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Samstag, 11. Dezember 2010, 15:30

Kauf eins mehr für die Tafeln!

Eine Weihnachtsaktion von REWE zugunsten der lokalen Tafeln.

Die REWE TafelTüte ist mit haltbaren Lebensmitteln gefüllt, kostet 5 € und kann nach dem Kauf im Supermarkt an einer Sammelstelle agbegeben werden.

Die Tüte enthält:

1 Glas Cornichons -,89 €, 1 Päckchen Salz -,19 €, 1 kg Mehl -,35 €, 1 kg Zucker -,65 €, 500g Sauerkraut -,29 €, 1 Spaghetti-Fertiggericht -,65 €, 1 Glas Marmelade -,85 €, 500g Spätzle -,59 € und 500g Gnocchi ... die habe ich im Laden nicht gefunden.

Der Preis für die anderen Lebensmittel beträgt zusammen 4,40 €.

REWE leitet die Tüten nicht nur weiter, sondern spendet nach eigenen Angaben auch selbst Waren im Wert von 200.000 €

P. S. Das einzige, was mich an der Sache stört, sind die scheußlichen JA-Verpackungen, ein glatter Fehlgriff ... aber das kann man vernachlässigen.
Sei deinem Kritiker dankbar, er glaubt noch an dich!

2

Samstag, 11. Dezember 2010, 17:55

Diese Aktion von REWE hat zwei Seiten.

Mir fiel, als ich die hässlichen Tüten sah (genau: diese JA-Produkte in blau-weiss machen keinen sehr weihnachtlichen Eindruck), ein Spruch meiner Großmutter ein:

„Wer faul ist, ist auch schlau“

Das macht Rewe sich zunutze, und eine Vielzahl von Kunden wird ein solches Tütlein, gleich beim Eintritt in den Laden gut sichtbar und „unumgänglich“ (weil genau in der Mitte des Eingangs) platziert, in den Einkaufswagen legen.

Aber ist damit das Ziel der Tafeln und ihrer Weihnachtsaktion erreicht?

Ich erinnere mich gut an die erste Zeit dieser Aktionen. Ich kam – in Brühl - mittags mit einem Päckchen zur Tafel, und ich sah bereits hunderte von liebevoll in Weihnachtspapier gepackte Pakete.

Ich frage mich nun, ob REWE wirklich die jeweils von Kunden bezahlten PLASTIKTÜTEN mit der blau-weißen Ware an die Tafeln liefert….

Bleibt zu wünschen, dass dort dann entsprechend um- oder zusortiert wird.

Ich fürchte, dass der ein oder andere sich nun keine Gedanken mehr macht, wie er ein Päckchen packen kann… was er hineintun möchte…vielleicht auch ein paar Spielsachen für Kinder, ein paar Leckereien oder eine Kerze…

Es ist ja so einfach: Tüte bei Rewe bezahlen, und schon ist das Gewissen erleichtert.

Ist es das?

Rewe könnte die Aktion auch weniger spektakulär gestalten, aber Werbung ist bekanntlich alles. WIR sind die Guten, oder was soll dahinter stecken?

Ganz nebenbei: ich habe mir, als die Weihnachtsaktionen der Tafeln immer mehr und auch immer aggressiver beworben wurden, schon meine Gedanken gemacht über diese Art des Schenkens und Beschenktwerdens. Ob es heute noch das ist, was es ursprünglich war? Ich stelle mir vor, dass inzwischen viel mehr Spenden da sind als zu Beschenkende, mit dem Fazit, dass die Tafeln wohl die haltbaren Sachen auch „bunkern“. Wogegen im Grunde nichts einzuwenden ist, aber möglicherweise ließe sich statt EINER extrem beworbenen Weihnachtsaktion auch eine weitere „Sommeraktion“ starten (?)

3

Sonntag, 12. Dezember 2010, 01:46

Ja, Weihnachten ist angesagt und damit der alljahrliche Spendenmarathon. Der geht mir auch auf den Keks, Paula.

Sachspenden an die lokale Tafel sehe ich anders. Wenn, dann da! Ich habe nur einen lockernen Kontakt zu einer Tafel, von Überfluss hab ich da doch nichts gehört. Die haben auch nicht gerne Geschenkpäckchen zu Weihnachten, weil die oft falsch gepackt sind ... alles gut gemeint, aber nicht sinnvoll.

Gerade zu Weihnachten werden wie wild die teuersten und ausgefallensten Lebensmittel gekauft -man gönnt sich ja sonst nichts. Ich habe bei der Aktion eher an die gedacht, die sonst in diesem Rahmen gar nicht spenden ... lieber 1000 € in einer Fernsehshow, oder mit Namen in einer Zeitung. Ich hatte auch nicht die Idee, dass die hässlichen REWE-Tüten irgendwo unterm Weihnachtsbaum stehen würden. Wenn die weihnachtlichen Spenden tatsächlich gehortet werden müssen, ist das auch gut. wie du sagst. Im Sommer fehlt halt die Spendenbereitschaft ... mit der man sich freikauft.

In Wuppertal gab/gibt? es im Rathaus einen Tannenbaum, daran hingen/hägen die Wunschzettel von Kindern. Wer wollte, konnte die Wünsche gezielt erfüllen. Das ist eine gute Idee. Wie kann man denn anonym ein passendes Geschenk machen ... und wenn man sich noch so viel Mühe gibt?

Reklame für REWE? Wenn die Märkte tatsächlich, wie angegeben, abgelaufene Produkte weiterreichen und nicht entsorgen, ist das auf jeden Fall positiv. Viele Discounter müssen die Ware zurückgeben und dann wird sie in der Regel vernichtet.

Ich fand den TütenStand auch nicht übertrieben beworben. Man konnte durchaus einfach daran vorbeigehen ...
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4

Sonntag, 12. Dezember 2010, 16:45

Ich finde es total peinlich, dass es in dieser super reichen und angeblich so freien und demokratischen Gesellschaft immer noch die Tafeln gibt. Anstatt den Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Talente zu entwickeln und sich in die Gesellschaft zu integrieren, wird ihnen die Almosen rein gesteckt... und dann war es eben. Was hat das mit der Menschenwürde zu tun?

Ich bin noch nie zu einer Tafel gegangen. Wenn ich mal nur 10 Euro für zwei Wochen habe, dann lebe ich eben von 10 Euro. Punkt.

Abgesehen davon: Für wen sind eigentlich diese Pakete gedacht? Etwa für Obdachlose? Und was soll ein Obdachloser mit Mehl und solchen Sachen anfangen? Oder für "normale" Hartz IV Empfänger? Die billigste Grundnahrungsmittel, die es im Laden gibt und von denen die Hartzer sowieso tagtäglich leben, sollen jetzt als WEIHNACHTSGESCHENK dienen? Ein paar Süßigkeiten, Kekse, Nüsse und was so alles zum Feier gehört, das haben diese Schmarotzer nicht verdient, was? Es würde ihnen zu gut gehen... und das auf die Kosten von Steuerzahlern!

Nein, auf die Idee muss man erst kommen: Zum Weihnachten SALZ schenken!!!! In den Tränen von diesen Schmarotzern gibt es sicherlich nicht genug Salz... man muss ein bisschen nachsalzen... DAS nennt man in dieser Gesellschaft bei dieser CHRISTLICH-demokratischer Regierung Menschenliebe!


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Die Quanten sind doch eine hoffnungslose Schweinerei!

5

Sonntag, 12. Dezember 2010, 21:49

Kremchen,

die Sachen sind wohl für die Betreiber der Tafeln gedacht. Und nicht als direkte "Gabe" an den Bedürftigen. So jedenfalls verstehe ich das.

Und da könnte es schon sein, dass die Köche gesagt haben, wir brauchen Mehl, Zucker, Salz und Nudeln. :)
Man kann nicht alles haben. Wo sollte man es auch hintun?

6

Sonntag, 12. Dezember 2010, 22:22

die Sachen sind wohl für die Betreiber der Tafeln gedacht. Und nicht als direkte "Gabe" an den Bedürftigen. So jedenfalls verstehe ich das.
Umso unsinniger wäre es dann, tausende von Plastiktaschen abzupacken. Ich werde mal bei REWE nachfragen und hier berichten.

7

Sonntag, 12. Dezember 2010, 22:29

Anstatt den Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Talente zu entwickeln und sich in die Gesellschaft zu integrieren, wird ihnen die Almosen rein gesteckt... und dann war es eben. Was hat das mit der Menschenwürde zu tun?

Ich bin noch nie zu einer Tafel gegangen. Wenn ich mal nur 10 Euro für zwei Wochen habe, dann lebe ich eben von 10 Euro. Punkt.

Hallo Krem-Browning, Dein Kommentar hat mich sehr betroffen gemacht, und ich kenne eine Menge Leute, die genauso denken und vor allem FÜHLEN wie Du. Es ist beschämend, zur Tafel zu gehen und sich mit Lebensmitteln oder gar Weihnachtspaketen "einzudecken". Viele sehen es so, und ich kann es verstehen. - Viele sind aber auch weniger stark und selbst-bewusst, und in der Tat: sie gehen dorthin und werden abermals beschämt. Aber zum Glück empfinden es nicht alle so. - Ich kenne auch Hartz-IVer, die wirklich gut leben. Und die drauf pfeifen, ob sie sich bei der Tafel was "schenken" lassen..sie tun es gern und stellen sogar noch Forderungen.

Es ist beschämend, habe ich oben geschrieben... aber dem gegenüber steht auch: kann man nicht versuchen, das rechte Maß zu finden? Kann man in der heutigen Zeit so schwer ANNEHMEN? Wie groß muss die Not sein, ehe man annimmt. Das beziehe ich jetzt nicht nur auf Menschen, denen es finanziell schlecht geht - es geht um Hilfe ganz allgemein. Wir können immer weniger um Hilfe bitten oder sie gar annehmen, vielleicht, weil wir uns dann SCHWACH? fühlen oder glauben, dann von anderen für SCHWACH gehalten zu werden? Kann Schwäche nicht auch eine Stärke sein?

  • »Krem-Browning« ist weiblich

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8

Sonntag, 12. Dezember 2010, 22:35

Compi, kannste Dir vorstellen, was man so alles mit so viel Salz kochen/backen kann (in jeder Tüte - eine ganze Packung!)? Da wird man wohl bis zum Ende des Jahrhunderts mit Salz versorgt? Für jedes halbes Kilo Nudeln und ein Kilo Mehl - ein halbes Kilo Salz? In solchen Mengen würde sogar Salz zum Gift... und das wäre natürlich auch eine Möglichkeit, die Gesellschaft von den Hartz-Schmarotzer zu befreien. Die soziale Politik nimmt ein neues Gestalt an... Schluss mit spätromischer Dekadenz oder so... wetten, es steht unser kreativer Vizekanzler hinter der Aktion?
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9

Montag, 13. Dezember 2010, 01:55

Kleinere Packungen sind teurer, Krem-Browning ... um Salz im Wert von 19 Cent kann man wohl kaum ernsthaft streiten. Ob das Salz tatsächlich in dieser Menge benötigt wird, kann ich nicht beurteilen. Wenn man es weglässt, ist jedenfalls nicht viel gewonnen. Bei mir hat es ganz andere Gedanken ausgelöst: Kann es sein, dass es Menschen selbst daran fehlt?

Wenn ich von dem, was ich habe, abgebe, dann ist das aus meiner Sicht kein Almosen, sondern natürlich, sofern man sich als Solidargemeinschaft versteht.

Das passt aber nicht in unsere Leistungsgesellschaft, in unsere Kästchen von Lohn und Arbeit. Umdenken ist angesagt, auf beiden Seiten. Aber das ist ein langwieriger Prozess. Vollbeschäftigung war gestern. Wer ohne Erwerbsarbeit ist, ist doch kein schlechterer Mensch. Da kommt uns aber das calvinistische Denken in die Quere, dass Gottgefälligkeit am Reichtum abzulesen sei.

Wer fordernd zur Tafel kommt, hat die richtige Einstellung. Er will nicht abgespeist werden.
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10

Montag, 13. Dezember 2010, 09:09

dann ist das aus meiner Sicht kein Almosen, sondern natürlich, sofern man sich als Solidargemeinschaft versteht.

Tja, Escape, da triffst du den Nagel auf den Kopf. Wenn die "Geber" es so verstehen würden, wäre ja "alles in Butter", und man bräuchte Organisationen wie die Tafel u.ä. gar nicht. Da wäre das nachbarschaftliche Solidarität, und fertig.

Ich glaube, dass ein großer Teil der Tafel-Mitarbeiter und anderer ja etwas davon hat, dass er/sie dort mit arbeitet. Das fängt beim Erleichtern des schlechten Gewissens (warum auch immer) an und endet dort, wo man sich selbst noch zu etwas nutze fühlt oder auch nur verdeckt "Macht" hat (was immer man unter "Macht" versteht und wie man es eventuell auch (miss-)deutet).

Im Grunde glaube ich nicht, dass Solidargemeinschaft sich institutionalisieren läßt - das sehen wir eben auch in der Politik und den krampfhaften Versuchen der Reform von Kranken- und Pflegekassen, die auch als Solidargemeinschaft gemeint sind.

11

Montag, 13. Dezember 2010, 19:47

Ich glaube, dass ein großer Teil der Tafel-Mitarbeiter und anderer ja etwas davon hat, dass er/sie dort mit arbeitet. Das fängt beim Erleichtern des schlechten Gewissens (warum auch immer) an und endet dort, wo man sich selbst noch zu etwas nutze fühlt oder auch nur verdeckt "Macht" hat (was immer man unter "Macht" versteht und wie man es eventuell auch (miss-)deutet).

Huch, das ist aber ein negativer Blick auf ehrenamtliches Handeln. Dass jeder selbst etwas davon hat/haben muss, halte ich für selbstverständlich. Sonst würden die Mitarbeiter ja ausgebeutet und könnten nur sehr übellaunig ihren Dienst tun. Muss man ein schlechtes Gewissen haben, um sich für andere einzusetzen? Dass man auch nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben zu etwas nützlich sein will, beleuchtet das eigene Selbstverständnis. Mach dich mal nützlich ... bezieht sich ja immer auf andere.

Da die Mitarbeiter der Kölner Tafel nur Lebensmittelspenden einsammeln und an Organisationen weitergeben, ist in diesem Fall das Machtgefühl, das sie entwickeln könnten, eng begrenzt.

Solidarität in der Nachbarschaft hat aus meiner Sicht auch ihre Grenzen. Die soziale Segregation so weit fortgeschritten, dass dieser unmittelbare Austausch kaum möglich ist. Und dann frage ich mich wirklich, ob es der bedürftigen Nachbarin -blödes Wort!- tatsächlich leicht fallen kann, meine Unterstützung regelmäßig anzunehmen. Wenn der Gebende ein Gesicht hat, wird das Annehmen noch viel schwerer als bei einer anonymen Spende ... das ist zumindest meine Erfahrung.


Die Kölner-Tafel sammelt von 130 Spendern einwandfreie Lebensmittel, die sonst vernichtet werden würden und sorgt dafür, dass sie bei Organisationen ankommen, die Menschen betreuen, denen das Notwendigste fehlt. Wenn das innerhalb von Köln ansatzweise klappt, ist das angesichts der Tatsache, dass weltweit mindestens 50% der Lebensmittel vernichtet werden, während 800 Mio. Menschen von Hunger bedroht sind, eine gute Sache.
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12

Dienstag, 14. Dezember 2010, 15:52

Aktion beendet

REWE hat die Aktion, die als erfolgreich eingeschätzt wird, am 11. 12. beendet.

Der Supermarkt meiner Wahl hat für die Tafel Leverkusen gesammelt, dort gibt es sieben Ausgabestellen. Sie werden von 1000 Familien mehr oder regelmäßig besucht, darunter auch Großfamilien. 1200 Ehrenamtliche sorgen für den reibungslosen Ablauf, der vor allem im Transport der Waren und der Arbeit in den Läden besteht.

Auf meine Frage nach dem Salz, lachte die Mitarbeiterin. Sie ersticken nicht in Salz und die Ausgabe erfolgt selbstverständlich auf Wunsch. Die gespendeten Lebensmittel waren schon nach Verfallsdatum sortiert. Alles, was bis zum Frühjahr haltbar ist, wandert zunächst ins Depot.

Momentan läuft zusätzlich eine Weihnachtspäckchen-Aktion der Tafel -so wie in Köln auch.

Dass viele Menschen sich überwinden müssen, um zur Tafel zu kommen, bestätigte mir die Mitarbeiterin natürlich auch sofort. Speziell im Sommer sei der Laden, meist an Kirchengemeinden angebunden, aber inzwischen auch zu einer Art Begegnungsstätte geworden. Viele kommen schon vor der Öffnungszeit, sicher um eine größere Auswahl bei den frischen Produkten zu haben. Dann säßen die Männer da und spielten Skat und die Frauen plauschen. Wenn es nur für einige so positiv und angenehm ist, wie es klingt, wäre das zumindest ein Anfang.

Nach ihrer eigenen Motivation befragt, meinte die Mitarbeiterin, man könne doch nicht warten, bis die Politik etwas verändert. Die Lebensmittel würden sonst vernichtet ... und die Menschen würden hungern. Sie sei dankbarer geworden, sie habe vorher auf recht hohem Niveau gejammert.

Das ist aber nur die eine Seite. Bei mir klingt immer noch die empörte Reaktion von Krem-Browning nach.

Die Tafel steht unter dem Motto: Jeder gibt, was er kann ... das hilft wenig, wenn derjenige, der braucht, es nicht annehmen kann.
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13

Dienstag, 14. Dezember 2010, 16:24

Es ist nicht nur Krem-Browning empört. Ich wünsche mir sehr, dass die Leute, mit denen ich über das Thema gesprochen habe, sich hier auch äußern.

Nur so bekommen wir ein "ganzes" Bild.

14

Dienstag, 14. Dezember 2010, 20:06

Also dazu kann ich nur sagen...... blauäugig

Meine Erfahrungen sind leider anders. 2 x hab ich mir das mit der Tafel angetan.... ja angetan, anders kann man es nicht audrücken. Zum ersten : es IST beschämend zu wissen, dass man ohne Lebensmittelspende nicht über den Monat kommt.Und die die da sind wissen das auch, und je nachdem lassen sie es einen auch kräftig spüren. Frei nach dem Motto.... seid froh das ihr überhaupt was bekommt .da kann man doch nicht wählerisch sein...weil man bittet doch nicht die schon überreifen Bananen auf die extrem weichen Tomaten zu packen. Und überhaupt Ablaufdatum klasse 6 Joghurt mit dem Datum vom selbigen Tag mach ich eben ne Joghurt Diät.

Zweitens; Man ist und bleibt ein Almosenempfänger der nichts alleine auf die Reihe bekommt, denn, wieso kommen andere mit dem bisschen Hartz IV aus und brauchen nicht zur Tafel?

Die Mitarbeiter waren zwar bemüht.... aber es spiegelte sich immer heraus welch heren Einsatz sie doch leisten.

Ich könnt----- na ja lassen wir das.

Heute bin ich soweit, dass ich eher eine Woche Tütchensuppe mache als nochmal zu einer Tafel zu gehn, und so denken viele die ich kenne, eher knabbern wir an Krümeln.

Aber klar, Weihnachten.... da spenden wir mal wieder was...

Mein Gott, Nudeln, Salz,Mehl und Margarine kann ich auch kaufen, und Obst und Gemüse bekomme ich kurz vor Schluss auf dem Wochenmarkt auch preiswert.

Was fehlt sind die "Luxusartikel" wie mal ne "gute" Tafel Schokolade oder sogar Pralinen? Frische Wurst vom Metzger nicht immer nur das abgepackte Billigstangebot. Ein schöner Braten.... oder überhaupt mal Fleisch vom Metzger ......träääääum. Brot ..frisch vom Bäcker...Käse aus der Käsetheke.... einfach mal nicht nur abgepacktes.



Deko? ein Weihnachtsbaum? Nüsse?

Was für die Seele... ein schönes Badeöl.... eine gute Creme....

Was voll ins Geld geht: ein gutes Waschpulver...

Mir wäre manchmal ein Gutschein lieber.. auch wenn es Überwindung kosten würde ihn einzulösen. Aber dann hätte ich zumindest einen kleinen Anteil daran was ich mir mal als Luxus leisten dürfte und müsste nicht nehmen was andere mir gnädigerweise überlassen.

was glaubt ihr wohl was man mit 10 oder 20 Euro mal extra zu Weihnachten alles kaufen könnte? Es wäre einfach zu schön selbst zu entscheiden ob ich mir ein Stück Fleisch oder den Luxus von Schokolade oder Creme gönnen würde.

Aber was solls... es ist müssig darüber zu diskutieren. Solange die Regierung den Warenkorb bestimmt wird es die Tafel geben.Mittlerweile sind ja auch viele Geringverdiener drauf angewiesen.

Bei uns wird es zu Weihnachten das Wunschessen der Kinder geben.... Bratwurst,Kartoffel und Gurkensalat!

15

Dienstag, 14. Dezember 2010, 20:37

Mist das sieht nu ganz anders aus----



also den Satz mit dem Ablaufdatum hatte ich mit Leerstellen geschrieben? Wo sind die jetzt?

Ich schreib ihn dann nun nochmal im "Klartext"

Ablaufdatum: 6x Joghurt mit dem Datum des Tages , an dem ich bei der Tafel war, bzw. einen Tag vorher.Deswegen die Bemerkung mit der Joghurt Diät. Alszu lange sollte man das ja dann nicht mehr stehen lassen.



So ist es mit vielen Sachen, das Ablaufdatum liegt knapp vor oder hinter dem Ausgabedatum, weil die Läden oft ihre Sachen als sogenannte Rote Ware selber billiger verkaufen.( von einem Leiter eines Supermarktes erfahren)

16

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 20:16

So ist es mit vielen Sachen, das Ablaufdatum liegt knapp vor oder hinter dem Ausgabedatum, weil die Läden oft ihre Sachen als sogenannte Rote Ware selber billiger verkaufen.( von einem Leiter eines Supermarktes erfahren)

Die Sache mit dem Ablaufdatum. Darüber habe ich heute mit einem Freund heftig diskutiert. Und daraus wurde ein Gespräch über die Institution Tafel insgesamt und über alle möglichen "Hilfsorganisationen", aber dazu vielleicht demnächst mehr.

Man kann doch nicht umhin zu sehen, dass die großen Ketten, die z.B. in Köln ihre Waren an die Tafeln geben, etwas davon haben. Sie tun es nicht aus Uneigennützigkeit, sonst würden sie z.B. ihre Mitarbeiter besser bezahlen. Letztlich ist es eine gelungene=preiswerte Form der Entsorgung, um es mal ganz hart auszudrücken. Da gefiel mir eigentlich der Bäcker in Brühl besser, der "altes Brot" (= Brot vom Vortag) zum halben Preis verkaufte.

17

Freitag, 17. Dezember 2010, 17:09

Das macht mein Bäcker hier auch so ... und der Rest geht an die Tafel. Selbst wenn das billiger ist, als die unverkauften Backwaren anders zu entsorgen, halte ich das für eine gute Sache ... win/win eben.

Dass auch Konzerne nicht selbstlos handeln, setze ich voraus. Es gibt allerdings auch Supermärkte, die vernichten lieber ... und schließen die Container auf dem Hof sogar ab. Wer die widerrechtlich öffnet, um an durchaus brauchbare Lebensmittel zu gelangen, begeht Hausfriedensbruch und wird strafrechtlich belangt. Das ist in meinen Augen pervers.

Es ist schlimm, dass in einem reichen Deutschland Menschen hungern müssen und dass man den Betroffenen -meist pauschal- sagt: Strengt euch mal mehr an, dann klappt das schon. Das geht an der Realität völlig vorbei. Öffentlich von Sozialschmarotzern zu reden, zerstört den sozialen Frieden. Es tritt all die verbal mit Füßen, die lieber arbeiten würden, als von Transferleistungen zu leben. Und das ist für mich immer noch der "Normalfall".

Wenn es bisher nicht gelingt ... möglicherweise gar nicht mehr gelingen kann, jedem Arbeit zu geben, von der er leben kann, ist es für mich eine selbstverständliche Forderung, dass er zumindest nicht hungern oder frieren muss. Und jeder muss auch die Möglichkeit haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, auch das zählt zu den Grundbedürfnissen des Menschen.

Unzufrieden lässt mich die Tatsache, dass einige solidarisch handeln möchten ... und diejenigen, die unterstützt werden, sich in erster Linie als Almosemempfänger sehen ... sehen müssen?

Möglicherweise kann das mit der von Paula geforderten unbürokratischen Nachbarschaftshilfe doch eher gelöst werden ... im kleineren Rahmen. Eventuell kann die Hilfe da doch als Wertschätzung verstanden werden.
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18

Freitag, 17. Dezember 2010, 18:51

zu Paula

das macht unser Bäcker hier im Edeka auch, sogar mit "Teilchen" vom Vortag. Die gibt es dann zum halben Preis. Heute hatte ich mir Streuselkuchen "von gestern" mitgenommen.... der war immer noch frisch genug, aber eben um die hälfte billiger.

Zu Angie

die Nachbarschaftshilfe hier funktioniert auch. Da wir keinen Discounter in unmittelbarer Nähe haben, wurde erstmal ein wöchtenlicher Fahrdienst eingerichtet. Man konnte bei genügend Platz (unterschiedliche Automarken) mitfahren, oder aber eine Liste mitgeben! Bei einer Fahrerin war dann in der Tüte mehr drinn als "bestellt". Ich habe es dankend angenommen, wusste ich doch das es von Herzen kam. Das wichtigste war aber: es wurde NIE gross rausposaunt. Und meine Kinder hatten den g a n z e n Monat über frisches Obst.

Mittlerweile sind viele weg und neue zugezogen. Wir haben nun eine Bahnstation und eben den Edeka mit Metzgerei und Bäckerei.

Der erste Leiter machte ganz schnell bankrott. Er dachte, da keine Konkurenz in der Nähe sei, könne er nehmen was er wolle.......

Der Laden war meist leer, man kaufte nur was man unbedingt brauchte weil man es vergessen hatte.

Der neue hat sich schnell angepasst, auch wenn hier überwiegend Einfamilienhäuser stehn, so ist doch nicht das grosse Geld vorhanden. Also hat er seine Grundnahrungsmittel an die Preise von Aldi und Lidl angepasst..... der Umsatz ist enorm....

Die Tafel zu beliefern lehnt er allerdings ab. Er verkauft Ware im Laden billiger wenn sie kurz vor Ablauf ist. Und auf Nachfrage gibt es auch "angetitschtes" billiger.Seine "rote Ware" ist oft 60% unter dem normalen Preis. So hilft er ALLEN die hier leben und es wird so gut wie nichts vernichtet. Keiner weiss ob man Hartz IV hat oder einfach nur normale Schulden durchs Haus... oder einfach so preisbewusst kauft.

DAS finde ich viel besser, ich brauch nicht bitten und betteln.... ich gucke was da ist und kanns nehmen oder auch nicht.

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5. November 2015, 10:29:
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15. März 2015, 21:38:
Compikoch hat den Blogeintag Respekt Alte von immewigger kommentiert.