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41

Montag, 16. Juli 2018, 14:07

Fake-News


Frankreich ist trotz des Gewinns ausgeschieden. Jawoll! Hab' ich gelesen.

Und zwar genau hier
Man kann nicht alles haben. Wo sollte man es auch hintun?

Schlusswort

unregistriert

42

Mittwoch, 18. Juli 2018, 10:19

Aus der 'Titanic'

WM 2018 – die Bilanz

Sieger: Sandro Wagner, Putin,
Frankreich kickte meisterlich.
Jogi dirigierte gut, ihn
ließ halt nur sein Team im Stich.

Brasilianer hatten Schwindel,
Polen war ein schlimmer Flop.
Nervenbündel Reinhard Grindel
hat noch immer einen Job.

Messi glänzte nicht als Fighter,
England übt sich in Geduld.
In vier Jahren geht es weiter.
Özil ist an allem schuld.
.
(Philip Saß)

43

Sonntag, 22. Juli 2018, 14:19

Zitat

Özil ist an allem schuld.

Ob jedermann Philip Saß' Ironie verstanden hat, darf getrost bezweifelt werden.
Allzu bequem ist es doch, einen Schuldigen für die schlappe Leistung der Fuß-ballernden nationalen "Mannschaft" ausgemacht und ihn lustvoll an den Pranger gestellt zu haben. Schließlich singt der Kerl nicht mal bei der Hymne mit, sondern betet statt dessen - und das nicht mal zu "unserem" christlichen Gott. Alois, ach was, ganz Bayern bewahre!
Überhaupt stammt die Familie ursprünglich aus der Türkei. Geht ja gar nicht.

Wer sich dennoch für Mesut Özils Motive interessiert, sich auf ein Foto plus Trikot-Geschenk zugunsten des türkischen Präsidenten eingelassen zu haben, kann dies seit heute auf seinem Twitter-Account nachlesen.
All denjenigen, die schon wieder aufjaulen, weil Özils Post nicht in Deutsch verfasst ist, sei gesagt, dass das Thema international, also auch über die deutschen Landesgrenzen hinaus, diskutiert wurde und Englisch inzwischen sogar in vielen deutschen(!) Firmen als Konferenzsprache fungiert.
Einfach mal ein Übersetzerprogramm aktivieren. :P

Ansonsten:
Danke, Mesut! ;)

.

Zitat


Mesut Özil‏Verifizierter Account @MesutOzil1088

The past couple of weeks have given me time to reflect, and time to think over the events of the last few months. Consequently, I want to share my thoughts and feelings about what has happened.

03:52 - 22. Juli 2018
Quelle: 'Twitter'

44

Sonntag, 22. Juli 2018, 23:04

Dass Mesut Özil sich nun auch zu der mannigfachen, teils sachlichen, oft hämischen Kritik an seiner Begegnung mit dem türkischen Präsidenten äußert, dass er im DFB, in den Medien und bei den Sponsoren Doppelmoral, zweierlei Maß und Diskriminierung ausmacht und benennt, dass er für sich schlussendlich keinen Platz mehr in der deutschen Nationalmannschaft sieht - wer will es ihm verdenken?

Der DFB -und nicht nur der- wird sich fragen lassen müssen, wie er mit diesem verdienten Sportler und fünffachen(!) "Nationalspieler des Jahres" umgegangen ist und immer noch umgeht. Ob das Gerede von Fairness, all die schönen TV-Werbe-Statements gegen Rassismus nicht in Wirklichkeit hohles Geschwätz sind. Und inwieweit jemand in Deutschland -auch- wegen seiner Glaubenszugehörigkeit attackiert wird, ohne dass man "von oben" deutlich dagegenhält und einschreitet.

Mesut Özil hätte das verdient gehabt.

Zitat

Zitat




a.a.O.

8) Özils Statement auf Deutsch 8)

45

Dienstag, 24. Juli 2018, 09:21

"Trübselige Debatte über Integration in Deutschland "

Die aktuelle Debatte um Özils Statement und Rücktritt nimmt teils absurde Formen an. Konstruktives, gar Selbstkritisches, ist nur selten zu hören oder lesen - leider.
Umso wohltuender ein Kommentar aus der 'Mitteldeutsche(n) Zeitung', der die Problematik beleuchtet und in größere Zusammenhänge stellt.


Zitat

Kommentar zum Fall Özil
Trübselige Debatte über Integration in Deutschland

Sagt zum Fall Özil lieber nichts: Innenminister Horst Seehofer
Foto: AFP

Eines vorab: Diesen Text hätte vielleicht besser jemand geschrieben, der weiß, wie es ist, wenn zwei Herzen in der Brust schlagen, ein türkisches und ein deutsches, wie Mesut Özil es formuliert hat. Dass sich in der Redaktion keiner gefunden hat, führt schon mitten hinein in die Auseinandersetzung um den deutschen Nationalspieler, der keiner mehr sein will. Die Bundesrepublik ist seit vielen Jahren ein Einwanderungsland. Doch so schrecklich weit sind die Einwanderer in den Hierarchien dieses Landes noch nicht gekommen. Das gilt für fast alle Gesellschaftsbereiche: für die Politik, die Verwaltung, Polizei und Justiz, Schulen und Universitäten sowie für die meisten Wirtschaftsbereiche.

Zudem zeigt der extrem niedrige Anteil von Mitbürgern aus der ehemaligen DDR im sogenannten Establishment, wie undurchlässig die Sphären schon dann sind, wenn weder fremd klingende Namen noch Sprachprobleme entgegenstehen. Da wirken noch ganz andere Kräfte. Insofern wirft Özils Erklärung zu seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft ein grelles Licht darauf, dass der Stand der Debatte über Integration und auch Demokratie in Deutschland viel trübseliger ist als erhofft.

Selbstverständlich war das Treffen Özils und seines Mannschaftskameraden Ilkay Gündogan mit dem türkischen Autokraten Recep Tayyip Erdogan im türkischen Wahlkampf mindestens eine Dummheit. Wie unpolitisch und naiv Özil mit diesem Thema umgeht, zeigt seine Twitterbotschaft vom Sonntag. Wer ihn dann so dreist instrumentalisiert hat, das wäre noch einmal ein ganz anderes Thema. Tatsache ist aber auch: In Deutschland herrscht Meinungsfreiheit, und die gilt auch für Nationalspieler. Darauf hätten der DFB oder auch Özils Mitspieler gern einmal hinweisen dürfen. So aber ist aus dem Foto-Shooting mit Erdogan eine Staatsaffäre gemacht worden, die vor allem zeigt, wie unfreundlich inzwischen in diesem Land das Klima ist für Menschen, die einem dubiosen Begriff vom korrekten Deutschsein nicht entsprechen.

Merkel mit Anstand, Seehofer sagt lieber nichts
Es ist wieder einmal Angela Merkel, die in dieser Situation vorführt, was Anstand ist. Sie gibt Mesut Özil sozusagen noch einmal die Hand, wie einst, als er ihr in der Spielerkabine entgegentrat. Sie schätze ihn sehr, ließ die Kanzlerin am Tag nach seinem Rückzug erklären, den tollen Fußballspieler, der so viel für die Nationalmannschaft geleistet habe. Ihr Innenminister Horst Seehofer wollte dagegen lieber nichts sagen, sich nicht „in diese internen Angelegenheiten einmischen“. Welche Interna meint denn der Minister, der nicht nur für Sport zuständig ist, sondern auch für die Integration?

Seehofer hat von Merkel ganz offiziell den Auftrag, endlich ein Einwanderungsgesetz vorzulegen, das seine CSU über Jahre blockiert hat – gegen jeden Realitätsdruck. Ein solches Gesetz ist vielleicht für lange Zeit die letzte Chance, endlich Akzeptanz zu schaffen für Menschen, die eine andere Kultur und Geschichte mitbringen als jene, deren Vorfahren seit Jahrzehnten und Jahrhunderten hier leben. Es ist selbstverständlich, dass sie unsere Regeln und Gesetze beachten müssen. Niemand aber kann es ihnen versagen, dass zwei Herzen in ihrer Brust schlagen. Es darf nicht zweierlei Maß geben. Das ist eine Frage von Gesetzen, vor allem aber von Geisteshaltung.

Dazu gehört es erst einmal, die anschwellende Welle der Fremdenfeindlichkeit abzuwehren, auf der gewählte Abgeordnete von Kopftuchmädchen und Messerjungs reden, wenn sie Zuwanderer meinen. Der nächste Schritt muss sein, die Blockaden abzubauen, die den Aufstieg der neuen Deutschen noch so sehr behindern.
Dass dies ausgerechnet mit einem Minister gelingen sollte, der die Debatte um Mesut Özil für eine interne Angelegenheit von wem auch immer hält, das ist allerdings schwer vorstellbar.

(MZ)

Übrigens, in diesem Punkt irrt der Kommentator:

Es ist nicht allein die CSU, die seit Jahren ein Einwanderungsgesetz und damit eine adäquate Regelung von Immigration nach Deutschland verhindert. Auch die Schwesterpartei CDU hat bislang jeden Versuch, diese alte Gesetzes-Forderung der SPD endlich umzusetzen, torpediert.

Merkels hinlänglich bekanntes Gespür für Stimmungen und Chancen ließ sie neuerdings höchst pressewirksam nach einem solchen Gesetz rufen um die Initiative für sich reklamieren zu können.
Dass diese Einführung einer gesetzlichen Einwanderungsregelung auf Betreiben der SPD längst im Koalitionsvertrag steht und die Sozialdemokraten sich ohne entsprechende Zusage gar nicht auf eine erneute Koalition mit den "Christlichen" eingelassen hätten, hängt Frau Merkel natürlich nicht an die große Glocke.

Aber ein sorgfältig recherchierender Journalist sollte dies schon wissen ... ;)

46

Dienstag, 24. Juli 2018, 16:27

Aber ein sorgfältig recherchierender Journalist sollte dies schon wissen
Auf jeden Fall.


Der Fehler beginnt aus meiner Sicht schon damit, dass das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft wie eine nationale Katastrophe behandelt wurde. Hallo??


Die WM ist ein WeltSpiel!


Mesut Ösil ist in Gelsenkirchen geboren und besitzt seit Jahren die deutsche Staatsbügerschaft. Wie deutsch muss man denn heute in Deutschland wieder sein? Das hätte ich mir nicht räumen lassen.


Ich bin traurig, dass Özil das Gefühl hatte, sich verabschieden zu müssen ... auch für Deutschland.

47

Dienstag, 24. Juli 2018, 17:45

Erdogan nutzt natürlich die Chance und lobt Özils Rücktriit als national und einheimisch, hää?


Wenn Özil zwei Herzen in seiner Brust hat, was ich nachvollziehen kann, hilft ihm das wenig.
Und "einheimisch" ist er in der Türkei wahrlich nicht. Er lebt in London und spielt für Arsenal. Da ist er auch nicht heimisch.


Heimisch könnte er in Deutschland sein, da fehlt aber offensichtlich der Rückhalt.


P. S. Ich hab einen schwedischen Nachbarn. Der lebt einfach hier ... niemand hat da bisher irgendeinen Migrationshintergrund ins Spiel gebracht.

48

Dienstag, 24. Juli 2018, 19:06

2007 legte Özil seine türkische Staatsangehörikeit ab, um eingebürgert zu werden.


2012 sagte Özil: „Ich habe in meinem Leben mehr Zeit in Spanien als in der Türkei verbracht – bin ich dann ein deutsch-türkischer Spanier oder ein spanischer Deutsch-Türke? Warum denken wir immer so in Grenzen? Ich will als Fußballer gemessen werden – und Fußball ist international, das hat nichts mit den Wurzeln der Familie zu tun.“


Alles, was grad passiert ist sinnfrei und völlig überflüssig :thumbdown:

49

Mittwoch, 25. Juli 2018, 17:23

Sommermärchen für das Sommerloch


25.07.2018

Sommermärchen 2018
http://www.sakurai-cartoons.de/actual.php5?gross=7407

@ escape: "Überflüssig" ja - leider nicht "sinnfrei" :(

50

Donnerstag, 26. Juli 2018, 20:05

Hallo Richmodis,


du hast recht: alles, was wir tun, hat für uns einen Sinn, auch wenn es unsinnig ist.

Wer die "Schuld" auf Özil schiebt, oder gar auf alle Ausländer, entlastet sich bewusst oder unbewusst selbst.

Wenn ich diese subjektive Sinnhaftigkeit zwar sehe, aber im größeren Zusammenhang nicht für effizient halte, spreche ich von sinnfrei.

Ich weiß aber gar nicht, ob das Wort im Duden überhaupt vorkommt.


P. S. Im ursprünglichen, biblischen Sinn ist der Sündenbock eher ein Opferlamm, das die "Sünden" der anderen in die Wüste trägt.

51

Freitag, 27. Juli 2018, 19:49

Hallo Escape,
soweit ich weiß, ist "sinnfrei" ein recht junges Wort im Duden und auch nicht eindeutig definiert.

Ich bin von der Wortbedeutung ausgegangen: Alles, was wir tun, hat nicht nur für uns einen subjektiven und nicht immer einsichtigen Sinn, sondern - sehr viel folgenreicher - es entwickelt einen von uns nicht kalkulierbaren Sinn für andere, die mit unserem Tun konfrontiert werden.

Darauf zielt, denke ich, die Karikatur von sakurai.
Mir gefiel zu diesem Thema auch der folgende Kommentar in der FAZ:

"Kommentar zu Özil und dem DFB
Das deutsche Auch

Von Jürgen Kaube-Aktualisiert am 24.07.2018-10:25

Ein Satz Goethes sagt, der Handelnde sei immer gewissenlos, es habe niemand
Gewissen als der Betrachtende. Der Fall Özil ist geeignet, diesen Satz
zu erläutern. Denn es ist die Unentschiedenheit des Nichthandelns, die
jetzt zu einer ungeheuren, hässlichen Aufwallung an Meinungen,
Forderungen, Beschimpfungen, Rechthabereien und Ausflüchten geführt hat,
deren Ende gar nicht abzusehen ist.

Zwei Fußballspieler lassen sich lächelnd mit einem Staatsmann abbilden, der
Teile seiner Bevölkerung unterdrückt und den Rechtsstaat mit Füßen
tritt. Einer findet, das drücke „Respekt“ gegenüber der Heimat seiner
Eltern aus. Er sagt das aber – die Berater warten zunächst ab – erst
lange danach.

Bis dahin finden beide, ein Kompensationsfoto mit dem Bundespräsidenten kläre
vielleicht, inwiefern sie Nationalspieler sind. Es kommt zu einer
erheblichen Wertekollision: einerseits dumme Jungs, also Nachsicht;
andererseits Vorbilder, also Vorsicht. Einerseits Nationalmannschaft,
also Rücksicht auf Leistungsträger; andererseits Nationalmannschaft,

also Rücksicht aufs Publikum. Einerseits die Werte des DFB:Fairness und Menschenrechte;

andererseits die Werte des DFB: Selbstbetrug („Das Turnier ist lang“) und Selbstvermarktung
(„Best never rest“). Einerseits „Die Mannschaft“, nur das Team zählt und so weiter;
andererseits ist sich auf Instagram längst jeder selbst der Nächste.

Und so dachten sie, die Grindels, Bierhoffs und Löws, an die Politik, an Fototermine,
Werbeverträge, an 2014, den fünften Stern und besonders zärtlich an
sich, vor allem aber, dass alles schon gutgehen werde, weil noch fast
immer alles gutgegangen ist, und dass es darum jetzt „auch“ mal gut sein
müsse.„Auch“ ist ein sehr deutsches Wort. Allen Werten will man dienen, den sportlichen, auch
den politischen, den ökonomischen auch und auch den medialen, den
jungen Spielern und den alten, den deutschen Tugenden und der
Leichtigkeit, dem Fußball in Gestalt des Spiels und dem Fußball in
Gestalt der Fifa. Weswegen vor lauter Herren, denen man gleichzeitig
„auch“ dienen möchte, niemand sich entscheidet: Özil nicht zur
Erklärung, Gündogan weder zum Ausdruck des Bedauerns noch des Beharrens, der DFB weder zu
einem Rauswurf noch zu einem Junktim noch zu einem „Das ziehen wir
durch“.

Alle, Bierhoff und sein Trainer zumal, verhalten sich verdruckst, mit Goethe
„gewissenhaft“, voll komplexer Innerlichkeit, reich an Motiven und
Rückpässen. Alle agieren wie die Mannschaft selbst: den Ball am besten
schnell abgeben, Zweikämpfen ausweichen, Risiken vermeiden. Alle, Özil
eingeschlossen, hoffen, dass sich die Sache und alle Fragen mit dem
Erfolg erledigen, und, wenn der Erfolg ausbleibt, dann ja immer noch
Schuldige gefunden werden können oder Ausreden. Insofern alles sehr
deutsch, alle sehr integriert.

Es würden, heißt es entsprechend nach dem Scheitern von so ziemlich allem, was
scheitern konnte, die Ursachen schonungslos analysiert. Aber dieser Satz
ist selbst bereits die Schonung. Nämlich die Selbstschonung derer, die
nicht willens waren, sich festzulegen und dabei zu bleiben, anstatt sich
Meinungen in alle Richtungen zu bilden und alles offenzulassen. Was
nicht zuletzt für diejenigen gilt, die, wie Uli Hoeneß, jetzt schimpfen,
dass Özil seit Jahren einen Dreck gespielt habe, aber das eben erst
jetzt sagen. Vor der WM wäre es, ob töricht oder nicht, eine Handlung
gewesen, so zu sprechen. Jetzt ist es – wie zuvor Bierhoffs
Opportunismus, Grindels Lavieren und Özils Kommuniqué – nur eine weitere
wohlfeile, selbstgerechte Meinung."

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/me…04820.html#void

Zu Deinem P.S.: Für mich ist Özil weder ein "Sündenbock" und schon gar kein "Opferlamm".
Von solch einem begnadeten Fußballer hätte ich "auch" ;) ein wenig mehr eigenes "Köpfchen" erwartet.

eigenes "Köpfchen"

unregistriert

52

Freitag, 3. August 2018, 09:47

A propos ...

.
(Klaus Stuttmann)

53

Sonntag, 5. August 2018, 10:59

Zitat

Was Neuer und Müller zur Özil-Debatte sagen, ist einfach nur noch peinlich
04.08.2018, 14:09 · Aktualisiert: 04.08.2018, 16:28
Von Steffen Lüdke

Keine Solidarität, nur Desinteresse und Geschwafel über Nationalstolz.

Mesut Özil hat 92 Mal für die deutsche Nationalmannschaft gespielt. Er ist Weltmeister geworden, stand für einen neuen deutschen Fußball. Nachdem Mesut Özil am 22. Juli aus der Nationalmannschaft zurückgetreten ist, kam lange: nichts. Bundestrainer Joachim Löw hat sich bis heute nicht zu Özils Vorwürfen geäußert. Auch Özils Teamkollegen schwiegen, kein Dank für all die Spiele, nur einige wenige verabschiedeten ihn mit Posts in den sozialen Netzwerken.

(Bild: dpa/Bernd Weissbrod)

Jetzt haben sich mit Manuel Neuer und Thomas Müller endlich zwei der Führungsspieler der Nationalmannschaft zur Debatte geäußert. Im Nachhinein muss man sagen: Hätten sie es mal besser gelassen. Die Aussagen sind unsolidarisch. Sie offenbaren eine gefährliche Teilnahmslosigkeit. Und sie zeigen, dass beide offenbar nicht verstanden haben, worum es in der Debatte, die Özil angestoßen hat, überhaupt geht.

1
Thomas Müller

(Bild: dpa/Peter Kneffel)
Beginnen wir mit Thomas Müller. In Interviews hat Thomas Müller oft gute Laune. Wenn er über Mesut Özil reden muss, schwindet die offenbar. Das Thema werde von den Medien befeuert, es sei eine "heuchlerische Diskussion". Müllers Meinung zu Özils Vorwürfen, zu seinem Rücktritt:

Wir sollten die Diskussion endlich beenden. Von Rassismus im Sport und in der Nationalmannschaft kann keine Rede sein.

Thomas Müller

Kein Wort der Aufmunterung für den (ehemaligen) Teamkollegen, kein Zeichen von Solidarität. Stattdessen betont Müller etwas, das gar nicht zur Diskussion steht. Özil hat nie davon gesprochen, dass es innerhalb des DFB-Teams zu Rassismus gekommen sei. Aber Müller stellt noch mal klar: hat es nie gegeben.
Mehr noch, Müller will sogar wissen: Von Rassismus im Sport generell könne keine Rede sein.

Da fragt man sich, warum Spieler wie Antonio Rüdiger und Kevin-Prince Boateng seit Jahren von rassistischen Rufen berichten. Warum die größten Sportstars in Anti-Rassmismus-Kampagnen auftreten und auch der DFB sich zu solchen bekennt. Und man fragt sich, ob Müller die Debatte, die mit dem Hashtag #MeTwo gerade entstanden ist, einfach nur lästig findet.
Unsensibler geht es kaum. Müller tut Özils Erfahrungen einfach ab: gibt es nicht, Diskussion bitte beenden.


2
Manuel Neuer

(Bild: dpa/Andreas Arnold)

Manuel Neuer ist Kapitän der Mannschaft, hätte also zur größten Debatte im deutschen Fußball seit Jahren gerne etwas sagen dürfen. Allerdings sei erst mal Urlaub angesagt gewesen, argumentiert Neuer im Interview. Außerdem:

Wenn man nicht gefragt wird, muss man auch nichts sagen.
Manuel Neuer

Die Einstellung irritiert. Wenn jemand zu Özils Rücktritt, seinen Vorwürfen, dem offensichtlichen Rassismus gegen Özil etwas hätte sagen sollte, dann er. Diese Nicht-Haltung zieht sich durch Neuers gesamtes Interview. Özils Rücktritt wolle er nicht bewerten, sagt Neuer. Die Sache sei "anstrengend".

Dann bewertet Neuer dennoch. Vor allem in dieser Passage: Der DFB müsse nun "auch wieder die Spieler da haben, die wirklich stolz sind, für die Nationalmannschaft zu spielen, und alles dafür zu geben, für das eigene Land zu spielen."
Der Satz impliziert, dass bisher nicht alle Spieler stolz waren, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen; dass nicht alle alles "für das eigene Land" gegeben haben. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen.
  • Mesut Özil tritt zurück, weil er sich rassistisch beleidigt fühlt.
  • Weil er vielen im Falle des Misserfolges als Einwanderer und nicht als Deutscher gelte.
  • Weil er zum Beispiel nach dem Südkorea-Spiel von einem Fan "Türkensau" und "Türkenschwein" genannt worden sei.
Und was macht Neuer? Er fordert in seiner ersten Reaktion nach dem Özil-Rücktritt, dass nun "wieder" Spieler eingeladen werden sollten, die "wirklich" stolz sind für das eigene Land zu spielen. Neuer erwähnt Özils Namen in dem Satz nicht, dass er ihn trotzdem meint, ist wahrscheinlich. Es muss ihm zumindest klar sein, dass der Satz so interpretiert wird.


(Bild: dpa/Julian Stratenschulte)

Sportlich ist das Unsinn. Als wäre die Nationalmannschaft ausgeschieden, weil die Spieler nicht stolz genug waren.

Schlimmer noch: Zwischen den Zeilen befeuert Neuer damit die Geschichte, Özil sei nicht stolz darauf gewesen, für Deutschland zu spielen. Die Debatte wird von Teilen der Öffentlichkeit immer wieder geführt, gerne auch mit Verweis darauf, dass Özil die Nationalhymne nicht mitsingt. Was dabei immer mitschwingt: Özil sei kein "richtiger Deutscher". Genau gegen diese Erzählung hat Özil sich in seinem Statement gewehrt, genau wegen ihr ist er zurückgetreten. Neuers Worte sind eines DFB-Kapitäns unwürdig.

Übrigens ist nicht nur Özil nach einem schlechten WM-Spiel Opfer von rassistischen Beleidigungen geworden. Auch der Schwede Jimmy Durmaz wurde nach seinem Foul im Spiel gegen Deutschland beschimpft. Anschließend hielt er eine Rede, seine Mitspieler standen hinter ihm. Zum Abschluss sagten alle: "Fuck Racism!" (bento)

Wenn Özils Teamkollegen zur Debatte um den Alltagsrassismus, den es im und außerhalb des Sports gibt, schon nichts Konstruktives beitragen wollen, hätten sie sich wenigstens auf dieses Mindestmaß an Haltung einigen können.
(bento)

.

Sieh an, nach den Bayern-Spielern Müller und Neuer, die gar nix Diskriminierendes erkennen, auch wenn's direkt vor ihren Augen und Ohren geschieht, äußert sich nun der nordrhein-westfälische Ministerpräsident zum Thema und stellt fest:

Zitat

NRW-Ministerpräsident Laschet
"Was Özil erreicht hat, ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte"


Für den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Laschet ist Mesut Özil immer noch ein Vorbild. Das Verhalten des DFB nennt der CDU-Politiker absurd. mehr...

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15. März 2015, 21:38:
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