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Samstag, 17. Februar 2018, 11:52

Winterliche Herausforderungen und kleine Alltagshelfer

Um für den nächsten Wintereinbruch mit Schneeschauern besser vorbereitet zu sein, sollten besonders drei Dinge beim Einkauf im Wagen landen: Katzenstreu, Holzwäscheklammern und Silikonspray.
Warum? Darum:

Katzenstreu: Effektive Hilfe im Auto
Vor allem im Herbst und Winter sind beschlagene Autoscheiben ein Problem, das viele Autofahrer vor Probleme stellt. Bis die Lüftung die feuchten Scheiben getrocknet hat, kann einige Zeit vergehen.
Wer nicht jedes Mal darauf warten möchte, bis das Gebläse für freie Sicht gesorgt hat, sollte stets zugeschnürte Stoffbeutel mit Katzenstreu in der Nähe der Autoscheiben lagern. Hintergrund: Das Granulat nimmt die Feuchtigkeit im Fahrzeug auf und die Scheiben beschlagen nicht mehr so schnell.

Holzwäscheklammern: Individuelle Alternative zu Duftbäumen
Die Feuchtigkeit, die durch Regen und Schnee in Herbst und Winter ins Auto gelangt, kann nicht nur die Scheiben beschlagen lassen, sondern auch einen unangenehmen Geruch im Wagen erzeugen.
Doch mit einem einfachen Alltagsgegenstand lässt sich auch dieses Problem eindämmen: mit Holzwäscheklammern. Denn diese lassen sich mit verschiedenen ätherischen Ölen wie Lavendel oder Orange behandeln, die dann in das Holz einziehen und - direkt an der Lüftung im Fahrzeug angebracht - einen angenehmen und wohltuenden Duft im Auto verbreiten können.
Die duftenden Wäscheklammern sind nicht nur im Auto, sondern auch im Kleiderschrank oder an Ventilatoren einsetzbar.

Silikonspray: Hilfe beim Schneeschieben
Winterzeit ist für die meisten vor allen Dingen auch die Zeit des Schneeschiebens, das so mancher als sportliche Betätigung nutzt, wohingegen andere es als lästige Zeitverschwendung ansehen.
Um das Schneeschieben für jeden etwas erträglicher zu machen, sollte die Schaufel am besten mit Silikonspray eingesprüht und zum Beispiel mit einem Lappen gut verteilt werden.
Dadurch bleibt so schnell kein Schnee mehr an der Schaufel kleben, was einerseits das Schneeschieben beschleunigt und andererseits es auch nicht so anstrengend macht, da man die Schaufel nicht immer wieder vom Schnee befreien muss.
Ist gerade kein Silikonspray verfügbar, können auch Wachs, Möbelpolitur oder Speiseöl einen vergleichbaren Effekt haben. Bei jeglicher Behandlung der Schneeschieber sollte berücksichtigt werden, dass diese trocken und sauber sind, um einen bestmöglichen Effekt zu erzielen. Und auf die nächste Schneewalze besser vorbereitet zu sein.

(Tipps gefunden bei 'MZ')



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Mittwoch, 21. Februar 2018, 08:14

Winterliche Herausforderungen II - Fahrradfahren im Winter

Mit Spike-Reifen über Eis und Schnee
Von Ralf Neukirch

Fahrradreifen mit Spikes
Samstag, 17.02.2018
Fahrradfahren bei Eiseskälte kann großen Spaß machen. Vorausgesetzt, man hat die richtigen Winterreifen.

Eigentlich wollte ich sie dieses Jahr eingemottet lassen. Die paar Winterwochen würde ich auch so noch schaffen, dachte ich. Aber dann purzelten die Temperaturen, und ich stieg doch in meinen Keller hinab. Da hingen sie noch, leicht verschmutzt vom letzten Jahr, aber fertig zum Einsatz: meine Winterreifen.
Ich muss gestehen, dass meine Radleidenschaft im Winter an ihre Grenzen kommt. Ich ertappe mich dann bei dem Gedanken, dass eine warme U-Bahn auch eine feine Sache sein kann. Gelegentlich gebe ich der Versuchung nach. Aber nach ein bis zwei Tagen an der Seite schlechtgelaunter Pendler mit triefenden Nasen treibt es mich dann doch wieder aufs Rad.
Das Hauptproblem ist nicht die Kälte. Zum einen kann man sich dagegen schützen, auch wenn es gerade an den Füßen nicht einfach ist. Zum anderen kann man sich einreden, dass heroisches Leiden zum Radfahren dazugehört. Der französische Radprofi Gérard Saint hat sich 1957 beim Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich auf die eigenen Hände gepinkelt, damit er sie in der Eiseskälte noch bewegen konnte. Den Weg durch den Berliner Tiergarten werde ich wohl gerade noch ohne derlei Maßnahmen bewältigen.

Der eigentliche Feind des Radfahrers ist die Glätte. Die großen Straßen sind meist gestreut, da ist es kein Problem. Aber die Seitenstraßen oder Radwege, also genau die Routen, auf denen man sich als Radfahrer bewegt, sind tückisch. Kleine Pfützen, die im Winter gefrieren, können sich zur tückischen Falle entwickeln.

Niedriger Reifendruck hilft
Im vergangenen Winter stürzte vor mir ein Fahrradfahrer, der auf einer solch kleinen Eisfläche bremsen musste, weil vor ihm ein Auto aus einer Nebenstraße kam und nicht am Fahrradweg, sondern erst an der Straße hielt. Das passiert immer wieder. Fahrradfahren im Winter ist gefährlich. Aber es gibt Möglichkeiten, sich zu schützen.
Eine Sofortmaßnahme ist ein niedrigerer Reifendruck. Das erhöht die Auflagefläche und verbessert die Haftung des Reifens. Aus diesem Grund sind breite Reifen im Winter ein Muss. Am besten wären Reifen mit bis zu 5 Zoll, wie sie an so genannten Fat Bikes montiert sind. Allerdings passen die nicht an normale Räder und scheiden damit für die meisten Fahrer aus.
Sinnvoll ist die Anschaffung spezieller Winterreifen, wie auch ich sie im Keller habe. Die haben eine spezielle Gummimischung für den Winter, die mehr Grip bei Kälte bieten. Allerdings muss man sich gut überlegen, wofür man die Reifen braucht. Manche Modelle wie der Conti Contact Winter haben ein Lamellenprofil, mit dem sich hervorragend auf Schnee fahren lässt. In Großstädten ist die Chance, durch frisch gefallenen Schnee zu fahren, äußert gering.

Bei Autos verboten, am Fahrrad erlaubt
Wer wie ich das ganze Jahr über fährt, für den führt kein Weg an den wirklich harten Schlappen vorbei: Den Winterreifen mit metallenen Stiften, den so genannten Spikes. Bei Autos sind sie seit Jahrzehnten verboten, am Fahrrad aber erlaubt. Die Spikes sind nicht spitz, wie der Name suggeriert, sondern haben einen abgeflachten, runden Kopf.
Damit pflügt man über alles hinweg, was sich im Winter in den Weg stellen mag: Frischer Schnee, Schneematsch, festgefahrener Schnee, überfrorene Nässe, blankes Eis. Meine Reifen, ein Paar Schwalbe Marathon Winter, habe ich mir vor ein paar Jahren für mein damaliges Reisefahrrad gekauft. Auf Empfehlung meines Fahrradhändlers habe ich die Reifen auf dem zugefrorenen See in unserer Nachbarschaft ausprobiert. Perfekt! Beschleunigen, Bremsen, Kurven, alles kein Problem.

Vor dem Kauf sollte man allerdings ein paar Dinge bedenken: Reifen mit Spikes bauen höher auf als normale Reifen. Man muss darauf achten, dass genug Platz zwischen Reifendecke und Schutzblech ist. Spikesreifen müssen zudem eingefahren werden, am besten auf normaler Fahrbahn. Dann werden die Stifte fest in ihre Halterungen gedrückt und fallen im Ernstfall nicht heraus. Weil man trotzdem anfangs ein paar Spikes verlieren wird, empfiehlt sich die Anschaffung eines Ersatzsets nebst Montagewerkzeug. Das kostet nicht viel.

Zwei Nachteile gibt es
Außerdem sollte man überlegen, auf welchen Strecken man die Reifen braucht. Mountainbike-Fahrer können aus einer breiten Palette gespickter Winterreifen wählen, die aber nur im Gelände sinnvoll sind. Für Stadtfahrer sind vor allem zwei Modelle interessant: Der Schwalbe Marathon Winter und der Schwalbe Winter. Letzterer ist eine abgespeckte Version des Marathon Winter, mit nur zwei Reihen Spikes in der Mitte der Lauffläche. Der Marathon ist vierreihig bestückt.
Ich habe mir damals den Marathon gekauft, weil ich dachte, je mehr Spikes, desto besser. Heute würde ich die einfachere Version wählen. Die ist billiger, leichter und reicht völlig aus, wenn man nicht gerade extreme Kurvenlagen ausprobieren will. Dafür ist der Sommer ohnehin die bessere Jahreszeit.

Zwei Nachteile der Spikesreifen sollen nicht verschwiegen werden:
Sie sind deutlich langsamer als normale Reifen. Das wird nur zum Teil dadurch ausgeglichen, dass man auch durch knifflige Passagen furchtlos fahren kann. Und sie sind laut, vor allem auf Asphalt. Man muss darauf gefasst sein, dass sich die Leute nach einem umdrehen, wenn man an ihnen vorbeifährt. Man kann das Geräusch reduzieren, wenn man die Reifen fest aufpumpt. Aber dann sind sie weniger griffig.
Mit anderen Worten: Spikes sind super, wenn es glatt ist. Sie nerven, wenn der Straßenzustand normal ist. Leider kann sich das von Tag zu Tag ändern. Aber kein normaler Mensch wechselt dann jedes Mal die Reifen.

Extra-Fahrrad für den Winter
Es gibt nur eine rundum befriedigende Lösung: Man braucht für den Winter zwei Räder. Das ist weniger absurd, als es klingt. Viele Menschen haben noch ein altes Rad im Keller oder der Garage, dass sie nicht mehr fahren. Für ein paar Wochen im Winter reicht das in der Regel völlig aus. Hauptsache, die Bremsen funktionieren. Auf eine Gangschaltung kann man zur Not verzichten und Schweinwerfer sowie Rücklicht kann man anklemmen.

Es kann sich sogar lohnen, ein billiges Gebrauchtrad zu kaufen. Mehr als 50 Euro braucht man nicht auszugeben. Ein Winterrad hat überdies den Vorteil, dass man sein gutes Fahrrad schonen kann. Das Salz auf den Straßen frisst auf Dauer die Kette oder sogar den Rahmen kaputt. Weil meine alten Winterreifen 26 Zoll groß sind, ich aber nur noch 28-Zoll-Räder habe, werde ich mir das alte Rad meines Sohnes fit machen, das zu Hause vor sich hin rostet. Dann kommen Spikes drauf, und ich fahre, wenn das Wetter mitspielt, eine Runde auf den See. Radfahren im Winter kann wirklich Spaß machen.

(Quelle: Spon)

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