Angela Merkel kontaminieren wie an Atommüll. Wenn die SPD sich am Ende gegen eine große Koalition entscheidet, ist Martin Schulz daran gescheitert, dass er Martin Schulz nicht vergessen machen konnte.“

„Die Welt“:
„Die SPD wird also weiter mit den Unionsparteien sprechen - mal defensiv verzagt gegenüber sich selbst, mal aggressiv gegenüber dem möglichen künftigen Koalitionspartner, und hat sich immer weiter in Richtung einer rein sozialpolitisch orientierten Klientelpartei verengt. Von einer Partei, die mit dem Anspruch diskutiert, eines Tages das Kanzleramt zu führen, verlangt man mehr.“

„Kölner Stadt-Anzeiger“:
„Die SPD muss endlich plausible Antworten auf die grundsätzlichen Fragen finden, altmodische Begriffe wie Daseinsvorsorge und Gemeinwohl mit neuen Inhalten füllen. Wir dürfen das nicht wieder verschlafen, hat der Parteichef den Delegierten zugerufen. Die Partei müsse Ideen- und Taktgeber für die Regierung sein. Dazu muss sie aber erst einmal eine Idee haben.“

„Mitteldeutsche Zeitung“:
„Die SPD geht damit zwar als zerrissene Partei in die Koalitionsverhandlungen, aber auch mit einem taktischen Vorteil: Die Union hat kein Interesse an einer Neuwahl (von einzelnen Glücksrittern mal abgesehen). Sie muss die SPD also nun mit Vorsicht behandeln, wenn es funktionieren soll.“

„Stuttgarter Nachrichten“:
„Nur 56 Prozent folgen Martin Schulz. Das ist für die Jusos mehr als ein Achtungserfolg. Schulz wird daraus Lehren ziehen müssen. Klar ist: Die Koalitionsverhandlungen werden zum Vabanquespiel.“

„Rheinpfalz“:
„Der SPD-Vorstand setzte sich beim Parteitag nur durch, weil er Forderungen der starken Landesverbände nachgab und der Union jetzt weitere Zugeständnisse abringen will. (...) Die Koalitionsverhandlungen werden deshalb zäh und schwierig werden, zumal die CSU wegen der bevorstehenden Landtagswahl vor allem die Interessen ihrer Wähler in Bayern im Blick behalten wird.“

„Neue Westfälische“:
„Martin Schulz steht weiter in der Gefahr, zur tragischen Figur in der deutschen Politik zu werden. Wo Gerhard Schröder als Parteivorsitzender in den eigenen Reihen sehr SPD-fremde Politik mit emotionalen Reden durchgesetzt und gemacht hat, bekommt Schulz nur mit Mühe, intensiver Unterstützung anderer Partei- und Gewerkschaftsprominenten und geschickter Parteitagsregie originäre SPD-Politik durch. Er kann jetzt seine Position stärken, indem er CDU und CSU in den bevorstehenden Koalitions-Verhandlungen alles abverlangt.“

„Cellesche Zeitung“:
„Während die CSU mit Blick auf die Wahlen in Bayern darauf pocht, keine weiteren Zugeständnisse an die SPD zu machen, weiß Angela Merkel, dass ihr Schicksal in den Händen von mehr als 440 000 Genossen liegt. Senken diese am Ende den Daumen, bliebe eine Minderheitsregierung ihre einzige Machtoption. Insofern gehen die Sozialdemokraten mit einem strategischen Vorteil in die nächste Runde.“

„Sächsische Zeitung“:
„Einen Plan, wie er mit Merkel regieren und zugleich seine Partei erneuern will, blieb Martin Schulz den Delegierten schuldig. Das wird sich rächen. Nach diesem historischen Parteitag geht die SPD erneut in eine große Koalition. Nach zwei Jahren wird abgerechnet. Ob Martin Schulz dann Parteivorsitzender bleiben wird, ist seit Sonntag nicht mehr sicher.“

„Freie Presse“:
„Die SPD sollte die Chance ergreifen zu regieren und dabei aus alten Fehlern lernen. Wer etwa ständig über die eigenen Defizite spricht und darüber, was alles nicht erreicht wurde, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Erfolge der Union zugerechnet werden.“


Quelle: dpa
Zusammenstellung: FAZ

13

Montag, 22. Januar 2018, 10:51

Presseschau am 22.01.2018 - Teil II

"Tages-Anzeiger" (Schweiz):
"Das knappe Ja hat die SPD nun nicht etwa erlöst, sondern fast in der Mitte gespalten. Der Widerwille gegen eine erneute Große Koalition war so groß, dass das Ja fast wie ein Nein klang. Am Ende setzte sich zwar die pragmatische Vernunft gegen die ewige Sehnsucht der Partei nach Opposition durch. Trotzdem muss die Partei die Warnungen der vielen Neinsager nun bitterernst nehmen: Wenn sich die SPD in den nächsten Jahren nicht personell und programmatisch erheblich erneuert, ist ihre Existenz als Volkspartei der linken Mitte tatsächlich in Gefahr."

"Basler Zeitung" (Schweiz):
"Die Rede Schulz', wohl seine wichtigste in seiner noch kurzen Präsenz als Parteipräsident (SPD-Chef) im Hinblick darauf, das Amt längerfristig zu besetzen, dauerte 55 Minuten und riss die Sozialdemokraten nicht von den Sitzen; es gab halbgaren Schlussapplaus, dazwischen höflichen, aber nicht enthusiastischen Szenenbeifall und nie Standing Ovations. Schulz gab sich unendlich Mühe, leidenschaftlich zu sein, aber er wirkte phasenweise wie ein Marktschreier, dessen Worte den Wert seiner Ware überstiegen. (...) Die Partei bleibt ein Patient, der nicht weiß, wie er gesund werden soll."

"Der Standard" (Österreich):
"Da sage noch mal einer, Politik sei eine langweilige, weil ohnehin abgekartete, Sache. Mitnichten. Der SPD-Parteitag hat den Beweis geliefert. (...) Doch diese Lehrstunde in Sachen innerparteilicher Demokratie hat ihren Preis, und der war Parteichef Martin Schulz und seiner engsten Mitstreiterin, Fraktionschefin Andrea Nahles, trotz des Aufatmens anzusehen. Es war schon eine sehr große und wichtige Hürde, die sie am Sonntag in Bonn genommen hatten. Aber jeder weiß: Es ist nicht die letzte. Und das bedeutet: Die Schwierigkeiten gehen munter weiter."

"La Repubblica" (Italien):
"Nach einem schwierigen Tag (...) ist es nicht übertrieben zu sagen, dass die 600 Delegierten für die Zukunft Europas gestimmt haben."

"Corriere della Sera" (Italien):
"Die gespaltene SPD hat Merkel gerettet (...). Und (Parteichef Martin) Schulz sieht nach dieser Kraftprobe nicht besonders gut aus. (...) Der D-Day der Sozialdemokraten hat die Erwartungen zumindest in Hinblick auf die dramatische Spannung und die politische Leidenschaft nicht enttäuscht."

"El País" (Spanien):
"Dies ist eine gute Nachricht, die Stabilität für den Motor der EU verspricht, in einem Moment, in dem dieser so komplizierte Dinge wie den Brexit und die Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion angehen muss. (...) Die Entscheidung war nicht einfach und auch nicht frei von Risiken. Sie lässt die Partei innerlich zerrissen zurück (...) und macht vor allem die ausländerfeindliche und antieuropäische extreme Rechte, die durch die Alternative für Deutschland (AfD) verkörpert wird, zur wichtigsten Oppositionspartei. Es liegt nun an (Kanzlerin Angela) Merkel, sich den Partnern gegenüber großzügig zu zeigen (...)."

"El Mundo" (Spanien):
"Die deutsche Wirtschaft hat weiter eine gesunde Wachstumsrate und die Arbeitslosigkeit ist auf ein beneidenswertes Niveau gefallen. Aber das Land braucht Stabilität und muss aus der politischen Sackgasse heraus, um diesen Kurs zu halten. Wir wissen, dass die europäische Lokomotive mit voller Leistung fahren muss, damit alle Waggons der EU gut laufen können. Deshalb lässt die gestrige Entscheidung des SPD-Parteitages aufatmen. Auch politisch ist es wichtig, dass Deutschland so schnell wie möglich eine starke Regierung bekommt, die die Große Koalition garantieren würde. Denn Europa braucht dringend Reformen, die schon zu lange ins Stocken geraten sind.

"Guardian" (Großbritannien):
"Als (SPD-Chef Martin) Schulz sagte, er habe am Samstag einen Anruf des französischen Präsidenten Emmanuel Macron erhalten, ging ein sarkastisches Seufzen durch einige Ecken des Saales. Viele SPD-Mitglieder hätten es gern, dass ihre Partei eine offen links-orientierte Politik wie jene des britischen Labourführers Jeremy Corbyn verfolgt, statt dem Beispiel des zentristischen Präsidenten Frankreichs zu folgen.

"Trouw" (Niederlande):
"Fakt ist, dass die SPD vor Neuwahlen noch mehr Angst hat als vor einer Großen Koalition. In den Umfragen ist sie bis auf 18 Prozent abgesackt. Und wie die Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles erklärte, würde ein Wahlkampf nach einer Absage an eine Große Koalition ziemlich schwierig werden. Die SPD habe recht viele ihrer Wahlkampfziele in der Sondierungsvereinbarung unterbringen können. Wenn man dann doch nicht regieren wolle, würden die Wähler einen für verrückt erklären. So hat das Ja-Lager gestern vor allem aufgrund der Drohkulisse eines möglicherweise noch schlechteren Wahlergebnisses gewonnen."

"NRC Handelsblad" (Niederlande):
"Mit dem Abstimmungsergebnis des Parteitages ist auch deutlich geworden, dass die SPD unter einem geschwächten Martin Schulz eine gespaltene Partei ist. Das ist nicht gerade eine gute Nachricht, wenn es um eine stabile Mehrheitsregierung geht. Dennoch passt das positive Ergebnis des SPD-Parteitages zur allgemeinen Stimmung - auch außerhalb Deutschlands -, wonach es langsam Zeit wird, dass in Berlin wieder jemand regiert. Immer wieder eine Neuwahl zu organisieren, bis einem das Resultat gefällt, ist nun einmal keine Option."

"De Tijd" (Belgien):
"Ob Bundeskanzlerin Angela Merkel zu vielen Zugeständnissen bereit ist, muss sich zeigen, wenn die Gespräche erneut beginnen. Horst Seehofer, der für die CSU verhandelt, sieht im Abstimmungsergebnis jedenfalls große Probleme für die Koalitionsverhandlungen. Ein Versagen können sich die Parteien nicht leisten, denn ein Misslingen würde Neuwahlen bedeuten. Und das hat es in der jüngeren deutschen Geschichte noch nicht gegeben. Darum wird verhandelt werden bis letztendlich jemand den Stecker zieht. Oder bis ein Kompromiss gefunden wurde.(...)


Quellen: als/dpa
Zusammenstellung: Spiegel-online

14

Montag, 22. Januar 2018, 13:10

Erstaunlich, dass die europaeischen Partner diese Abstimmung vernuenftiger und wohlwollender sehen als viele Deutsche ?
Mir deucht, dass nicht wenige Auslaender europaeischer denken als die GroKo-hasser ? Es mag keine optimale Loesung sein, wann gab es die schon, aber fuer Europa ist ein stabiles politisches Deutschland enorm wichtig, wie es einige europaeische Zeitungsjournalisten immer wieder betonten ?



15

Mittwoch, 24. Januar 2018, 07:28

Man kann nicht alles haben. Wo sollte man es auch hintun?

agrippi

unregistriert

16

Freitag, 2. Februar 2018, 23:58

.
(Stuttmann)

17

Sonntag, 4. Februar 2018, 11:49

Man kann nicht alles haben. Wo sollte man es auch hintun?

Es ist ein 'GroKo'

unregistriert

18

Mittwoch, 7. Februar 2018, 13:05


(ERL)

agrippi

unregistriert

19

Mittwoch, 7. Februar 2018, 19:59

Beim Wort nehmen? Alles Interpretationssache ... :huh: :P




(Klaus Stuttmann)

20

Donnerstag, 8. Februar 2018, 06:55

Man kann nicht alles haben. Wo sollte man es auch hintun?

Ähnliche Themen

Counter:

Hits heute: 263 | Hits gestern: 1 332 | Hits Tagesrekord: 28 333 | Hits gesamt: 7 058 061 | Klicks pro Tag: 8 318,67 | ScounterStart
Liveticker
20. Juli 2018, 20:18:
agrippinensis hat ein Bild von Richmodis kommentiert.
27. Juni 2018, 18:41:
Richmodis hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
20. Juni 2017, 10:16:
Richmodis hat ein Bild von Richmodis kommentiert.
19. Juni 2017, 11:24:
agrippinensis hat ein Bild von Richmodis kommentiert.
7. Juni 2017, 22:16:
Richmodis hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
13. Mai 2017, 11:15:
agrippinensis hat ein Bild von Compikoch kommentiert.
12. Mai 2017, 16:23:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
19. April 2017, 22:31:
agrippinensis hat ein Bild von Richmodis kommentiert.
19. April 2017, 22:22:
Richmodis hat ein Bild von Richmodis kommentiert.
19. April 2017, 14:00:
escape hat ein Bild von Richmodis kommentiert.
19. April 2017, 11:08:
agrippinensis hat ein Bild von Richmodis kommentiert.
17. April 2017, 23:58:
Richmodis hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
12. März 2017, 10:32:
escape hat ein Bild von Richmodis kommentiert.
10. März 2017, 22:32:
Richmodis hat ein Bild von Richmodis kommentiert.
6. März 2017, 10:08:
agrippinensis hat ein Bild von Richmodis kommentiert.
4. März 2017, 17:34:
Richmodis hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
18. Februar 2017, 13:51:
escape hat ein Bild von Richmodis kommentiert.
16. Februar 2017, 00:18:
agrippinensis hat ein Bild von Richmodis kommentiert.
15. Februar 2017, 19:37:
Richmodis hat ein Bild von Richmodis kommentiert.
15. Februar 2017, 18:30:
Richmodis hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
14. Februar 2017, 18:50:
agrippinensis hat ein Bild von Richmodis kommentiert.
14. Februar 2017, 13:14:
escape hat ein Bild von Richmodis kommentiert.
29. Januar 2017, 19:01:
Compikoch hat ein Bild von Compikoch kommentiert.
24. Januar 2017, 13:58:
escape hat ein Bild von heinz k 2 kommentiert.
23. Januar 2017, 20:05:
heinz k 2 hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
23. Januar 2017, 20:01:
heinz k 2 hat ein Bild von Compikoch kommentiert.
23. Januar 2017, 16:21:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
18. Oktober 2016, 13:32:
escape hat ein Bild von heinz k 2 kommentiert.
17. Oktober 2016, 11:18:
agrippinensis hat ein Bild von heinz k 2 kommentiert.
16. Oktober 2016, 18:04:
heinz k 2 hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
13. Juni 2016, 14:43:
agrippinensis hat den Blogeintag Respekt Alte von immewigger kommentiert.
10. Juni 2016, 12:28:
agrippinensis hat den Blogeintag Kasse 3 für Sie von Marbez kommentiert.
6. Februar 2016, 21:40:
Mindfreak hat den Blogeintag Arabische Intellektuelle sind selten von fruechtetee kommentiert.
5. Februar 2016, 12:42:
Compikoch hat den Blogeintag Arabische Intellektuelle sind selten von fruechtetee kommentiert.
4. Februar 2016, 20:48:
Robbespierre13 hat den Blogeintag Arabische Intellektuelle sind selten von fruechtetee kommentiert.
6. Dezember 2015, 14:15:
agrippinensis hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
6. November 2015, 00:12:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
5. November 2015, 10:29:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
5. November 2015, 10:29:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
5. November 2015, 10:29:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
5. November 2015, 10:29:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
5. November 2015, 10:29:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
5. November 2015, 10:29:
Compikoch hat ein neues Bild in seine Galerie hochgeladen.
15. März 2015, 21:38:
Compikoch hat den Blogeintag Respekt Alte von immewigger kommentiert.