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Dienstag, 19. Dezember 2017, 10:25

"Der Schoß ist fruchtbar noch ... "

Ich stelle die Kolumne des Spiegel-Mitarbeiters Sascha Lobo ungekürzt ein. Weil ihr eine beachtenswerte Recherche zugrunde liegt. Weil sie scheinbar 'harmlose' Äußerungen auf ihren Gehalt abklopft. Weil "Jude" auf deutschen Schulhöfen als Schimpfwort gilt.
"Wehret den Anfängen"?
Zu spät. Wir sind mitten drin. Wieder. Immer noch.



Verschwörungstheorien, Holocaust-Verklärung
Die vielen Formen des Netz-Antisemitismus


Ob im Web oder in sozialen Netzwerken, digitaler Judenhass ist keine Seltenheit. So neu die Medien sein mögen: Meist nutzen Antisemiten auch online altbekannte Rechtfertigungsmuster.
Eine Kolumne von Sascha Lobo

"Das klassische Phänomen des Antisemitismus nimmt aktuelle Gestalt an. Die alte besteht weiter, das nenn ich mir Koexistenz", schrieb der Holocaust-Überlebende Jean Améry 1969 in "Der ehrbare Antisemitismus".

Diese Koexistenz hat sich ausgeweitet. In Deutschland ist unter anderem ein muslimischer Antisemitismus hinzugekommen, der weit über islamistisch-extremistische Zirkel hinausgeht. Auf Facebook gehört bei verstörend vielen deutschsprachigen Leuten mit türkischen oder arabischen Namen Israel-bezogener Antisemitismus zur Gemeinschaftsstiftung. Natürlich nicht nur dort.
Vom Genre der "Israel-Kritik" über völkische Judenfeindlichkeit bis zur stumpfen Globalisierungs- und Kapitalismuskritik reicht das Spreizfeld des Netzantisemitismus.

So unterschiedlich die Absender digitalen Judenhasses, so sehr ähneln sich ihre Instrumente. Soziale Medien sind Fenster in die Köpfe, beim Kommentieren wird die Verfertigung der Gefühle und Gedanken sichtbar, häufige Schlagworte, sich ähnelnde Denkfiguren, wiederkehrende Argumentationsmuster. Die netztypischen Antisemitismen sind selten völlig neu, aber einige entfalten in sozialen Medien besondere Wucht, auf einschlägigen Facebook-Seiten und Twitter ebenso wie in den Nutzer-Kommentaren redaktioneller Medien. Eine unvollständige Auflistung der häufigsten und wirksamsten Mechanismen:
  • Verschwörungstheorien
Nicht alle Verschwörungstheorien mögen antisemitisch motiviert sein - aber fast alle lassen sich antisemitisch wenden. Und so steht im Zentrum des Social-Media-Antisemitismus meist die Verschwörungstheorie. Adorno schrieb: "Der Antisemitismus ist das Gerücht über den Juden." Und Gerüchte plus soziale Medien verdicken sich zur Verschwörungstheorie. Die Funktion antisemitischer Verschwörungstheorie im Netz ist, sich und die Welt als "Opfer der Juden" sehen zu können.

Damit soll "Selbstverteidigung" legitim erscheinen: Man attackiert Juden nicht, man wehrt sich bloß. Eine imaginäre Verteidigungssituation als Generalrechtfertigung für Judenhass. Verschwörungsmeme, einzelne Behauptungen, werden in verschiedenen Varianten wiederholt, etwa der links, rechts und islamisch funktionierende Klassiker "jüdische Weltverschwörung". Weil Weltherrschaft das absolute Machtmaximum darstellt, lassen sich so auch eine milliardenstarke Gruppe von Menschen samt der dazugehörigen Länder problemlos als Opfer betrachten.
  • Codierung und eindeutige Uneindeutigkeit
Verschwörungstheorien sind so präsent, dass sie oft mit einzelnen Schlagworten verbreitet werden: Mit "USrael" etwa (USA und Israel) wird angedeutet, die "wahren Herrscher" der USA seien Juden. "NWO" (New World Order) - auf den judenfeindlichen (gefälschten) "Protokollen der Weisen von Zion" beruhend - geht in eine ähnliche Richtung. Solche Andeutungen und Codierungen sind netztypisch, und sie haben eine problematische, neue Begleitwirkung: So wird es in sozialen Medien einfach, antisemitische Inhalte nebenbei zu transportieren - sogar ohne es zu bemerken oder zu verstehen.
Da - übrigens auch und gerade von Muslimen auf deutschsprachigen Seiten - Antisemitismus nicht selten benannt und gekontert wird, entsteht aus Unbedarftheit Futter für die antisemitische Erzählung, Leute würden grundlos als Antisemit hingestellt. Die Social-Media-Variante der berüchtigten "Nazi-Keule". Das ist ein beabsichtigter Nebeneffekt der Codierung, der Antisemitismus in sozialen Medien so komplex und gefährlich macht: die eindeutige Uneindeutigkeit, in den USA "Hundepfeifen-Politik" genannt. Denn so wird der praktizierende Antisemit von den Seinen verstanden, kann sich aber stets herausreden, es nicht so gemeint zu haben, missverstanden worden zu sein oder den antisemitischen Unterton schlicht leugnen. Für diese Codierung existiert nach Art des Netzes eine bildsprachliche Welt, von der "Finanzkrake" über "jüdische Menschenfresser" bis zum Bild des "Brunnenvergifters".
  • Definitorische Abwehr
Weil sich selbst Antisemiten selten gern als Antisemiten bezeichnen lassen, findet oft eine definitorische Abwehr statt: Argumente, warum man nun wirklich kein Antisemit sein könne. Die "jüdischen Freunde" als Klassiker kommen auf Facebook seltener vor, Herzstück der definitorischen Abwehr ist Einengung des Begriffs auf eine Weise, dass nur noch der Holocaust und Adolf Hitler persönlich als antisemitisch identifiziert werden. In Teilen. Alles andere gilt diesen Leuten nicht als Antisemitismus, sondern bewirkt eine absurde Gegenattacke von M.-C.-Escher-hafter Logik: "Wer mich als Antisemiten bezeichnet, verharmlost die wahren Antisemiten (Hitler) und ist deshalb selbst Antisemit." Einem Piraten gebührt die zweifelhafte Ehre, hierzu einen ewigen Tweet verfasst zu haben: "ok. ich bin also antisemit, weil ich […] den juden an sich unsympathisch finde". Nun - ja.
  • "Jüdische Personalisierung"
Weil in sozialen Medien Personen besser funktionieren als Institutionen oder Gruppen, ist der alte Mechanismus der "jüdischen Personalisierung" so wirksam. Baron Rothschild steht dann für das gesamte Judentum. In einer neuen Variante ist es George Soros. Wie die meisten Superreichen (vgl. Bill Gates, Warren Buffet) ist auch Soros philanthropisch aktiv - was ihm jedoch antisemitisch als "jüdische Manipulation" ausgelegt wird. Manchmal reicht ein hingeworfenes "Soros", um für das jeweilige Publikum vermeintlich alle Details zu erklären: jüdische Weltverschwörung per Finanzierung durch Soros. "Jüdische Personalisierung" zieht sich bis ins Umfeld des US-Präsidenten. Kampagnen-Sprecherin Katrina Pierson verbreitet, dass Soros die Frauen finanziere, die Trump sexuelle Belästigung vorwerfen: "Jetzt ist alles klar". Auch der Name von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wird für diese "jüdische Personalisierung" missbraucht. Wobei er gleichzeitig als Argument und Symbol für eine unterstellte "jüdische Zensur" und "jüdische Meinungskontrolle" steht.
  • Israel = Juden = Israel
Als mit Abstand häufigste muslimische Variante des Antisemitismus erscheint der Israel-bezogene Antisemitismus. Auch hier findet in sozialen Medien eine Codierung statt. Meist ist die Rede vom Hass auf "Zionisten" - es wird aber faktisch selten ein Unterschied zwischen Zionisten, Israelis und Juden gemacht. Mit einer funktionalen Ausnahme:
Wenn jüdische oder vermeintlich jüdische Zeugen gegen Israel aufgeboten werden. In sozialen Medien wirkt die Gleichsetzung in beide Richtungen, Juden sind Israel und Israel ist jeder Jude. So werden auch Drohungen mit offener Gewalt gegen Juden im Netz gerechtfertigt: Eine Person mit Kippa wird zum Repräsentanten Israels und der israelischen Regierung umgedeutet.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/bild-1183052-1226015.html
  • Israelkritik und "Israelkritik"
Symptomatisch für die digitale Öffentlichkeit hat der Begriff "Chinakritik" 565 Google-Treffer, "Türkeikritik" kommt auf 1.040, "Israelkritik" bringt es auf 140.000 Treffer. Natürlich könnte Israel auch ohne antisemitische Untertöne kritisiert werden (ob Israelkritik ausgerechnet aus Deutschland moralisch zwingend ist, ist eine andere Frage). Aber neben einer Israel-Fixierung ist ein wiederkehrendes Muster, dass Israel vorgeworfen wird, was anderswo niemanden aufregt.

Dieses Messen mit zweierlei Maß ist Kern einer Vielzahl vermeintlicher Israel-Kritiken, ein Klassiker des Antisemitismus. Die im Netz starke, antisemitische Bewegung BDS instrumentalisiert das sehr geschickt. In deutschnationalen Kontexten lodert der Judenhass ebenfalls oft als Israel-Kritik hervor. Manchem deutschen Gericht gilt groteskerweise auch ein Anschlag auf eine Synagoge als "Israelkritik". Ähnlich verhält es sich mit einigen unappetitlichen Sphären der deutschen Linken, wo eine Hassgemeinschaft mit den palästinensischen Antisemiten der Hamas zelebriert wird. "Kindermörder Israel" taugt dort als Netzslogan, was der uralten, antisemitischen Erzählung des kindermordenden Juden entspricht.
  • Imperialismus-, Globalisierungs- und Kapitalismuskritik
Rechter wie linker Antisemitismus setzt auch im Netz auf das bewährte Rezept, Juden seien (inzwischen) die eigentlichen Unterdrücker, und zwar nicht nur militärisch in Israel, sondern auch finanzwirtschaftlich durch angebliche jüdische Kontrolle der Banken.

Begriffe wie "Finanzelite", "Versklavung" oder "Zinsknechtschaft" vermengen das Unbehagen mit dem Kapitalismus mit diffusen Verschwörungstheorien, die dann antisemitisch aufgelöst werden. Hier ist im Netz ein merkwürdiger Kristallisationspunkt - linker, rechter und islamistischer Judenhass sind in der Kapitalismus- und Bankenkritik vereint. Teilweise werden identische Wort-Bild-Kombinationen und Videos verbreitet.
  • Holocaust-Umdeutung
Trotz der linken und der islamischen Varianten des Antisemitismus halte ich den klassischen, rechtsextremen Judenhass im Netz für den häufigsten. Als "sekundären Antisemitismus" bezeichnet man die Haltung, Juden nicht trotz, sondern wegen Auschwitz zu hassen. Deshalb ist für den rechtsextremen Netz-Antisemitismus der Holocaust der wichtigste Bezugspunkt. Nicht zufällig handelte Höckes "Schandmal"-Rede davon, der häufigste Netzbegriff dazu heißt "Schuldkult".

Das ist doppelt vergiftend, denn es kann für nach 1945 geborene Deutsche nicht um persönliche Schuld gehen, sondern um Verantwortung. Gleichzeitig wird so die Notwendigkeit eines "Schlussstrichs" transportiert. "Irgendwann muss auch mal gut sein", lautet sinngemäß die häufigste Einlassung rechtsextremer Antisemiten in sozialen Medien.

Erinnerungsabwehr ist der psychosoziale Fachbegriff, und sie funktioniert auch durch die Betonung vorgeblicher Gräueltaten Israels. Das Gefühl der Schuld Deutschlands am Holocaust soll reduziert werden durch die Konstruktion der früheren Opfer zu heutigen Tätern. Im Netz haben sich längst verschiedene, manchmal auf gruselige Weise spielerisch vorgetragene Arten der Holocaust-Umdeutung etabliert: Leugnung, Relativierung, Verharmlosung und sogar Holocaust-Begrüßung.

Natürlich ist Netz-Antisemitismus kein von der Gesellschaft losgelöstes Phänomen. Aber er offenbart zugleich eine verbreitete antisemitische Grundierung und kann menschenfeindliche Stimmungen bis in die Kohlenstoffwelt hinein verstärken. Und wenn dieses Land, Deutschland, irgendeine Lehre aus der Geschichte ziehen muss - dann ist es, sich jedem Antisemitismus offensiv entgegenzustellen.
Dem auf der Straße, dem im Netz und dem in den Köpfen. Egal welcher Haarfarbe.

Quelle: Spon

immewigger

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2

Mittwoch, 20. Dezember 2017, 21:35

So muste es ja kommen. War nur eine frage der zeit nach Trumps dümmlicher Jerusalem entscheidung,
die hier wohl allzu laut kritisiert wurde. Es ist immer die gleiche elendige totschlagargumentation.
Israel kritik würde aus einem latenten Judenhass herrühren oder letztlich immer dazu führen.
Immer und immer wieder die gleichen mechanismen die nach wachsamkeit und vorsicht,
nachsicht und wat auch immer gegenüber Israel, "dem selbsternannten Judenstaat" aufrufen und
einen regelrechten aufmerksamkeitszwang provozieren dem man sich in D. kaum entziehen kann.

Statt dem thema einen gebürendem Platz weit hinter Islamophobie und allgemeiner ausländerfeindlichkeit zu zuweisen,
wollen die medien scheinbar dieses absurd abstrakt konstruierte Bild des allgemeinen deutschen Judenhassers
aufrecht erhalten und thematisieren es bis zum erbrechen. Ich und jeder weis das Träger von dunklem Teint,
schwarzem Bart und Kaftan in D. erheblich gefährdeter von rechten übergriffen sind als milchgesichter mit locken und kippa.

Wenn der Nahost konflikt bis auf den Breitscheidplatz fährt, fragt ja auch niemand wo dieser hass herrührt,
was da ursächlich auslöser war, den das wissen WIR seid frühesten tagen.
Ohne den Holocaust wären die zionisten mit der "forderung" eines eigenen Jüdischen Staats nochmal 2000 jahre rumgeirrt-
Die region hätte heute ein anderes Gesicht aber mit sicherheit kein Israel und die Demokratisch gewälten NATIonalisteschen
Regime die dort seit jahrzehnten Rassistische vertreibungs- und eroberungspolitik focieren, auch mit unserer unterstützung.

Ich lass mir keinen hass einreden oder andichten welchen zu haben....L.M.A. lobo :thumbdown:
.
.
.
Verrückte ?? Verrückte explodieren nicht wenn das Sonnenlicht sie trifft, ganz egal wie verrückt sie sind. :pinch:

immewigger

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3

Donnerstag, 21. Dezember 2017, 00:37

Nicht das ich das Thema besonders mag oder ich mich mehr als bei
anderen themen aufre... :rolleyes: ... engagiere.

Humor ist wenn man drüber lachen kann.... :D :D






:( ?(...hilfe admi, wat läuft da mit dem video schief ?
Hatte ich nicht gesehen. Ist repariert. Compikoch
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Verrückte ?? Verrückte explodieren nicht wenn das Sonnenlicht sie trifft, ganz egal wie verrückt sie sind. :pinch:

4

Donnerstag, 21. Dezember 2017, 12:15

Weder Sascha Lobo noch ich wollten dir etwas "einreden oder andichten", insofern ist deine freundliche Aufforderung für'n A... . :P

Ich behaupte mal, dass du die unsäglichen Postings diverser Neonazi-Blogs gar nicht kennst, werde allerdings keine diesbezüglichen Links heraussuchen und wohlmöglch noch in unserem Forum veröffentlichen.
*würg*

Was den Antisemitismus anlangt, ist es mir herzlich egal, ob das Thema durch Trumps Jerusalem-Postulat und Erdogans Gegenstatement in den Medien befeuert wurde, oder aktuell mal deutlicher wahrgenommen wird, als sonst.
Wichtig ist einzig und allein, DASS darüber geschrieben und nachgedacht wird, denn Antisemitismus hat in Deutschland -und das ist nun mal 'mein' Land, in dem ich mitverantwortlich bin, was sich tut- eine Jahrhunderte alte, ungute Tradition. Nachzulesen unter anderem in der Kölner Stadtgeschichte.
Dass er seit Jahren wieder zunimmt und sich bereits in der Sprache der Jugendlichen manifestiert, hatte ich bereits im Beitrag #1 geschrieben.

Mir ist übrigens nicht klar, wozu es dienen soll, die Hassausbrüche und Angriffe xenophober 'Doitscher' in eine Art Hitliste einzuordnen und damit Minderheiten gegeneinander auszuspielen. 8|

5

Donnerstag, 21. Dezember 2017, 13:47

Antisemitismus in Deutschland ist für mich als "Täterkind" einfach nur gruselig und schier unerträglich.
Darüber kann gar nicht oft genug geredet werden.


Dass der Staat Israel den Palästinensern die Lebensgrundlage entzieht, ist für mich ebenso unerträglich. Aber es ist ein anderes Thema.
Unrecht lässt sich nicht aufrechnen ... es sei denn, man folgt dem atavistischen Gesetz "Auge um Auge". Ich kann das nicht.


In Israel sind Staat und Religion ungut verknüpft. Das macht die Diskussion so schwer.

6

Sonntag, 11. November 2018, 10:06

Herr Gaulands "Vogelschiss"

(Kostas Kaufogiorgos)

7

Dienstag, 13. November 2018, 10:24

„Wie weiter?“

... ist die entscheidende Frage.
Wegschauen, stillschweigen, dulden, verharmlosen, - all dies hatten wir schon einmal und wissen, wohin es geführt hat.
Es ist hohe Zeit, unmissverständlich gegen Antisemitismus vorzugehen.


Zitat

„Machen wir uns nichts vor, 80 Jahre später ist der Schoß noch fruchtbar, aus dem brauner Mob kroch“, sagte Miguel Freund vom Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln. „Du Jude“ als Schimpfwort auf Schulhöfen, alle 83 Sekunden ein neuer antisemitischer Post im Internet, vermehrte Übergriffe auf Juden, die Kippa tragen oder den Davidstern, sind für ihn Zeichen, dass Antisemitismus ein weit verbreitetes Problem ist. Es sei höchste Zeit, dass aus „Nie wieder!“ ein „Wie weiter?“ werde, so Freund.
[.....]
Im Beisein des letzten noch lebenden Widerstandskämpfers, dem 92-jährigen Wolfgang Schwarz, erläuterte die Politik-Professorin Gudrun Hentges, warum die Pogromnacht nicht „aus heiterem Himmel“ geschah, sondern „von langer Hand“ vorbereitet war. Die Autorin eines Buches über den Einzug von Rechtspopulisten in die Parlamente zog Parallelen zu heutigen rassistischen Reden, Aufforderungen zur Denunzierung und Bildung sogenannter identitärer Netzwerke, die wie damals den Boden für Gewalt gegen Minderheiten bereiten.
Die Ursachen sieht sie in der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich, die Ausgrenzung provoziere.
„Wir brauchen eine neue soziale Bewegung“, schloss Hentges.


(aus: 'Kölnische Rundschau' vom 12.11.2018 )

8

Freitag, 11. Oktober 2019, 07:18

(Harm Bengen)
.
(Klaus Stuttmann)
.
8)
https://www.tagesschau.de/inland/polizisten-hessen-103.html
https://www.tagesspiegel.de/politik/todeslisten-von-rechtsextremisten-nordkreuz-sammelte-25-000-adressen-politischer-gegner/24531906.html
https://www.tagesspiegel.de/politik/200-leichensaecke-und-aetzkalk-bestellt-rechtsextremes-netzwerk-plante-attentate-auf-politische-gegner/24505056.html
https://www.tagesspiegel.de/politik/rechtsextremer-terror-alarmzeichen-fuer-die-demokratie/24478098.html

9

Samstag, 12. Oktober 2019, 09:50


Der Schoß ist fruchtbar noch - nur eben digital
(Heiko Sakurai)

"Ihr aber lernet, wie man sieht, statt stiert
Und handelt, statt zu reden noch und noch.
So was hätt' einmal fast die Welt regiert!
Die Völker wurden seiner Herr, jedoch
Dass keiner uns zu früh da triumphiert –
Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch."
.
aus:
'Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui'
.
Bertold Brecht
.
.
.
Es gibt sie wirklich immer noch, die PolitikerInnen, Gesellschaftsgrößen, aber auch 'Normalbürger', die für "unvorstellbar" hielten, was nun doch geschehen ist: ein Terroranschlag auf eine jüdische Gemeinde mitten in Deutschland.
.
Der Täter: ('bio'-)deutsch, gebildet, ehemaliger Bundeswehrsoldat. Bekennender Fremden- und Judenhasser.
.
Antisemitismus
Terror von rechts
.
Wirklich "unvorstellbar"? Nach all den bisherigen Erfahrungen? Ausgerechnet in diesem, unserem Land?
.
Hört endlich auf zu verharmlosen, wegzuschauen, zu schweigen!
Engagiert euch! Bezieht Stellung! Hörbar! Sichtbar!


rbb24.de

agrippi

unregistriert

10

Samstag, 12. Oktober 2019, 14:15

Der Holocaust als Monopoly Spiel
| Rheinisches antifaschistisches Bündnis gegen Antisemitismus – Beiträge



Nazikader Angela Schaller und Holocaustleugner Henry Hafenmeyer verbreiten diesen Spielplan, in dem der Holocaust als Monopoly Spiel dargestellt wird – analog dem Spielplan des NSU.

Henry Hafenmeyer ist in NRW kein Unbekannter, erst kürzlich wurde der glühende Antisemit von dem Gericht, vor welchem er die Wiedereinführung des Nationalsozialismus ankündigte, mit einem milden Urteil bedacht (s. https://www.facebook.com/RABAkoeln/posts/489114008537863 aus September 2019).

Angela Schaller (Südthüringen) ist Mitarbeiterin der AWO. Sie wird von Thüringen Rechtsaußen – Informationen zur extrem rechten Szene in Thüringen portraitiert (s. https://thueringenrechtsaussen.wordpress.com/…/angela-scha…/) und zitiert („Nur ein Kampf gegen das System ist schier aussichtslos. Da hilft nur Krieg…“)
[.....]



Von hier 8)

Heinz K

Dissident

Beiträge: 4 220

Wohnort: Kölle

Beruf: Multimilliardär, Philanthrop, UN-Botschafter, Menschenhändler

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11

Montag, 14. Oktober 2019, 12:57

Es gibt sie wirklich immer noch, die PolitikerInnen, Gesellschaftsgrößen, aber auch 'Normalbürger', die für "unvorstellbar" hielten, was nun doch geschehen ist: ein Terroranschlag auf eine jüdische Gemeinde mitten in Deutschland.

.
Wirklich "unvorstellbar"? Nach all den bisherigen Erfahrungen? Ausgerechnet in diesem, unserem Land?
Da siehst du mal was für realitätsfremde, vergessliche und dumme Politiker von dem noch dümmeren deutschen Volk gewählt werden.
Hört endlich auf zu verharmlosen, wegzuschauen, zu schweigen!
Engagiert euch! Bezieht Stellung! Hörbar! Sichtbar!
Ich hetze seit Jahren gegen Antisemiten und rufe zu deren Ermordung auf. Leider ist das hier das einzige Internetforum wo ich dafür nicht zensiert und gesperrt werde. Ist halt schwierig mit den Mitmenschen und Hilfe brauch ich von denen üblicherweise auch keine zu erwarten :)

12

Dienstag, 15. Oktober 2019, 13:26

Verwendete Tags


"Israel-Kritik" ...... 8|

....ja, die häßliche Fratze des Terror. Erstaunlich wo man sie überall findet.

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Dienstag, 22. Oktober 2019, 09:51

Nun liegen sie wieder hinter uns, die KerzenundBlumenundWarumSchilderMahnwachen. Die Toten sind begraben und Deutschland wendet sich wieder Trump- und anderen Kriegsausbrüchen zu. Der Bekundungen des Mitgefühls und der "Betroffenheit" sind Genüge getan.
Oder etwa nicht?

Wie es einem wirklich Betroffenen ergehen mag, wie einem Deutschen jüdischen Glaubens der wachsende, immer unverhohlener auftrende Antisemitismus und die ritualisierten Trauerkundgebungen erscheinen - die sämtlich ohne positive Auswirkungen für die Jüdische Gemeinde bleiben - das belegt ein Beitrag von Richard C. Schneider.

Hier ein Ausschnitt:

Zitat

Das große Problem in Deutschland ist, dass "Auschwitz" zur Messlatte für Judenhass gemacht wurde. Alles, was "weniger schlimm" als Auschwitz ist, konnte jahrzehntelang sozusagen unten durchspazieren. Das "Wehret den Anfängen", das "Nie wieder!" ist längst zur Phrase geworden bei all den Gedenkveranstaltungen, die nur noch starres Staatsritual sind und nichts, aber auch gar nichts mit der gesellschaftlichen Realität zu tun haben. Die Gemeinplätze, die in solchen Reden von Politikern jeder Couleur abgelassen werden, stammen alle aus demselben Sprachbausteinkasten. Leeres Geschwätz. Denn es sind längst keine "Alarmzeichen" mehr, wie die Vorsitzende der CDU selbst noch nach dem Attentat von Halle meinte. Wir sind bereits "mittendrin".

Als mich die Nachrichten aus Halle in Paris erreichten, war ich also nicht überrascht. Aber Wut packte mich. Nackte Wut. Nein, nicht nur auf den Attentäter. Sondern auf das, was nun unweigerlich folgen würde. Und folgte. Diese lächerlichen Mahnwachen vor Synagogen, teils mit Kirchengesängen (!), das öffentliche Entsetzen oder besser: die deutsche "Betroffenheit", der schlagartig einsetzende Aktionismus der Politiker, die – man staune! – auf einmal zu begreifen scheinen, dass es ein Problem gibt mit dem Antisemitismus in Deutschland.

Und dann erwischte mich nach der Wut, nach der wahnsinnigen Wut, die Langeweile. Ja, wirklich: Langeweile. Denn wir Juden kennen das alles doch schon. So war es immer in der Bundesrepublik. Es geschieht etwas, alle sind betroffen, ein paar Menschenketten, bei denen sich alle wohlfühlen können, alle versprechen, es werde "nun wirklich" etwas getan – und dann geschieht wieder nichts. Nun mögen Sicherheitsexperten sofort einwenden, es sei schon viel getan worden. Doch selbst wenn, es ist ganz offensichtlich nicht genug. Vom Brandanschlag auf die Lübecker Synagoge 1994 bis nun zu Halle – die deutsche Gesellschaft will nicht in den Spiegel schauen. Niemand will hingucken und womöglich den kleinen Antisemiten in sich entdecken. Man hat ja aus der Geschichte gelernt.

Man muss wahrlich kein Jude sein, um zu wissen, was sich seit Jahren in Deutschland zusammenbraut. Nicht erst seit dem NSU-Skandal könnten wir wissen, dass sich rechte Zellen auch bei den Nachrichtendiensten, der Polizei und anderen staatlichen Organisationen breitmachen. Dass Antisemiten und Rassisten im Netz aktiv sind, sich international verbinden. Dass es sie sogar in den etablierten Parteien gibt, nicht nur bei der AfD.

Ich empfinde Langeweile, weil ich darüber schon jahrzehntelang schreibe. Immer und immer wieder. Nach jedem neuen Attentat, nach jedem neuen Anschlag, nach jedem neuen antisemitischen Skandal. [.....]
Quelle:ZEIT Nr. 43/2019

14

Mittwoch, 23. Oktober 2019, 10:58


(Harm Bengen)

15

Mittwoch, 23. Oktober 2019, 18:42

# 14 ist leider kein Witz


23. Oktober 2019, 18:01 Uhr
Jüdischer Weltkongress:Jeder vierte Deutsche denkt antisemitisch



Antisemitische Schmierereien an Grabsteinen auf dem jüdischen Friedhof in Kröpelin (Landkreis Rostock).(Foto: dpa)
  • Der Antisemitismus breitet sich in Deutschland aus. Laut einer Studie des Jüdischen Weltkongresses hat jeder vierte Deutsche hat antisemitische Gedanken, 41 Prozent meinen, Juden redeten zu viel über den Holocaust.
  • Auch unter Hochschulabsolventen sind antisemitische Stereotypen verbreitet.
  • Es sei Zeit, "dass die gesamte deutsche Gesellschaft Position bezieht", sagt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses.
Von Stefan Kornelius

In Deutschland wächst der Antisemitismus beständig an. 27 Prozent aller Deutschen und 18 Prozent einer als "Elite" kategorisierten Bevölkerungsgruppe hegen antisemitische Gedanken, 41 Prozent der Deutschen sind gar der Meinung, Juden redeten zu viel über den Holocaust. Die neuen Zahlen stammen aus einer repräsentativ angelegten Umfrage des Jüdischen Weltkongresses, der Dachorganisation jüdischer Gemeinden und Organisationen aus mehr als 100 Ländern. Die umfassende Befragung fand vor zweieinhalb Monaten statt, also vor dem Anschlag auf die Synagoge in Halle. Ihr Ergebnis liegt jetzt der Süddeutschen Zeitung vor.
.
Wachsender Antisemitismus wird von einer überwältigenden Mehrheit in der Bevölkerung wahrgenommen und mit dem Erfolg rechtsextremer Parteien in Verbindung gebracht. 65 Prozent der Deutschen und 76 Prozent der sogenannten Elite erkennen einen Zusammenhang an.Bemerkenswert sind auch die Umfragewerte unter Hochschulabsolventen mit einem Jahreseinkommen von mindestens 100 000 Euro, die in der Studie als Elite bezeichnet werden. 28 Prozent von ihnen behaupten, Juden hätten zu viel Macht in der Wirtschaft, 26 Prozent attestieren Juden "zu viel Macht in der Weltpolitik" - Aussagen, die zum klassischen Repertoire des Antisemitismus gehören. Fast die Hälfte von ihnen (48 Prozent) behauptet, Juden verhielten sich loyaler zu Israel als zu Deutschland. Immerhin zwölf Prozent aller Befragten geben an, Juden trügen die Verantwortung für die meisten Kriege auf der Welt. 22 Prozent sagen, Juden würden wegen ihres Verhaltens gehasst.

Während der Antisemitismus also breiteren Raum einnimmt, wächst gleichzeitig die Bereitschaft, dagegen vorzugehen. Zwei Drittel der sogenannten Elite würden eine Petition gegen Antisemitismus unterzeichnen, ein Drittel aller Befragten würde gegen Antisemitismus auf die Straße gehen. Etwa 60 Prozent räumen ein, dass Juden einem Gewaltrisiko oder hasserfüllten Verbalangriffen ausgesetzt seien.
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Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, kommentierte die Studie mit drastischen Worten. Antisemitismus habe in Deutschland einen Krisenpunkt erreicht. "Wir haben gesehen, was passiert, wenn einfache Leute weggeschaut oder geschwiegen haben", sagte er. "Es ist an der Zeit, dass die gesamte deutsche Gesellschaft Position bezieht und Antisemitismus frontal bekämpft." Deutschland habe eine einmalige Verpflichtung, die Rückkehr von Intoleranz und Hass zu verhindern. Wenn sich mehr als ein Viertel der Gesellschaft mit Antisemitismus identifizierte, dann sei es Zeit für die restlichen drei Viertel, Demokratie und tolerante Gesellschaften zu verteidigen.
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In der Umfrage räumt ein Drittel der Befragten ein, dass Juden in Deutschland nicht gut behandelt würden. Gleichwohl zeigten sich lediglich 44 Prozent besorgt über Gewalt gegen Juden oder jüdische Einrichtungen. Genau ein Viertel der Befragten hält es für möglich, dass sich "so etwas wie der Holocaust in Deutschland heute wiederholen kann". Eine Wiederholungsgefahr in einem anderen europäischen Land halten immerhin 38 Prozent für möglich.(Süddeutsche)

16

Mittwoch, 23. Oktober 2019, 19:35

Geht aber auch anders. Die Forderung, nicht länger zu verharmlosen, wegzuschauen, zu schweigen ... sich statt dessen zu engagieren, hörbar und sichtbar Stellung zu beziehen und aktiv zu werden statt betroffen zu gedenken und dann nichts mehr zu tun, wird inzwischen immer öfter und immer lauter geäußert.
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Und siehe da - sogar im Kölner Karneval ist sie angekommen und mündet in einer Initiative der "Grosse von 1823 Karnevalsgesellschaft e.V. Köln". Der "Express" war bei der Pressekonferenz dabei und sprach anschließend mit Peter Brings

Zitat

Gehört Karneval und Politik für dich zusammen?

„Auf jeden Fall. Meine Meinung ist ja schon immer, dass Karneval mehr Politik in unserer Stadt macht, als alle Politiker zusammen. Da kommt wirklich die Mitte der Gesellschaft zusammen und ich finde es absolut wichtig, dass eine so große Karnevalsgesellschaft den Mund aufmacht und ein Ausrufezeichen setzt. Meine Hoffnung ist jetzt, dass viele Karnevalsvereine mitziehen, denn dieses Land ist immer noch viel zu still."

Das Attentat von Halle war für die „Grosse“ von 1823 der Auslöser, nicht länger wegzuschauen. Wie wichtig ist Dir, dass solche Themen den Weg in den Karneval finden?

„Klar, das Attentat war der Auslöser. Was aber jetzt in den Karneval kommen muss, ist dass wir hier zusammen mit unserer jüdischen Gemeinde stehen. Und vor allen Dingen, dass das jüdische Leben auch ein Teil unseres kölschen Lebens ist. Damals saßen die Nazis im Karneval – so etwas darf einfach nicht wieder passieren.“

Was ist das für ein Gefühl für dich, dass diese Pressekonferenz von Polizei und Personenschutz gesichert werden muss?

„Dass Menschen wie Abraham Lehrer (Vorstand der Synagogen Gemeinde Köln und Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, d. Red.), Aaron Knappstein (Präsident der jüdischen KG Kölsche Kippa Köpp) und Helge David Gilberg (Verein „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland), nach all dieser Zeit solch einen Schutz brauchen – es ist einfach unfassbar. Seitdem ich denken kann, wird die Synagoge an der Roonstraße Tag und Nacht bewacht. Alleine für diesen Zustand muss sich dieses Land schämen. Wir müssen endlich den Arsch hoch kriegen und die Zähne auseinander machen.“

Was meinst Du ist der Grund, dass es immer noch so still in unserem Land ist?

„Es ist ja bequemer, nicht den Mund aufzumachen, oder zu sagen, Karneval hat nichts mit Politik zu tun. Viele Sportler und Fußballer sagen ja auch: Ne, mit Politik will ich nichts zu tun haben. Klar, da kann man sich nicht die Finger verbrennen.“

Wie wichtig ist es, Namen zu nennen?

„Das ist das Allerwichtigste: den Feind beim Namen nennen. Das tun die wenigsten. Wenn man sich anschaut, was vor 70, 80 Jahren passiert ist: Es hat genau so angefangen. Es ging immer ein Stückchen weiter, bis die Leute durch die Straßen gejagt wurden.
Es gibt immer noch zu wenige Schauspieler, Lehrer, Künstler – Leute, die was zu melden haben in unserem Land, die nicht den Mund aufmachen. Egal, ob auf der Karnevalsbühne, in den Schulen, Kirchen und Gemeinden muss darüber gesprochen werden.“

Wie machst du es als Künstler?

„Auch nicht immer zu Freude unseres Publikums gehe ich auf die Bühne und sage: AfD ist keine Alternative für dieses Land. Ich bin dafür schon ausgepfiffen und beschmissen worden, aber ich empfinde es als meine Pflicht, denn ich will in keinem Land leben, wo eine AfD und solche Leute regiert. Udo Lindenberg hat einen guten Spruch gesagt: Wer in der Demokratie pennt – wird in der Diktatur wach.“

Sind die Kölner am 11. im 11. das richtige Publikum für die Aktion?

„Das werden wir sehen. Bis jetzt konnte ich mich auf die Kölschen immer verlassen. Ich lebe in einer offenen Stadt, die ich immer als sehr tolerant empfunden habe. Hier konnte schon früh mehr oder weniger schwules-lesbisches Leben auf der Straße stattfinden. Im Großen und Ganzen habe ich immer an diese Stadt geglaubt, dass diese Stadt offen und Tolerant ist. Dazu gehört auch, dass jüdisch kölsch und kölsch auch jüdisch ist.“

War das Attentat in Halle ein Schock für dich?

„Ehrlich? Es war kein Schock, weil man weiß einfach, dass so etwas passieren kann. Antisemitismus hat es hier immer gegeben. Wenn man sich die Geschichte der Juden anschaut – die Pest kam – und es wurde erzählt, die Juden hätten die Brunnen vergiftet und man schlug sie tot.“

Wie geht ihr mit dem Problem um, dass Begriffe wie „Heimat“ für die falschen Zwecke benutzt werden?

„Die Nazis waren schon immer groß darin, Sachen für sich zu nehmen. Deswegen haben wir heute mit unserer deutschen Volksmusik solche Probleme, weil das alles von denen zweckentfremdet wurde – und wird. Genau aus diesem Grund haben wir mit der AG Arsch huh einen Song mit dem Titel „Loss die Finger fott vun unseren Leedern“ aufgenommen. Wir sind auch am überlegen, passend dazu ein Video zu drehen.“

Anstelle bisheriger Ausgrenzung wird also von nun an die jüdische Karnevalsgesellschaft "KG Kölsche Kippa Köpp" beteiligt sein und mitfeiern - bei der Sessionseröffnung am Tanzbrunnen und auch sonst ... :thumbsup:

Zitat

Jüdischer Karnevalsverein in Köln gegründet: Kölsche Kippa Köpp e.V.

K.K.K. – die drei Buchstaben standen früher für den „Kleinen Kölner Klub“, einen Karnevalsverein, in dem sich in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren jüdische Jecken organisiert hatten, um gemeinsam Fastelovend zu feiern. Mit Beginn der Verfolgung durch das Naziregime hatten die Aktivitäten des „Kleinen Kölner Klubs“ ein jähes Ende gefunden. Einigen Mitgliedern gelang die Flucht ins Ausland, andere kamen in Ghettos und Lagern um.

V. l. n. r.: Patric Levy (Vizepräsident), Carlos Levy (Ehrenpräsident), Aaron Knappstein (Präsident),
Frank Levy (Schatzmeister), Volker Scholz-Goldenberg (Schriftführer)
.
Nun hat sich über 70 Jahre nach Kriegsende wieder ein jüdischer Karnevalsverein in Köln zusammengefunden, der bewußt an die Traditionen des K.K.K. anknüpfen möchte. Im Beisein des Präsidenten des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, wurde bereits vor einigen Monaten der Verein „Kölsche Kippa Köpp e.V.“ ins Leben gerufen. Die „Köpp“, wie sich die Mitglieder selbst gerne nennen, sehen das Wiederaufleben eines bewußt jüdischen Vereins als zusätzliche Bereicherung für den kölschen Karneval und vielleicht sogar darüber hinaus. „Wir sind uns der Traditionen des früheren K.K.K. sehr bewußt, freuen uns aber auch darauf, neue Traditionen zu begründen“, betont Präsident Aaron Knappstein. „Kölner Juden waren immer Teil des vielfältigen karnevalistischen Lebens, aber lange Zeit nicht sichtbar. Mit den „Kölschen Kippa Köpp“ möchten wir dies ändern und gleichzeitig auch den Fastelovend wieder stärker in die jüdische Gemeinde tragen.“

Viele Mitglieder der noch jungen „Kölsche Kippa Köpp“ sind bereits in anderen Karnevalsgesellschaften aktiv. So gehören etwa alle vier Vorstandsmitglieder den Blauen Funken, der StattGarde Colonia oder der K.G. Alt-Köllen an. Als erste Veranstaltung plant der Verein am Karnevalssonntag, den 3. März 2019 einen karnevalistischen Frühschoppen „Falafel und Kölsch“ in der Synagoge Roonstraße für geladene Gäste und Medienvertreter.

Quelle, Foto und Grafik: Kölsche Kippa Köpp e.V.
Quellen - "Express"

Heinz K

Dissident

Beiträge: 4 220

Wohnort: Kölle

Beruf: Multimilliardär, Philanthrop, UN-Botschafter, Menschenhändler

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17

Mittwoch, 30. Oktober 2019, 11:04

Solidarität mit der jüdischen Gemeinde zu zeigen, dies vielleicht sogar zum Hauptthema der nächsten Session zu machen, finde ich gut und richtig. Die weiterhin einseitige Verurteilung von Antisemiten hingegen nicht. In unserer heutigen Gesellschaft kommt der Antisemitismus eben nicht mehr exklusiv aus der Nazi-Ecke, sondern wird auch von islamistischen Extremisten in unserem Land ausgelebt. Wenn ein Jude mit seiner Kippa durch die Straßen läuft, muss er viel eher damit rechnen von einem Bartträger bedroht zu werden, als von einem Glatzkopf. Natürlich sind auch die islamistischen Fundis politisch als rechtsextrem einzuordnen, nur bleiben sie bei der öffentlichen Empörung über den aktuellen Antisemitismus lieber unerwähnt. Auch Peter Brings traut sich mal wieder nicht diesen Antisemitismus allumfassend anzusprechen und zu kritisieren.

Ich finde das alles ziemlich nutzlos und hat dadurch auch immer einen Hauch von kommerzieller Anbiederung. Wenn wir beim Antisemitismus nur auf den Deutschnationalen einprügeln, ist das schon ziemlich ungerecht. Wenn wir nur den Judenhass der Nazis bekämpfen, bekämpfen wir am Ende nur den halben Antisemitismus.

Einladung

unregistriert

18

Mittwoch, 30. Oktober 2019, 12:20

Das ist nicht von der Hand zu weisen, dient allerdings häufig zum Verharmlosen eigener Fehler und dem bequemen Verweisen auf "Die da ..."
Wer sich dem Thema mal aus ungewohnter Sicht nähern möchte, ist heute Abend hier richtig:


Tuba Sarica „Ihr Scheinheiligen“
Mittwoch, den 30.Oktober 2019 20:00 Uhr

Veranstalter: Stadtteilbibliothek und Lesezeichen e.V



Doppelmoral und falsche Toleranz

Eine junge Deutschtürkin über unbequeme Wahrheiten.

Für ihre Familie ist Tuba Sarica eine Deutsche, und das ist nicht als
Kompliment gemeint. Was läuft schief bei der Integration, wenn
„eingedeutscht“ als Schimpfwort gilt? Tuba Sarica kritisiert die
Deutschtürken dafür, es sich in einer Opferrolle bequem zu machen, eine
Parallelwelt zu schaffen, in der eigene Regeln gelten, und sich den
Populismus à la Erdoğan zu eigen zu machen. Sie kritisiert aber auch die
Deutschen, die durch falsch verstandene Toleranz genau diese
Entwicklungen fördern. Ein Plädoyer dafür, Konflikte auszutragen und
nicht unter einem vermeintlichen Toleranzdeckmantel zu verstecken, der
alles nur schlimmer macht.

Tuba Sarica hat Germanistik und Medienkulturwissenschaften in Köln studiert.

Eintritt AK 10 €

Wir laden herzlich ein

zu reservieren unter:

Freiraum 0221 / 823 12 40, per mail über: freiraum@protect-data.d

19

Donnerstag, 31. Oktober 2019, 11:05

Ich wusste nicht, dass man Antisemitismus "halbieren" kann. 8o

Wenn man sich vor Augen führt, was Antisemitismus bedeutet und in welchen Ausprägungen er sich zeigt, wird man feststellen, dass er in der Tat nicht "exklusiv aus der Nazi-Ecke" kommt oder auf diese beschränkt ist - ich verweise gern nochmal auf die Übersicht von Sascha Lobo in Beitrag #1.

Hier zur Verdeutlichung eine bei Telepolis veröffentlichte Arbeit von Prof. Dr. Georg Meggle in Teilkopie.

Zitat

Genau wann bin ich Antisemit?
30. Oktober 2019
Georg Meggle

Inhaltsverzeichnis
  1. Genau wann bin ich Antisemit?
  2. 2. Antisemitisches Verhalten

  3. 3. Exkurs: Anti-Zionismus

  4. 4. Verifikationsprobleme (Die Antisemiten-Liste)

  5. 5. Dicke logische Fehler
  6. Auf einer Seite lesen
Notwendige und zusammengenommen hinreichende Bedingungen, um zu Recht als Antisemit bezeichnet zu werden
Wer ist Antisemit? Diese Frage ist doppeldeutig. Man kann sie so verstehen, dass sie nach einer Liste verlangt, auf der im Idealfall alle Antisemiten namentlich aufgeführt sind. Man kann sie aber auch (abstrakter) als Definitionsfrage auffassen, d.h., als Frage danach, welche Bedingungen notwendig und zusammengenommen hinreichend sind, um zu Recht auf dieser Liste zu stehen. Diese zweite (abstraktere) Lesart ist ganz klar die grundlegendere. Sie steht im Folgenden daher im Mittelpunkt. Sie wurde, so meine dann in der Diskussion näher auszuführende Einschätzung, bisher sträflich vernachlässigt. Das will ich ändern. Weil es sich ändern muss.
[.....]

1. Antisemitische Einstellungen
Also: Genau wann bin ich Antisemit?
Meine Antwort ganz grob: Ein Antisemit ist jemand mit einer antisemitischen Einstellung. Und ich wäre ein manifester Antisemit, wenn sich diese antisemitische Einstellung auch in meinem (körperlichen oder auch verbalen) Verhalten manifestiert - andernfalls wäre ich ein latenter Antisemit.

Das Antisemitismus-Label lässt sich also auf drei verschiedenen Ebenen anbringen: Nämlich auf:
  • Subjekte / Akteure (Individuum, Kollektiv, Institution
  • Verhaltensweisen
  • Einstellungen
Und auf jeder dieser drei Ebenen gibt es entsprechende Diskriminierungs-Parallelen:
  • Subjekte / Akteur: Rassist, Sexist, Nationalist,
  • Verhalten: Rassistisches, Sexistisches, Nationalistisches,
  • Einstellungen: Rassistische, Sexistische, Nationalistische

In all diesen Fällen ist der jeweilige Begriff der Einstellung der grundlegende. Mit ihm lassen sich die beiden anderen Begriffe definieren; aber nicht umgekehrt.
Der Kern dieses Ansatzes ist also: Antisemitismus = Juden-Diskriminierung. Punkt.

Dasselbe nochmal:
(AS.E) Antisemitisch ist eine Einstellung genau dann, wenn ihr zufolge ein Jude schon allein deswegen weniger wert sein soll, weil er Jude ist.

Diese Definition stellt den Diskriminierungsaspekt auch beim Antisemitismus - genau wie auch in den entsprechenden Definitionen für Rassismus, Sexismus und Nationalismus - in den Mittelpunkt. Das hat den ganz großen Vorteil, dass genau damit die gemeinsame Quelle ihrer prinzipiellen moralischen Verwerflichkeit herausgestellt wird.

Antisemitisch, rassistisch, nationalistisch, sexistisch etc. - das sind durch die Bank stark wertende Ausdrücke, mit denen wir die betreffenden Akteure, Verhaltensweisen und Einstellungen als moralisch verwerflich verurteilen. Und zwar ohne jede Einschränkung, ohne jedes Wenn- und Aber.

Und dies auch zu Recht. Denn:
Für keine dieser Verhaltensweisen oder Einstellungen gibt es (anders als z.B. für Lügen oder gar Tötungen in Notfällen) irgendeine moralische Rechtfertigung. Solche Verhaltensweisen und Einstellungen sind einfach schon per se moralisch verwerflich. Anders als bei Notlügen oder auch bei Notwehr gibt es keine auch nur denkbaren Ausnahmezustände (Not-Situationen), in denen Antisemitismus, Rassismus, Sexismus etc. rechtfertigbar wären.

[.....]
Hier weiterlesen lohnt!

agrippi

unregistriert

20

Sonntag, 3. November 2019, 15:25

Zitat


Alle reden über den Kampf gegen den Hass …
und niemand über Antisemitismus und Neonazis. Kommentar zu den geplanten Gesetzesverschärfungen zur effektiveren Bekämpfung der Hasskriminalität

  • Peter Nowak
  • 01. November 2019, 17:00 Uhr
  • 331
Auszug:

"Warum redet niemand über Antisemitismus?
Auffallend ist auch, dass nach dem antisemitischen Anschlag von Halle und den zahlreichen weiteren neonazistischen Aktionen jetzt fast unisono davon geredet wird, der Hass im Internet und auch anderswo müsse bekämpft werden.

Nun ist Hass nicht unbedingt ein guter Ratgeber. Er gehört aber auch zum Menschen und kann nicht einfach per Gesetz für illegal erklärt werden. Wenn dann noch Kommunalpolitiker unter besonderen Schutz gestellt werden sollen, dann drängt sich der Verdacht auf, hier werde die Gelegenheit genutzt, grundsätzliche Kritik an Politik und Staat überhaupt unmöglich zu machen.

Dabei sollte nach den Anschlägen der letzten Woche über Antisemitismus und Neonazismus geredet werden. Das wäre die Konsequenz, die nach der Selbstenttarnung des NSU eigentlich selbstverständlich sein müsste. Doch davon hört man nicht viel. Im Gegenteil.

In Bielefeld haben Gerichte ausgerechnet am 9. November, dem Jahrestag der Pogrome gegen Juden, eine Neonazidemonstration gestattet, die sich mit einer dort inhaftierten Holocaustleugnerin solidarisieren will. Ende Oktober entschied das Oberverwaltungsgericht Münster die Parole "Nie wieder Israel", die auf einer Neonazidemonstration skandiert wurde, sei nicht strafbar und könne daher von der Polizei nicht verboten werden.

Dabei würde mit einem Verbot gerade der mörderische Antisemitismus bekämpft, der als Triebkraft hinter dem Anschlag in Halle steht. Doch während so viel von Hass geredet wird, der mit allen Mitteln bekämpft werden muss, weswegen Grundrechte noch weiter ausgehöhlt werden, wird der Antisemitismus, der sich in unterschiedlichen Arten ausdrückt, völlig ignoriert."
(Peter Nowak)

Quelle: https://heise.de/-4573627

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