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242

Samstag, 6. Januar 2018, 12:45

Stimmt, Uli.
Der Mann lässt einen oft fassungslos staunen und bietet wirklich zahlreiche Gründe, ihn und seine Sippschaft zu kritisieren.

Andererseits bieten auch seine Gegner reichlich Angriffsflächen und tun dabei immer so, als ginge es ihnen mit ihren Interessen-gelenkten Aktionen ausschließlich um "Demokratie".
Auffällig, dass die mächtigen USA
-nach dem Motto: Wenn Zwei das Gleiche tun, so ist es nicht Dasselbe- die Korruptionsstadl anderer Länder gänzlich unbehelligt lassen - siehe Geschäftspartner Saudi-Arabien. :thumbdown:

Zitat


Korruptionsvorwürfe: Amerika verschärft Sanktionen gegen Venezuela
Wegen Korruption und Repression sollen Bürger der Vereinigten Staaten keine Geschäfte mehr mit hohen venezolanischen Militärs machen dürfen. Präsident Maduro kündigt eine „machtvolle Protestnote“ an.
(FAZ)

243

Samstag, 6. Januar 2018, 19:10

hihi, machtvolle Protestnote liest sich gut.
Was ich von der Opposition halte, habe ich oft genug hier und in vielen anderen Foren klar gestellt. Weniger als nichts !
Korrupt sind 99,98 % der Venezolaner. Diese Eigenschaft besitzen schon Babys. Sie ist angeboren. Es regen sich jene kuenstlich ueber Korruption auf, die selbst bestechlich sind.

Der Unterschied liegt in der Gier und Hoehe der Summen, die geboten und angenommen werden.
Unser Staat ist ein Musterbeispiel an teilweise von grosser Dummheit und erschreckender Ignoranz gefuehrten Regierung , verbunden mit lethargischer Gleichgueltigkeit.
Es wird seitens der Regierungsriege vom "guerra economia" gesprochen. Der findet tatsaechlich seit ca 10 Jahren statt. Die Privatwirtschaft, die meist von Oppositionellen gestemmt wird, erzeugt eine Knappheit, um die Preise hochzutreiben. Das gelingt auch. Pervers wird es im Lebensmittelbereich.
Da bekommen Panaderien z.B. vom Staat stark verbilligtes Mehl, um das Brot erschwinglich anbieten zu koennen. Das machen diese Privatbesitzer tatsaechlich eine Woche, dann schlagen sie dermassen zu, dass nur noch Reiche einkaufen koennen.
Sie nehmen natuerlich weiterhin das Mehl billig entgegen, tun aber so, als wuerden sie es persoenlich und zu Fuss aus Kolumbien abholen und viele Bolivares dafuer zahlen muessen. Dem ist nicht so. Betrug wohin der Indio schaut.
Ein grosser Irrtum ist es auch, zu glauben, wir haetten hier etwas Soziales.
Wenn arm und reich zum gleichen subventionierten Preis die Waren kaufen koennen, ist es nicht schwer vorstellbar, wer wohl am meisten davon kauft ??
Deshalb, bleibt mal alle schoen "tranquilo", ich bin es doch schon seit 20 Jahren :thumbsup: :P



244

Montag, 15. Januar 2018, 12:58

in der ZEIT gelesen:

Venezuela:


Maduro will Hungerkrise durch Erdölförderung beenden

In welchem Land gibt es so einen lustigen Praesidenten wie bei uns? Er hat also vor, die Indios morgens, mittags und abends Oelprodukte futtern zu lassen. Oder habe ich das jetzt falsch verstanden ? :P


245

Dienstag, 16. Januar 2018, 09:59

Betrug wohin der Indio schaut.

Klar wird im großen Stil betrogen.
Bei euch bewahrheitet sich halt der Spruch von der Not, die erfinderisch macht.
Oder, wie der olle Brecht in der "Dreigroschenoper" formulierte:


Ihr Herrn, die ihr uns lehrt, wie man brav leben
Und Sünd und Missetat vermeiden kann

Zuerst müßt ihr uns schon zu fressen geben

Dann könnt ihr reden: damit fängt es an.

Ihr, die ihr euren Wanst und unsere Bravheit liebt

Das Eine wisset ein für allemal:

Wie ihr es immer dreht und immer schiebt

Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.

Erst muß es möglich sein, auch armen Leuten

Vom großen Brotlaib sich ihr Teil zu schneiden


247

Mittwoch, 17. Januar 2018, 08:30

Ein zaghafter Versuch...
... wessen?

Bei 'Telepolis' ist Harald Neuber dieser Frage nachgegangen und kommt zum folgenden Ergebnis:


Zitat

"Terrorist" oder "junger, gut aussehender Rebell"?
17. Januar 2018, Harald Neuber

Bild: avn.info.ve
(Bild: Venezuela, Maduro, Terrorismus)
Wie bezeichnet man einen Ex-Polizisten, der Regierungsgebäude aus der Luft angreift, Sicherheitskräfte erschießt und einen Umsturz propagiert?

In Venezuela ist am Montag in einer großangelegten Polizeiaktion eine Gruppe gewalttätiger Oppositioneller aufgerieben worden, die für bewaffnete Anschläge auf Regierungsgebäude verantwortlich war. Dabei kam auch der Anführer und ehemalige Polizist Oscar Pérez ums Leben.

Die Mitglieder der Gruppierung waren von den Sicherheitsbehörden des südamerikanischen Landes über ein halbes Jahr lang gesucht worden. Der Zwischenfall zeigt nicht nur die zunehmende Militarisierung des innervenezolanischen Konfliktes zwischen der linksgerichteten Regierung von Präsident Nicolás Maduro und der Opposition. Die Berichterstattung belegt auch, wie zurückhaltend Teile der internationalen Presse mit den Gewalttätern in Venezuela umgehen – durchaus im Einklang mit der Haltung der politischen Führungen in Brüssel und Washington.

Pérez und seine Gruppe hatten im vergangenen Juni von sich reden gemacht, als sie aus einem gekaperten Polizeihubschrauber das Innenministerium in Caracas und den Sitz des Obersten Gerichtshofs angriffen (Opposition in Venezuela geht zu Luftangriffen über). Präsident Maduro sprach damals im staatlichen Fernsehsender VTV von einem terroristischen Putschversuch. Der Sitz des Gerichts liegt im historischen Stadtkern von Caracas in der Nähe mehrerer Regierungsgebäude, darunter der Präsidentenpalast Miraflores.

Schwierigkeiten deutscher Medien mit der Einschätzung
Das politische Motiv war früh klar: In einem Video sprach der Pilot von einem "Angriff auf die Tyrannei", auf einem Transparent am entführten Helikopter der Kriminalpolizei CICP war "Libertad" (Freiheit) und "350" zu lesen, in Anspielung auf den entsprechenden Artikel der Verfassung, der das Recht auf Rebellion definiert. Aus Regierungskreisen hieß es später, vom Helikopter seien 15 Schüsse auf das Innenministerium abgefeuert worden. Danach sei er zum Obersten Gerichtshof weitergeflogen, dort seien vier Granaten fallengelassen worden. Dass niemand verletzt oder gar getötet wurde, war wohl eher ein Zufall.

Sechs Monate hatten sich die gewalttätigen Regierungsgegner auf der Flucht befunden. Dass sie von Strukturen der Opposition beschützt wurden, belegt nicht nur der Umstand, dass sie in der Siedlung El Junquito nahe der Hauptstadt Caracas ausfindig gemacht wurden. Pérez war einige Wochen nach dem Hubschrauberangriff auch auf einer Oppositionsdemonstration in der Hauptstadt aufgetaucht, umringt von Sympathisanten. Das Intermezzo zeigte, dass Teile der politisch zerstrittenen und marginalisierten Opposition offenbar weiterhin Probleme haben, sich von terroristischen Methoden zu distanzieren. Das gilt auch für den ehemaligen Bürgermeister des Großraums Caracas, Antonio Ledezma, der Pérez nun als "Märtyrer" bezeichnete. Ledezma hatte unlängst nach einer umstrittenen Entscheidung den Sacharow-Preis für Menschenrechte des Europäischen Parlaments erhalten .

Genutzt hat Pérez und seiner Gruppierung diese Unterstützung am Ende nichts. In einer großangelegten, zehn Stunden dauernden Aktion wurden die Militanten aufgerieben. Beteiligt waren der Inlandsgeheimdienst, der Militärgeheimdienst, die Nationalgarde, die Sondereinheit FAES und die Nationalpolizei. Bei heftigen Gefechten wurden zwei FAES-Mitglieder getötet und sechs weitere Mitglieder der Sicherheitskräfte verletzt. Oppositionelle Medien sprachen dennoch von einer "Exekution" des Bandenchefs, Ledezma behauptete, das "Todesurteil" sei von Präsident Maduro erlassen worden. Man wolle dies nun vor dem Internationalen Gerichtshof in den Haag thematisieren.

Obwohl die Rollenverhältnisse relativ klar sind und Pérez noch in seinem letzten Interview vor wenigen Tagen von einem baldigen Ende der Regierung sprach sowie mit bevorstehenden Aktionen drohte, taten sich deutsche Medien heute schwer, sachlich zu berichten.

Eine Korrespondentin des ARD-Studio Mexiko-Stadt schrieb von der Tötung mehrerer Aufständischer, Sicherheitskräfte seien gewaltsam gegen eine Rebellengruppe vorgegangen, die von der Regierung "terroristisch" genannt werde. Der Bericht kulminierte in der Beschreibung von Pérez als "der junge, gutaussehende Ex-Polizist". Der von ihm geleitete Angriff im Juni sei verübt worden, so betonte die ARD, "ohne dass Menschen zu Schaden kamen".

Spiegel Online schriebindes auf Basis von Meldungen der Nachrichtenagenturen AFP und dpa, es handele sich um eine "Gruppe um den "Hubschrauberpiloten" und "prominenten Piloten" Oscar Pérez. Die Einordnung als "Terrorist" findet sich hier auch nach bewaffneten Angriffen und getöteten Polizisten nur in Anführungszeichen.

Kommentare lesen
a.a.O.

248

Mittwoch, 17. Januar 2018, 22:11

Fuer mich ist es ein gut aussehender Verbrecher. Kein Terrorist und auch kein Rebell. Terror hat bei mir einen anderen Stellenwert und eine unterschiedliche Bedeutung. Wenn jemand nur einmal eine Straftat begeht, ist er kein Terrorist, sondern ein "gewoehnlicher " Verbrecher.

Dieser Helipilot aber hat niemanden verletzt oder getoetet. Ein Glueck fuer jene, die heil davon gekommen sind. Perez hat aber billigend in Kauf genommen, dass bei diesem Heliangriff Menschen ums Leben kommen koennten.
Als Schauspieler kam ihm sein recht ordentliches Aussehen natuerlich zu gute.

Letztendlich wurde er ermordet, weil er sich ergeben und stellen wollte, wie man berichtete.
Das zeigt natuerlich, in welch einem Unrechtsstaat ich wohne. Der Rechtsstaat hat sich schon seit 15 Jahren verabschiedet. Richter und Staatsanwaelte sucht der Sozialistenfuehrer aus.
Eine Hoffnung auf Besserung besteht nicht. Noch nicht !!

PS: Fuer Perez ist es besser, getoetet worden zu sein, denn lebenslaenglich in einem venezolanischen Gefaengnis verbringen zu muessen, laesst die Hoelle geradezu als renommierten Privatclub erscheinen.
Dass die "Rebellengruppe" sich so lange verstecken konnte, zeigt ebenfalls, dass die oppositionellen Unterstuetzer ebenso wenig etwas von Recht und Gesetz halten, wie die Regierung Maduros teilweise.
Der Unterschied: Die Regierung hat uns noch nicht mit Strassenblockaden und Sabotageakten "verwoehnt". Auch keine oppositionellen Supermaerkte zerstoert.
Deshalb: Fuer mich ist Maduro immer noch das kleinere Uebel.
Traurig, aber wahr !



249

Freitag, 9. Februar 2018, 10:42

Amerika(s) den USAmerikanern?

”Speak softly but carry a big stick” war die Maxime des 26. US-Präsidenten, Theodore Roosevelt.
Zumindest den zweiten Teil des Satzes scheint sich nun der amtierende US-Außenminister Tillerson zu eigen zu machen. Während er den südamerikanischen Kontinent bereist,
beschwor er jüngst die durch Roosevelt sehr eigenwillig interpretierte "Monroe-Doktrin" *.



09.02.2018
US-Außenminister reaktiviert Monroe- Doktrin in Lateinamerika
Gemeinsames Vorgehen gegen Venezuela Hauptthema bei Rundreise von Donald Trumps Chefdiplomat. Plädoyer für einen Militärputsch stößt auf Ablehnung
Von
Steffen Vogel
amerika21


Kolumbiens Präsident Santos und US-Außenminister Tillerson wollen gemeinsam verstärkt gegen Venezuela vorgehen
Quelle:State Department Photo
Lizenz: Public Domain


Buenos Aires/Bogotá et al.
In verschiedenen lateinamerikanischen Ländern haben Äußerungen des US-Außenministers Rex Tillerson für Aufsehen gesorgt. Auf seiner Rundreise durch die rechtsregierten Staaten Mexiko, Argentinien, Peru, Kolumbien und Jamaika hatte er für eine Verschärfung der Maßnahmen gegen Venezuela geworben – auch militärischer Natur.

"In der Geschichte Venezuelas und anderer südamerikanischer Länder ist oft das Militär zum Akteur des Wandels geworden, wenn die Dinge schlecht standen und die Regierung nicht mehr dem Volk diente", sagteTillerson zum Auftakt seiner Reise in in Austin, Texas.
Besonders vor einer Reise nach Argentinien, das nach einem US-gestützten Putsch der Streitkräfte 1976 bis 1983 eine Militärdiktatur mit zehntausenden Opfern durchlebte, klang dies wie ein offenes Bekenntnis zur Fortsetzung der blutigen Regime Change-Politik gegen unliebsame Regierungen.

Nach seiner Visite in Mexiko traf Tillerson am Montag in Argentinien den neoliberalen Präsidenten Mauricio Macri, der ebenfalls ein härteres Vorgehen gegen die venezolanische Regierung fordert. Statt einer gemeinsamen Pressekonferenz gab es jedoch nur ein Statement des argentinischen Außenministers, der auf die "gemeinsamen Visionen" der beiden Länder und "Sorgen über den Erhalt des Friedens und der Demokratie in der Region" verwies. Trumps Außenminister plädierte für ein Öl-Embargo, das US-Firmen den Import von venezolanischem Erdöl verbieten würde – zusätzlich zu den bereits bestehenden Sanktionen gegen Angehörige der Regierung Venezuelas. Allerdings sei noch zu prüfen, inwiefern dadurch US-Geschäftsinteressen beeinträchtigt würden.

Argentiniens Präsident Mauricio Macri empfing Tillerson zu einem Gespräch "hinter verschlossener Tür"
Quelle:State Department Photo
Lizenz: Public Domain


In Peru warb Tillerson Medienberichten zufolge dafür, dass Venezuela von dem im April in Lima stattfindenden Amerikagipfel ausgeladen wird. Der peruanische Präsident Pedro Pablo Kuczynski stellte dagegen klar, dass man an Maduros Einladung vom vergangenen November festhalte, es werde aber sicherlich Proteste gegen ihn geben.

Trotz der Embargopolitik und offenen Putschaufrufen führt die US-Führung ihren Diskurs mit Floskeln wie der "Rückkehr zur Demokratie", "Menschenrechten" und "freien Wahlen". Ob die USA anderen Ländern zu diesen Themen Ratschläge oder gar Drohungen übermitteln sollten, bleibt fraglich. Bisher wurden zudem alle Wahlen in Venezuela von unabhängigen Wahlbeobachtern bestätigt. Auch für die Präsidentschaftswahlen am 22. April werden wieder internationale Beobachter zugelassen. Venezuela ist zunehmend polarisiert aufgrund der schweren Wirtschaftskrise und der Einsetzung einer verfassungsgebenden Versammlung, die das venezolanische Parlament faktisch umgeht und die Wahlen kurzfristig auf April terminiert hat.

Die venezolanische Regierung wertete Tillersons Rundreise zur Mobilisierung gegen Präsident Maduro indes als Fehlschlag. Venezuela lasse sich von niemandem bedrohen und blockieren, so Maduro. Tillerson habe selbst bei den rechten Regierungen Lateinamerikas mit seinen "extremistischen Ideen" keine Unterstützung bekommen. Sogar die Regierung von Brasiliens De-facto-Präsident Michel Temer habe die Interventionspläne von Tillerson zurückgewiesen, mit der Begründung, einen Wandel in Venezuela könne es nur durch das Volk geben, nicht durch einen Staatsstreich oder "von außen".
Maduro vermutete zudem, dass Tillerson mit Venezuela noch eine persönliche Rechnung zu begleichen habe: "Bei ihm sieht man den Hass von einem, der ein Verfahren gegen unser Land verloren hat." Tillerson war von 2006 bis 2016 Chef des US-Ölkonzerns Exxon und hatte Venezuela vor einem Schiedsgericht der Weltbank zur Zahlung von 20 Milliarden Dollar verklagt. Das Gericht gab damals dem südamerikanischen Land Recht.

Auch im Nachbarland Kolumbien brachte Tillerson am Dienstag die Situation in Venezuela auf die Tagesordnung. Präsident Juan Manuel Santos bekräftigte bei der gemeinsamen Pressekonferenz, man werde das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen nicht anerkennen. Weitere Themen waren der Kampf gegen den Drogenanbau, vor dem Hintergrund der Ankündigung Trumps, Ländern die finanzielle Unterstützung zu entziehen, die den Drogenschmuggel in die USA nicht verhindern. Zivilgesellschaftliche Akteure in Kolumbien kritisierten, die USA wollten Kolumbien für ihre eigene gescheiterte Anti-Drogen-Politik bestrafen.

In Kuba zeigte man sich alarmiert über die Aussagen Tillersons. Zusammen mit den Feindseligkeiten gegen Venezuela hatte Trumps Außenminister die Monroe-Doktrin* gelobt, mit der die USA seit jeher Einmischungen in "ihrem Hinterhof" Lateinamerika rechtfertigen. Dies zeuge von "Arroganz und Geringschätzung" gegenüber den souveränen und friedlichen Staaten Lateinamerikas und deren leidvoller Geschichte von imperialistischen US-Interventionen, heißt es in einer Stellungnahme des kubanischen Außenministeriums.
(amerika21)

Zitat

*Die Monroe Doktrin beschreibt die Neutralität und Politik des Nicht-Einmischens in die europäischen Angelegenheiten. Sie verlangt im Gegenzug keine Einmischung der Europäer auf dem amerikanischen Kontinent – also ein Ende der Kolonisierung durch europäische Mächte. ”Amerika den Amerikanern” war die Kurzschrift für die Monroe Doktrin. Theodore Roosevelt habe sie dann durch seinen Zusatz gewissermaßen auf den Kopf gestellt, kommentiert der Historiker Walter Lafever:

Die Monroe Doktrin von 1823 besagt, dass die Europäer sich nicht in lateinamerikanische Angelegenheiten einmischen sollten. Die amerikanischen Länder würden ihre Probleme intern regeln. Roosevelt hingegen macht 1904 und 1905 klar, dass die Vereinigten Staaten sich in Lateinamerika einmischen sollten. Er stellt die Monroe Doktrin auf den Kopf: die Europäer sollen sich raushalten aber die Doktrin gäbe den Vereinigten Staaten das Recht, Polizeikontrolle auszuüben, um die Europäer fernzuhalten.

Am 6. Dezember 1904 verankerte der Präsident den als ‘Roosevelt Corollary’ in die Geschichte eingegangenen Zusatz in seiner Jahresbotschaft an den Kongress.
Roosevelt schrieb:
Fortgesetztes Unrecht kann in Amerika oder anderswo schließlich das Eingreifen einer zivilisierten Nation erfordern, und in der westlichen Hemisphäre werden die Vereinigten Staaten, da sie auf dem Boden der Monroe Doktrin stehen, dazu gezwungen sein, in Fällen, in denen eine Regierung solches offensichtliche Unrecht begeht oder nicht imstande ist, es abzustellen, die Rolle einer internationalen Polizei –wenn auch noch so widerstrebend - zu spielen.
(deutschlandfunk.de)
Hervorhebungen durch agrippinensis

250

Montag, 12. Februar 2018, 03:54

hihi, dat Grippi imma mit den neuesten Nachrichten aus Lamaland.
Es ist immer wieder bereichernd, zu lesen, was "wirklich" in Venezuela los ist und welche Gedankenspiele der US-aussenminister den staunenden Suedamerikanern praesentiert.
Viel habe ich hier schon berichtet. Leider interessiert das kaum ne Wutz. Ausser den Uli und Grippi.

Die Deutschen haben Merkel, wir haben Maduro ! :thumbsup:

Gaebe es eine Opposition, der man bedenkenlos seine Stimme geben kann, weil sie ueber Know how verfuegt und den Rechtsstaat einfuehren will, ich wuerde sie sofort waehlen.
Wir koennen uns drehen und wenden, der Venezolaner ist von Geburt an bestechlich. Es regen sich nur Jene ueber Korruption auf, die selbst nicht davon profitieren.
Ansonsten ist das so ein verlockender Volkssport bei uns, dass die Masse nicht darauf verzichten will.

Das Pikante ist doch, dass es dem Venezolaner noch zu gut geht, um wirklich auf die Barrikaden zu steigen.
Wer fuer die Regierung ist, wird bevorzugt "bedient" und kann recht gut davon leben.
Ich moechte diesen freiheitlichen Staat nicht missen, weil er mir eine Kreativitaet "aufdrueckt", die ich bisher nicht kannte.
Menschenleben zaehlen nicht viel oder gar nichts. Man besitzt Entfaltungsmoeglichkeiten, die ich niemals in anderen Staaten ausleben konnte.
Was ich wirklich vermisse, sind die vor Jahren importierten Fressalien. All das gibt es kaum noch, weil die Dollars fehlen.
Nur pfiffige Supermaerkte kaufen in Kolumbien ein und koennen deshalb recht leckere Sachen anbieten. Aber laengst nicht so viel, wie vor 10 oder 15 Jahren.

So, nun geniesse ich weiterhin meinen Dauerurlaub und die neuen Geschaeftsideen, die hier fast taeglich geboren werden. Mangelsituationen lassen Einnahmequellen entstehen, wovon ich vorher nie etwas gesehen habe.

vamos a ver





251

Dienstag, 13. Februar 2018, 13:24

Oooch, nur weil niemand sonst zu Vene-Themen postet, heißt das noch lange nicht, dass man desinteressiert ist.
Deine Fressalien-Träumereien sind natürlich nicht grad der Aufhänger. :P :D

Interessanter wird's schon bezüglich deiner Erfahrungen mit "der" Opposition.
Dieser uneinheitliche Haufen scheint ja wirklich nix Konstruktives zustande zu bringen. Nicht mal konsequente Debatten mit der Regierungspartei oder ein Friedensabkommen unter Vermittlung Dritter ... :(

Zitat

11.02.2018 Venezuela / Politik
Opposition in Venezuela bricht Dialog ab, Präsident unterzeichnet Abkommen
Oppositionsbündnis verweigert Unterschrift zum vereinbarten Dokument "für demokratisches Zusammenleben". Maduro ruft Bevölkerung zur Unterstützung auf
VonFlo Osrainik, Vilma Guzmán
amerika21

Der Präsident von Venezuela ruft die Bevölkerung auf, das Abkommen mit der Opposition zu unterstützen
Quelle:albaciudad.org

Caracas/Santo Domingo. Nach dem erneuten abrupten Abbruch der Gespräche durch die Opposition hat Venezuelas Präsident Nicolás Maduro die Bevölkerung des Landes aufgerufen, ein mit dem Oppositionsbündnis Tisch der demokratischen Einheit (MUD) ausgehandeltes Abkommen mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Maduro hatte das nach fast zweijährigen Verhandlungen unter internationaler Vermittlung beschlossene Dokument über Rahmenbedingungen für ein friedliches Zusammenleben am 7. Februar unterschrieben und erneut die Umsetzung aller Vereinbarungen zugesagt.

Die Bürger Venezuelas haben nun die Möglichkeit, das fünf Seiten umfassende Dokument mit dem Titel Abkommen über demokratisches Zusammenleben für Venezuela am 17. und 18. Februar zu unterzeichnen. "Ihr könnt für oder gegen die Opposition sein, aber zuerst unterschreibt das Dokument der Dominikanischen Republik. Tut es für das Land", sagte Maduro am Donnerstag.

Politiker des MUD hatten zuvor die Unterschrift verweigertund die Gespräche mit der Regierung zum wiederholten Male abgebrochen. Dies bestätigte der Präsident der Dominikanischen Republik, Danilo Medina, am vergangenen Mittwoch. Der Dialogprozess sei auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, so Medina, dessen Regierung eine Vermittlerrolle bei den Verhandlungen innehatte. Man habe die Treffen mit der Absicht eines Vertragsabschlusses begleitet, was die Opposition offenbar nicht begriffen habe. Stattdessen verlange sie nun mehr Zeit zur Durchsicht des von beiden Seiten ausgearbeiteten Dokuments, sagte Medina bei einer Pressekonferenz.

Beide Seiten hatten sich unter anderem auf die Durchführung von Präsidentschaftswahlen am 22. April geeinigt und die Respektierung des Wahlergebnisses zugesagt. Der MUD-Sprecher Julio Borges behauptet dagegen jetzt, die Regierung habe den Wahltermin einseitig festgelegt.

Laut dem Abkommen wird die Regierung Maduro bei diesen Wahlen erstmals auch ein Team von Wahlbeobachtern der Vereinten Nationen zulassen. Die Opposition verpflichtete sich, gemeinsam mit der Regierung auf ein Ende der Sanktionen der USA, der Europäischen Union und Kanadas hinzuwirken. Auch wurde eine konkrete Zusammenarbeit bei sozialen und wirtschaftlichen Fragen vereinbart, um die schwere Krise im Land zu lösen. Man einigte sich zudem auf die Bildung einer Wahrheitskommission, die "zu Versöhnung, Wiedergutmachung für die Opfer, Frieden und Gerechtigkeit" beitragen soll.


Sichtlich konsterniert: Spaniens Ex-Ministerpräsident Zapatero (links) und der Präsident der Dominikanischen Republik, Medina, bei der Pressekonferenz am Mittwoch
Quelle:albaciudad.org

Die Opposition bestreitet seit dem Abbruch der Gespräche am vergangenen Dienstag, dass man sich bereits einig gewesen sei und beschuldigt die Regierung – entgegen der Aussagen der Vermittler – das Dokument einseitig abgeändert zu haben. Auf seiner Webseite präsentierte der MUD nun ein alternatives Dokument. Darin fordert das Bündnis unter anderem die Neubesetzung der Wahlbehörde und die Freilassung des rechtskräftig verurteilten Politikers Leopoldo López, der zu gewalttätigen Protesten zum Sturz der Regierung aufgerufen hatte und derzeit im Hausarrest eine 14-jährige Strafe verbüßt. Außerdem wird verlangt, dass der Staat während des Wahlkampfes alle Radio- und Fernsehübertragungen einstellt.

Die Regierung Maduro beschuldigt indes die USA, hinter dem Scheitern des Abkommens zu stecken, um weiterhin einen Machtwechsel in Venezuela herbeizuführen. US-Außenminister Rex Tillerson habe Parlamentspräsident Borges angerufen, um ihn von einem Verhandlungsabbruch zu überzeugen und ihm Weisungen erteilt, so Jorge Rodríguez, Kommunikationsminister und Regierungsvertreter beim Dialog. Tillerson hatte vergangene Woche bei seinen Staatsbesuchen in Mexiko, Argentinien, Peru, Kolumbien und Jamaika bereits angekündigt, dass die US-Regierung die Präsidentschaftswahlen in Venezuela nicht anerkennt und zudem ein härteres Vorgehen lateinamerikanischer Länder gegen die sozialistische Regierung von Präsident Maduro gefordert.

Auch der ehemalige spanische Ministerpräsident José Zapatero, der die Verhandlungen stets als Vermittler begleitet und sich bislang nicht öffentlich geäußert hatte, kritisierte die Opposition für ihr Verhalten. Er finde es schockierend, dass das Dokument von der Opposition nicht unterzeichnet wurde und sei mit den Umständen und Gründen nicht einverstanden, heißt es in seinem offenen Brief. Er wolle sich weiterhin für ein "historisches Abkommen unter den Venezolanern" einsetzen. Zapatero appellierte an die Opposition, ihre Haltung zu überdenken und dem Abkommen im Namen von "Frieden und Demokratie" zuzustimmen, es sei eine "echte Hoffnung für die Zukunft Venezuelas".
amerika21
Hervorhebungen durch agrippinensis

252

Dienstag, 13. Februar 2018, 17:58

Ich habe den Originaltext nicht gelesen, aber das, was darin vereinbart und veroeffentlicht wurde, klingt doch recht vernuenftig und Weg weisend ??
Die Idee von Maduro, die Bevoelkerung aufzurufen, um den Vertrag zu unterstuetzen, ist die einzige Moeglichkeit, um DIESE verbrecherische Opposition auszuhebeln.
Natuerlich sind nicht alle Venezolaner in der Opposition Verbrecher, aber die Taktik und sabotierenden Massnahmen bezeichne ich als Terrorakte.

Auf seiner Webseite präsentierte der MUD nun ein alternatives Dokument. Darin fordert das Bündnis unter anderem die Neubesetzung der Wahlbehörde und die Freilassung des rechtskräftig verurteilten Politikers Leopoldo López, der zu gewalttätigen Protesten zum Sturz der Regierung aufgerufen hatte und derzeit im Hausarrest eine 14-jährige Strafe verbüßt. Außerdem wird verlangt, dass der Staat während des Wahlkampfes alle Radio- und Fernsehübertragungen einstellt."

Diese Forderungen sind berechtigt. Frage mich nun, warum wurden sie nicht gleich in die Vereinbarungen eingebettet ? Was fuer ein Personal wurde denn dort in der Dom.Rep abgestellt ?
Ich kann nur immer wieder betonen, dass mir inzwischen die jetzige Regierung lieber ist, obwohl es nicht sehr "rosig" bei uns aussieht, als mich von solch einem zusammengewürfelten Haufen oppositioneller Rechtsbrecher regieren lassen zu muessen.
Kenne diese Sippschaft seit ihrem ersten rechtsbrecherischen Auftreten im Jahre 2002 !
Schade ist nur, dass in der Regierung keine Leute mit "Koepfchen" sitzen, die etwas von Marktwirtschaft verstehen und wirklich an einem Rechtsstaat interessiert sind. Die Mauschelei ist bei uns Trumpf. Und da holt sich JEDER was er kriegen kann.
An Recht und Ordnung ist bei uns kaum noch ein Indio interessiert.
Bemerkenswert ist, dass die Bevoelkerung kaum von den Verhandlungen in der Dom Rep etwas mitbekommt, weil ja nur noch staatliche Sender etwas verbreiten. Und deren Meldungen zielen darauf ab, die Opposition fuer alles verantwortlich zu machen und die Regierung als heroisches Unschuldslaemmchen darzustellen.
Das traegt alles nicht zur Verbesserung der Lage und der Versoehnung bei. Es ist nur noch dumm !!

Tja, ein bedauernswertes Lama ich bin :( :whistling:


253

Dienstag, 13. Februar 2018, 23:06

Habe mir nun mal die Vereinbarung durchgelesen. Nicht alles, aber das, was sehr wichtig fuer das Land ist.
So einen "Vertrag" habe ich vorher noch nie von der Maduro-regierung gelesen. Sieht wirklich gut aus und kann dem Land helfen. Aber das will die Opposition seit zwei Jahrzehnten nicht. Ihr Ziel ist es von Beginn an, dass die Sozialisten scheitern. Deshalb wird sie weiterhin gegen das "Regime" agieren.
Mit diesen Aktionen in der Dom Rep wird sich die MUD weiter isolieren. Ich hoffe, dass die Wahl gegen sie ausgeht.

Dass wieder auslaendische Beobachter zugelassen und viele andere Zugestaendnisse gemacht werden, zeigt aber auch, dass die Sanktionen und allmaehliche Isolation Venezuelas Wirkung zeigen.
Wer mal ein bisschen zurueck blaettert in diesem Thread, wird feststellen, dass ich schon seit Jahren behauptet habe, dass die Venezolaner das Problem selbst nicht loesen koennen. Beide politische Seiten sind zu sehr im Kopf blockiert. Ich war und bin ueberzeugt, dass es nur durch auslaendischen Druck ein Umdenken bei Maduro und Gefolgschaft geben kann.
Weiss im Moment auch gar nicht, wer von der Opposition gegen Maduro antritt, antreten darf, denn er hat ja drei grosse Parteien und Capriles die Wahlbeteiligung verboten.
Das sind alles Dinge, die natuerlich keinen demokratischen Charakter aufzeigen.

Seis drum.


254

Mittwoch, 21. Februar 2018, 07:51

"PETRO" - der Durchbruch?

Ist die Kryptowährung "Petro" der befreiende Erlösungsschlag für den venezolanischen Staatshaushalt und die Wirtschaft des Landes?
Gelingt durch ihn die Ablöse ausländischer Kredite und die Rückkehr zu staatlicher Unabhängigkeit?
Man möchte es dem Krisen-geplagten Land und seinen Bewohnern wünschen. :thumbup:

Wenn die Regierung dann noch genug Weitsicht und Klugheit besitzt, mit eventuellen Gewinnen die brachliegenden Produktionsstätten im eigenen Land wieder zu beleben und in neue zu investieren, um das Land unabhängiger von Importen zu machen, könnte Venezuela sich endlich erholen und seine Bürger*innen müssten nicht zu zig-Tausenden ins Ausland emigrieren, um dort Arbeit und Auskommen zu suchen.


Zitat

"Petro": Venezuela startet Verkauf von neuer Cryptowährung
21. Februar 2018, Harald Neuber

100 Millionen Einheiten der Digitalwährung sollen auf den Markt gebracht werden. Digitalwährung wird von Erdölreserven gedeckt

Die venezolanische Regierung hat gestern die neue Cryptowährung "Petro" gestartet, mit der die sozialistische Regierung in Caracas versucht, ihre Liquidität in der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise zu erhöhen. "Der Petro ist unser erster Vorschlag für die Stabilität und das finanzielle Wachstum unseres Landes", sagte Präsident Nicolás Maduro. In der ersten Charge werden 100 Millionen "Petro" im Wert von 5,7 Milliarden US-Dollar ausgegeben.

Maduro will die Digitalwährung auf die nach wie vor großen Erdölreserven des südamerikanischen Landes stützen. Bis zum Dienstag konnten sich Interessenten für die neue Cryptowährung registrieren lassen, nun beginnt der Vorverkauf. In Zuge dieser Erstausgabe werden "Petro"-Kontingente über Auktionen an meist staatliche Unternehmen ausgegeben. Im Bieterverfahren würden die Preise festgelegt, hieß es aus Caracas.

Venezuela will mit der Cryptowährung zwei Ziele erreichen. Zum einen soll der ausufernden Inflation entgegengewirkt werden, zum anderen könnten mit dem "Petro" Geschäfte mit ausländischen Partnern finanziert werden. Derzeit existieren weltweit rund 1.000 Crypto- oder Digitalwährungen. Am meisten von sich reden macht der bereits 2009 lancierte Bitcoin. Anders als etablierte Währungen werden diese Zahlungsmittel nicht von Zentralbanken ausgegeben, sondern mit Computern errechnet. Das digitale Geld soll einen Zahlungsverkehr unabhängig von Regierungsentscheidungen und Banken ermöglichen.

In Venezuela werden vom "Petro" zunächst 38,2 Millionen zu Sonderkonditionen verkauft. Ab dem 20. März können Privatkunden und Privatunternehmen die Digitalwährung erstehen, dann sollen weitere 44 Millionen Währungseinheiten freigegeben werden. Die restlichen 17,6 Millionen "Petros" werden von einer eigens eingerichteten Behörde für Cryprowährung verwaltet.

Der Wert des "Petro" bemisst sich an den Kosten für ein Barrel venezolanischen Erdöls, der mit 60 US-Dollar angegeben wird. Gestützt wird die Digitalwährung damit von den weitreichenden Vorkommen im Orinoco-Fördergebiet. Die dortigen Reserven werden von der venezolanischen Regierung mit fünf Milliarden Barrel angegeben.
Hauptanliegen Venezuelas ist es, den Effekten der US-Wirtschaftsblockade gegen das Land entgegenzuwirken, die darauf abzielt, die Finanzreserven anzugreifen. Allerdings wird auch der Handel mit dem "Petro" von Strafandrohungen durch US-Behörden betroffen sein.
(Telepolis)


Zitat

21.02.2018
Kyptowährung Petro in Venezuela eingeführt
Die venezolanische Regierung will mit Digitalwährung internationaler Wirtschafts- und Sanktionspolitik entgegenwirken. Kritik von Opposition und aus den USA

VonJonatan Pfeifenberger
amerika21

Venezuela hat mit dem Petro die weltweit erste auf natürlichen Ressourcen basierende Kryptowährung eingeführt
Quelle:twitter.com

Caracas. Mit dem Petro ist in Venezuela in der Nacht vom 19. auf den 20. Februar die erste Kryptowährung weltweit eingeführtworden, die ausschließlich durch natürliche Ressourcen gedeckt ist. Insgesamt etwa 5,3 Milliarden Barrel Rohöl aus dem ersten Block Ayacucho im Orinoco-Becken bilden zunächst den Gegenwert der neu geschaffenen Währung. Aber auch Gas, Gold und Diamanten sollten mittelfristig als realer Gegenwert eingesetzt werden. Die venezolanische Regierung hatte bereits Anfang Dezember vergangenen Jahres das Vorhaben angekündigt, um mittelfristig der Sanktions- und Blockadepolitik, allen voran der USA, begegnen zu können und nicht in zu großem Ausmaß vom internationalen Finanzmarkt und damit wichtigen Devisen abgeschnitten zu werden.

Präsident Nicolas Maduro äußerte kurz vor Mitternacht über den Kurznachrichtendienst Twitter die Hoffnung, dass durch den Petro "die Wirtschaft von nun an gestärkt wird." In einer ersten Phase, die etwa einen Monat dauern soll, werden bis zu 82,4 Millionen Einheiten ausgegeben.
Dabei entspricht der Wert eines Petro dem Wert von einem Barrel Rohöl (159 Liter zu momentan etwa 65 US-Dollar). Insgesamt könnten in dem ersten Monat dadurch etwa 1,3 Milliarden Dollar eingenommen werden, so die Erwartung der Regierung.

Um über den Petro zu informieren wurde eigens eine Homepage eingerichtet. Dabei werden potentiellen Interessenten und Zeichnern wesentliche Details genannt, auch welche Schritte zur Einrichtung eines notwendigen Wallets (Kontos) vorgenommen werden müssen. Die Informationen liegen dabei sowohl auf Spanisch als auch auf Englisch vor. Außerdem wurden Richtlinien veröffentlicht, die möglichem Missbrauch der Währung, wie zur Geldwäsche oder zur Finanzierung des Drogenhandels, vorgreifen sollen.

Der Verkauf des Petro wird durch sogenannte Tokens erfolgen, die ähnlich wie Aktien oder Anteilsscheine genutzt und mit vergleichsweise relativ wenig technischem Aufwand auf Blockchains erzeugt werden können. Dabei wird das Charakteristikum ERC-20 angewendet, der globale Standard bei Kryptowährungen. Anhand dieser Details kann man sehen, dass der venezolanischen Regierung viel daran liegt, sich den internationalen Maßgaben für Kryptowährungen anzupassen, um so Vertrauen bei den potentiellen Anlegern zu schaffen. Dies dürfte von großer Wichtigkeit sein, da der Erfolg des Petro in großem Maße davon abhängen wird, insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Inflationsrate und des stetigen Wertverlustsder Landeswährung Bolívar.

Aus den USA kommen indes kritische Stimmen und Drohungen. Dies verwundert allerdings aufgrund der seit langem bestehenden Sanktionspolitik der US-Regierung wenig. Das US-Finanzministerium warnte die eigenen Staatsbürger vor einer Investition in den Petro, da dies als Umgehung der Sanktionen gesehen werde und somit illegal sei. Ein Erwerb von Petros entspräche einer "Gewährung eines Kredits an die venezolanische Regierung," so das Ministerium gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Venezuelas Opposition im Parlament nannte den Petro ebenfalls "illegal" und "verfassungswidrig", da er Ressourcen bereits im Voraus veräußere und somit "neue Schulden für die Zukunft Venezuelas" bedeute, so Rafael Gúzman, Präsident der Finanzkommission des Parlaments und Mitglied der Partei Gerechtigkeit Zuerst (Primero Justicia).

Die venezolanische Regierung erhofft sich neben privaten Anlegern auch Investitionen in den Petro aus verschiedenen Ländern aus dem Mittleren Osten, aus Europa und auch aus den USA, vor allem aber aus Katar und der Türkei, so der Leiter der Kontrollbehörde für Kryptowährung, Carlos Vargas.

Einen Vorteil für das sogenannte Mining des Petro, also dem eigentlichem Schaffen der Währung, sehen die Experten für Digitalwährungen, Carlos Simko und Luis Romero, indes in den vergleichsweise extrem niedrigen Strompreisen in Venezuela. Auch dass die Regierung bereits erklärte, den Petro auch im Land selbst als Zahlungsmittel akzeptieren zu wollen, dürfte laut den Experten Vertrauen bei Anlegern schaffen. Denn sollte es daran fehlen, wird es Venezuela äußerst schwer haben, durch den Petro für seine fragile Wirtschaft einen neuen Impuls setzen zu können.
(amerika21)

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Wenn ich wieder Verbindung am PC habe
schreibe ich ausfuehrlich etwas dazu. Erst aber muss ich mich vom lachen
erholen.


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